Wenn’s pocht, sticht und hämmert

Was bei Kopfschmerzen hilft

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Expertinnen und Experten sprechen von mehr als 200 Kopfschmerzarten. Dabei wird zwischen primären und sekundären Kopfschmerzen unterschieden. Bei den sekundären Schmerzen ist der Schmerz nur das Symptom für eine andere Grunderkrankung im Körper, einem Tumor zum Beispiel. Bei den Primären ist der Kopfschmerz selbst die Krankheitsursache. Zu den häufigsten primären Kopfschmerzen sind der Spannungskopfschmerz und die Migräne. Auch wenn mehr Frauen, als Männer von regelmäßigen Kopfschmerzen betroffen sind: früher oder später trifft es jeden. Ein paar Dinge kann man aber tun, um diese Schmerzen möglichst zu vermeiden.

Kopfschmerzen sind oft ein Zeichen für Stress

Die Ursachen, warum es zu Kopfschmerzen kommt, sind vielfältig: Oft ist Stress in Kombination mit zum Beispiel hormonellen Einflüssen ein Auslöser. Bei Migräne kommt noch eine genetische Veranlagung hinzu. Auch immer mehr Kinder und Jugendliche sind von Kopfschmerzen betroffen.

Das kann man tun, um Kopfschmerzen zu vermeiden:

  • Ausreichend trinken: Wasser, ungesüßte Tees oder Saftschorlen. Zwei bis drei Liter Flüssigkeit werden pro Tag empfohlen.
  • Regelmäßig essen: Wer zu Kopfschmerzen neigt, sollte keine Mahlzeiten ausfallen lassen. Eine Unterzuckerung kann auch zu Kopfschmerzen führen.
  • Verspannungen, zum Beispiel durch Stress, können Kopfschmerzen auslösen, häufig die Spannungskopfschmerzen. Ausreichend Bewegung, vor allem an frischer Luft und regelmäßige Entspannungsübungen beugen Kopfschmerzen vor
  • Bei Migräne hilft Bewegung allerdings nicht. Hier ist Ruhe wichtig bei Attacken und die Einnahme von speziellen Schmerzmitteln empfohlen. Diese Schmerzmittel, in der Regel sogenannte Triptane, werden von Hausärztinnen oder Ärzten, Schmerzmedizinerinnen oder -medizinern nach entsprechender Diagnose verschrieben.
  • Bei leichten Kopfschmerzen, wie Spannungskopfschmerzen hilft - wie oben beschrieben - Bewegung und bei Bedarf auch einfache Schmerzmittel. Vorausgesetzt: der Patient oder die Patientin ist ansonsten soweit gesund und es spricht medizinisch nichts gegen eine Einnahme dieser Medikamente.

Nicht zu viel Schmerzmittel nutzen

Viele Medizinerinnen und Mediziner sprechen von der sogenannten Drei-Zehn- Regel. Nach dieser Regel sollten Schmerzmittel, egal welche, nie länger als drei Tage hintereinander und nicht mehr als an zehn Tage im Monat eingenommen werden. Wird diese Grenze mal überschritten, besteht kein Grund zur Sorge. Wer langfristig aber Schmerzmittel nimmt, riskiert, noch häufiger Kopfschmerzen zu bekommen. Ein solcher medikamenteninduzierter Kopfschmerz führt im Zweifelsfall zur Einnahme weiterer Schmerzmittel – ein Teufelskreis.

Wer so stark unter Kopfschmerzen leidet, dass er oder sie auch nicht mehr arbeitsfähig ist oder zu viel in der Schule oder an der Universität versäumt, sollte eine Schmerztherapie in Betracht ziehen.

 Für Migränepatientinnen und -patienten  gibt es außerdem neue Therapieansätze mit speziellen Antikörpern. Auch Botox-Spritzen werden unter bestimmten Voraussetzungen bei Migräne eingesetzt, um Attacken zu mildern.

Spezielle Hilfsangebote für Kinder und Jugendliche

Immer häufiger sind auch Kinder und Jugendliche in Behandlung wegen Kopfschmerzen. Eine Studie, die der Deutsche Schmerzkongress 2021 veröffentlichte, zeigte, dass zwei Drittel der befragten Schülerinnen und Schülern (2019 und 2020) regelmäßig Kopfschmerzen haben und dadurch wiederholt Unterricht versäumen. Oft kommt es zum Medikamentenübergebrauch frei verkäuflicher Mittel. Das Risiko der Betroffenen für die Entwicklung weiterer Schmerzen im Erwachsenenalter ist erhöht. So gibt es auch spezielle Programme für junge Menschen. Eines davon zum Beispiel im Schmerzzentrum des Mutterhauses der Borromäerinnen in Trier.

Mehr Infos zu Schmerztherapie:

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