Verbraucher stimmen ab

"Mogelpackung des Jahres 2025" gewählt: Milka Alpenmilch-Schokolade

Bei der Abstimmung der Verbraucherzentrale durch Verbraucher hat die Milka Alpenmilch-Schokolade mit Abstand Platz 1 erreicht. Die Tafel wurde gleichzeitig kleiner und teurer.

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Von Autor/in Wiebke Neelsen , NDR

Die Milka Alpenmilch-Schokolade ist mit Abstand auf den ersten Platz der "Mogelpackung des Jahres" gewählt worden. Zwei Drittel der Verbraucherinnen und Verbraucher hatten für dieses Produkt abgestimmt.

So eindeutig sei das Urteil noch nie gewesen, heißt es von der Verbraucherzentrale Hamburg, die die Verbraucher alljährlich zum Negativpreis abstimmen lässt.

Die Begründung: Die Füllmenge der Schokolade sei im vergangenen Jahr von 100 Gramm auf 90 Gramm gesunken. Gleichzeitig sei der Preis von 1,49 Euro auf 1,99 Euro gestiegen.

Das ergibt eine Preiserhöhung von über 48 Prozent. Das neue Gewicht auf der Verpackung sei oft vom Umkarton verdeckt.

Hersteller verkleinern Portionen und erhöhen Preise

Dieses Phänomen ist auch unter dem Begriff "Shrinkflation" bekannt. Er beschreibt, wenn Hersteller ihre Produktgrößen verkleinern, gleichzeitig aber nichts am Preis ändern oder ihn sogar erhöhen.

Laut Verbraucherzentrale Hamburg hinkt Deutschland beim Schutz vor Shrinkflation hinterher. In mehreren anderen Ländern gebe es bereits verbindliche Vorgaben, um versteckte Preiserhöhungen einzudämmen.

In Österreich und Frankreich sind Händler verpflichtet, entsprechende Hinweise am Regal zu platzieren. In Brasilien müssen Unternehmen sogar direkt auf der Verpackung über verringerte Inhalte informieren. 

Milka-Hersteller spricht von gestiegenen Kosten

Der Hersteller von Milka-Schokolade Mondelez sagt, dass die Herstellung der Produkte viel teurer geworden sei. Die Kakaopreise hätten zuletzt Rekordhöhen erreicht, auch die Kosten für Energie, Verpackung und Transport seien hoch.

Die Mogelpackung des Jahres ist nicht der erste Negativpreis, den Mondelez einstecken muss. Bereits im Juli vergangenen Jahres hatte die Verbraucherorganisation Foodwatch die Milka Alpenmilch-Schokolade mit dem Goldenen Windbeutel 2025 ausgezeichnet.

Bei einer Online-Abstimmung hatte damals ein Drittel der Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Schokolade zur "dreistesten Werbelüge des Jahres gewählt". Schon da verwies Mondelez auf die gestiegenen Herstellungspreise.

Und die Verbraucherzentrale Hamburg geht noch weiter: Im September gaben die Verbraucherschützer bekannt, dass sie beim Landgericht Bremen Klage gegen die Mondelez Deutschland GmbH eingereicht haben.

Verbraucher melden der Verbraucherzentrale die Mogelpackungen

Zur Wahl als Mogelpackung des Jahres standen dieses Jahr insgesamt fünf Produkte. Neben dem von Milka solche von Dr. Oetker, Köln, Knorr und Jacobs.

  1. Milka Alpenmilch-Schokolade von Mondelez
  2. Käse-Streusel-Backmischung von Dr. Oetker
  3. XXL Schoko-Hafer-Müsli von Kölln
  4. 3in1 Classic Kaffessticks von Jacobs
  5. Penne Pomodoro Mozzarella von Knorr

Die Auswahl erfolgte danach, wie oft Verbraucherinnen und Verbraucher das Produkt der Verbraucherzentrale Hamburg vorab gemeldet hatten, wie bekannt es ist und wie neuartig oder dreist das Vorgehen des Herstellers ist, so Armin Valet von der Verbraucherzentrale Hamburg.

Vier der fünf anderen Produkte waren ebenfalls in der Menge geschrumpft: Das Nudel-Fertiggericht "Penne Pomodoro Mozzarella" etwa, das auf Platz 5 landete, beinhaltet nun zwar 181 Gramm statt 163 Gramm, gleichzeitig stieg aber der Preis von 1,39 Euro auf 1,99 Euro.

Backmischung von Dr. Oetker versteckt um 90 Prozent teurer geworden

Die Backmischung Käse-Streusel von Dr. Oetker, die mit 22 Prozent der Stimmen auf dem zweiten Platz landete, hat sich beinahe halbiert. Der Preis wurde aber nur leicht reduziert. Das Produkt hat laut Verbraucherzentrale damit eine versteckte Preiserhöhung von 90 Prozent.

Mogelpackung des Jahres: Mitmachen bei der Verbraucherzentrale

Die diesjährige Ausschreibung zur Mogelpackung des Jahres war schon die zwölfte. Insgesamt hatten sich rund 34.700 Verbraucherinnen und Verbraucher an der Online-Abstimmung beteiligt. So viele wie nie.

Die Verbraucherzentrale bietet auf ihrer Webseite fortlaufend Informationen zum Thema Mogelpackungen an. Unter anderem gibt es eine aktuelle Liste der Mogelpackungen und das Formular für Verbraucherinnen und Verbraucher, um der Verbraucherzentrale Mogelpackungen zu melden.

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