Tütensalat – für viele Verbraucher eine praktische Gelegenheit schnell ein paar Vitamine auf den Tisch zu zaubern.
Zahlreiche Produkte werben mit den Attributen "vorgewaschen" und "verzehrfertig". Doch wiederholt gab es Meldungen von gefährlichen Salmonellen und anderen unappetitlichen Keimen in Tütensalat. Kann man die Mischungen bedenkenlos genießen und welche schmeckt am besten? Markt macht die Stichprobe und nimmt sechs verschiedene Produkte im Labor und im Geschmackstest genauer unter die Lupe.
Diese Produkte haben wir getestet
Im Labor und in einer Geschmacksprobe haben wir uns diese sechs handelsüblichen Tütensalate angeschaut:
- Der Knackige Salat von FLORETTE Essentials (1,02 € / 100g),
- EDEKA Herzstücke Classic Salatmix (0,90 € / 100g),
- REWE Beste Wahl Family Mix (0,66 € / 100g),
- ALDI Naturlieblinge Eisberg-Mix, (0,53 € / 100g)
- LIDL Chef Select Blattsalat-Rohkost-Mix (0,43 € / 100g)
- PENNY READY Frischer XXL Family Mix. (0,35 € / 100g)
Der Labortest: Keine krankmachenden Keime im Fresh-Cut-Salat
In einem auf Mikrobiologie spezialisierten Lebensmittellabor haben wir die Fresh-Cut-Salate auf gesundheitsschädliche Bakterien untersuchen lassen, denn wiederholt gab es Produktrückrufe wegen Salmonellen, Listerien, E.Coli und Bacillus Cereus.
Falk Glauner, staatlich geprüfter Lebensmittelchemiker, kennt die Ursache:
Tütensalate sind extrem leicht verderblich, weil die Salatblätter immer mit Mikroorganismen belastet sind und durch die Schnittkanten die Zellsäfte austreten können, was ein hervorragendes Nährmedium dafür ist.
Im Gegensatz zu unverarbeitetem Salat sind Fresh-Cut-Salate also mikrobiologisch besonders anfällig und müssen daher ein Verbrauchsdatum tragen. Danach sollten sie nicht mehr verzehrt werden.
Die erfreuliche Nachricht: In keinem der Produkte wurden Krankheitserreger wie Salmonellen, Listerien, E.Coli oder Bacillus Cereus nachgewiesen. Alle Produkte waren uneingeschränkt verkehrsfähig.
Chlorat nur in minimalen Spuren gefunden
In einer weiteren Untersuchung wurden die Salate auf Chlorat untersucht. Obwohl Chlorat als Pflanzenschutzmittel bereits seit 2008 nicht mehr zugelassen ist, finden sich immer wieder Rückstände in Fresh-Cut-Salaten. Lebensmittelchemiker Glauner erklärt dazu: "Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit hat festgestellt, dass der regelmäßige Verzehr von Produkten mit hohen Chloratrückständen bei Kindern bis zehn Jahren die Jodaufnahme hemmen kann." Dadurch könne sich langfristig ein Jodmangel entwickeln, so Glauner.
Tatsächlich fanden die Lebensmittelchemiker im Tütensalat von Florette minimale Spuren von Chlorat: Wir konnten Spuren von Chlorat nachweisen, allerdings in Mengen, die weit unterhalb der Grenzwerte liegen und lebensmittelrechtlich überhaupt nicht zu beanstanden sind.
Der Hersteller Florette erklärt: (...) Während des gesamten Anbauprozesses unserer Salate werden keine Pflanzenschutzmittel auf Chlorat-Basis verwendet.
Das Vorhandensein von Chlorat in Lebensmitteln kann auf Rückstände zurückzuführen sein, die möglicherweise aufgrund der Trinkwasseraufbereitung im Wasser vorhanden sind. (...).
Da der offizielle Grenzwert rund zehnmal höher liegt, als der gefundene Rückstand, ist das Produkt uneingeschränkt verkehrsfähig.
Kostprobe: die meisten Produkte optisch und geschmacklich zu fad
In einer Blindverkostung haben drei Salat-Kenner schließlich probiert wie ihnen die Fresh-Cut-Salate schmecken. Alle Salate wurden einmal ohne und einmal mit Vinaigrette verkostet. Bei mehreren Salaten fehlte unseren Testern Farbe, Frische und Geschmack, so z.B. bei EDEKA Herzstücke Classic Salatmix, genau wie beim Aldi Naturlieblinge Eisberg Mix. Beim LIDL Chef Select Blattsalat Rohkost Mix missfiel noch dazu die Verarbeitung, die Salatblätter waren den Testern zu klein geschnitten. Ähnlich der PENNY READY Frischer XXL Family Mix, der den Testern einen zerrupften Eindruck machte. Besser gefiel REWE Beste Wahl Family Mix, der die Tester rein optisch überzeugte und auch eine gewisse Knackigkeit aufwies.
Vor allem aber der teuerste Fresh-Cut-Salat in unserer Stichprobe schmeckte den Testern: Trotz ein paar welker Blätter schnitt „Der knackige Salat“ von Florette für rund ein Euro pro hundert Gramm in unserem subjektiven Geschmackstest mit Abstand am besten ab.
Unser Fazit: Im Labor waren die Tütensalate viel besser als ihr Ruf. Geschmacklich ist allerdings nach Meinung unserer Tester bei den meisten Produkten noch Luft nach oben.