Das Backen in der Vorweihnachtszeit hat für Hobbybäckerinnen und -bäcker begonnen. Nicht jeder kann für Kuchen, Stollen oder Plätzchen auf eine umfangreiche Küchenmaschine zurückgreifen. Stattdessen verwenden viele einen Handmixer für den Teig.
Doch welcher Quirl ist der beste? Welcher Mixer liegt besonders gut in der Hand? Und welcher Teig ist für welches Gerät eine besondere Herausforderung?
Im Test der ARD Verbraucherredaktion wurden folgende fünf Handmixer verglichen:
- Koenic von MediaMarkt-Saturn: 25 Euro
- Philips: 30,99 Euro
- Bosch: 37,67 Euro
- Krups: 39,88 Euro
- Braun: 52,90 Euro (zusätzlich mit Pürierstab und Messbecher)
Alle Mixer haben zwischen 450 und 500 Watt. Rührbesen und Knethaken sind mit dabei. Wie schneiden die Mixer im Praxis- und Labor-Check ab?
Mixer schneiden bei Eischnee gut ab
Im Praxis-Check testet Konditormeisterin Christine Jung zusammen mit Haushaltsexpertin Ulrike Meisel vom LandfrauenVerband die Handmixer. Dabei müssen die Geräte verschiedene Aufgaben bewältigen. Zuerst: Eischnee schlagen.
100 Gramm Eiweiß und etwas Zucker werden in die Schüssel gegeben und schaumig geschlagen. Bei fast allen Mixern ist der Eischnee nach rund einer Minute und 20 Sekunden fest.
Der Handmixer von Koenic dagegen braucht fast doppelt so lange. Nach insgesamt zweieinhalb Minuten wird der Eischnee hier erst fest.
Auf Nachfrage schreibt eine Sprecherin von MediaMarktSaturn, dass sie bei einem eigenen Test nur eine Minute 45 Sekunden benötigt hätten.
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Praxistest Hefeteig: Handling unterschiedlich erfolgreich
Nun müssen sich die Handmixer beim Kneten von Hefeteig beweisen – ein eher schwerer Teig.
Christine Jung, Konditormeisterin, erklärt: "Für den Hefeteig sollte man ein langsames Kneten haben. Erst später stellt man etwas höher, weil keine Luft reingeschlagen werden soll. Hier geht es einfach darum, die Zutaten zu einem schönen, geschmeidigen und homogenen Teig zu verkneten."
Das Handling von Koenic passt. Der Teig nimmt Form an. Allerdings: Nach fünf Minuten rühren riecht das Gerät merkwürdig, stellen beide Expertinnen fest. Dennoch lässt sich der Teig ohne weitere Probleme fertig kneten.
Der unangenehme Geruch lässt sich beim ersten Betrieb im Labor bestätigen. MediaMarktSaturn erklärt dazu, dass bei eigenen Tests keine unangenehmen Gerüche aufgefallen wären.
Der Philips Mixer überzeugt die Expertinnen beim Handling nicht. Für einen Hefeteig sei die Anfangsstufe zu schnell. Zudem hätten die Knethaken Probleme, im Teig zu bleiben.
Auf die Nachfrage der ARD Verbraucherredaktion kommt von Philips keine Antwort.
Mit den anderen Geräten - von Krups, Braun und Bosch - sind die Expertinnen im Praxis-Check zufrieden. Nach rund sieben Minuten kneten alle Mixer den Hefeteig fertig.
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Mixer im Labor: Lautstärke im Test
Im Fachlabor wird mit den Mixern ein Dauerlauf-Test durchgeführt. Zudem werden ihre Lautstärke und die Gehäusetemperatur überprüft.
Im Praxis-Check finden die Testerinnen, dass der Mixer von Philips zu laut sei. Doch im Labor die Überraschung: Mit 75 Dezibel ist der Mixer von Philips gar nicht der lauteste.
In der Praxis kann es so sein, dass auch ein leises Gerät als störend empfunden wird. Das hängt auch mit von der Tonfrequenz ab jeweils – also, ist es ein niedriger oder hoher Ton. Das unterscheidet sich jeweils von Nutzer zu Nutzer.
Am lautesten mit rund 78 Dezibel sind die Mixer von Krups und Koenic – jeweils in der höchsten Stufe. Am leisesten sind die Mixer von Bosch und Braun mit rund 72 Dezibel.
Der Unterschied zwischen 72 Dezibel und 78 Dezibel wird für den Nutzer auf jeden Fall spürbar sein. 72 Dezibel entspricht einem regulären Haushaltsgerät, zum Beispiel einem Staubsauger oder einem Föhn. 78 Dezibel entspricht erhöhtem Verkehrslärm.
Temperatur am Gehäuse: Alle Mixer bestehen Test
Wie schnell werden die Geräte während der Benutzung heiß? Im Labor zeigt sich nach fünf Minuten im Betrieb bei den meisten Geräten keine starke Erhitzung. Nur der Quirl von Braun wird mit rund 50 Grad am Gehäuse spürbar wärmer.
Das ist jedoch kein Grund zur Sorge. Laut Experte Marcus Walther sei das Gerät mit 50 Grad noch als sicher anzusehen. Bedenken gegenüber Verbrennungsgefahren gebe es hier nicht.
Braun teilt uns dazu mit, dass ihr Gerät ohne Kühllüfter arbeite und sich bei längerem Betrieb stärker erwärme als vergleichbare Geräte mit aktiver Kühlung.
Maschinen im Dauertest: Dunkle Staubpartikel bei Braun, Krups und Bosch
Zuletzt werden die fünf Mixer im Labor im Dauer-Test gecheckt. Dafür wird eine Wasser-Mehl-Mischung verwendet. 5 Minuten volle Power, dann 5 Minuten Pause und das 500 Mal. Das entspricht bei einem zweimal wöchentlichen Gebrauch einer Nutzung von fünf Jahren.
Den Dauertest halten alle Mixer durch. Auffällig ist aber: Bei den Geräten von Braun, Krups und Bosch sind dunkle Staubpartikel am Gehäuse zu sehen. Besonders beim Gerät von Bosch.
Dort gibts eine starke Staubablagerung im Gerät. Der Staub stammt aus den Elektromotoren der Geräte - und zwar von den Kohlebürsten, welche am Elektromotor reiben.
Auch ist sich der Experte sicher, dass die Staubpartikel auch in die Raumluft und eventuell sogar in den Teig gelangen könnten. Walther empfiehlt, den Staub aus hygienischen Gründen zu vermeiden. Verbraucher sollten ausreichend schauen, ob das Gerät sauber bleibt während der Nutzung.
Auf Nachfrage teilt Bosch mit:
Die beobachteten Ablagerungen sind die Folge eines extremen, nicht alltagsnahen Testbetriebs. Bei den Ablagerungen handelt es sich um Graphitstaub aus dem Motor, der nach sehr langen Hochlasttests auftreten kann. […] Es stellt keine gesundheitliche oder sicherheitstechnische Beeinträchtigung dar.
Zu den Ablagerungen am Druckknopf des Quirls schreibt Braun, dass ihr Handmixer keine Ventilationsöffnungen habe und deshalb kein Kohlenstaub aktiv aus dem Gerät geblasen werde.
Krups teilt der Redaktion mit, es könne sich um minimalen Metallabrieb handeln, der während der ersten Laufzyklen entstehen könne.
Fazit: Philips Mixer ist Testsieger
Der Koenic-Mixer von MediaMarktSaturn zeigt im Praxis-Check und im Labor Schwächen.
Der Handmixer von Braun überzeugt im Praxis-Check, bekommt allerdings Punktabzug im Labor. Ähnlich sieht es bei den Mixern von Bosch und Krups aus.
Der Sieger in diesem Test: der Philips Mixer. Er hat zwar leichte Schwächen beim Teig kneten, aber er überzeugt im Labor. Und dieser Handmixer ist sogar der zweitgünstigste der getesteten Geräte.