So werden Sie ein Imker

Imkern für Anfänger: Tipps zu Schutzkleidung, Material, Werkzeug und Kosten

Das Imkern ist ein faszinierendes Hobby. Gleichzeitig ist die Bienenhaltung ein großes und komplexes Themenfeld, in das man sich Schritt für Schritt einarbeiten sollte. Wer mit dem Gedanken spielt, eigene Bienen zu halten, sollte sich deshalb zunächst einen Überblick verschaffen und praktische Erfahrungen sammeln.

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Von Autor/in Regina Winter

Bevor man mit dem Imkern beginnt, sollte man zuerst sicherstellen, dass keine Allergie gegen Bienenstiche besteht. Denn auch mit Schutzkleidung lassen sich Stiche nie vollständig vermeiden.

Der beste Einstieg ist ein Anfängerkurs beim örtlichen Imkerverein oder – noch besser – die Begleitung eines erfahrenen Imkers über mehrere Wochen oder Monate. So bekommt man einen realistischen Eindruck vom Arbeitsaufwand, vom Umgang mit den Bienen und von den notwendigen Investitionen. Denn die Anschaffungskosten für eine eigene Imkerausstattung sind nicht unerheblich.

Was braucht man zum Einstieg?

Einen geeigneten Standort: Wichtig ist, dass die Bienen genügend Flugraum haben und Nachbarn möglichst wenig beeinträchtigt werden.

Mindestens ein Bienenvolk: Man sollte sich mindestens einen Bienenstock (auch "Beute" genannt) anschaffen.

Der Bienenstock besteht aus mehreren Modulen, die übereinandergestapelt werden:

  • Boden: Der Boden enthält das sogenannte Flugloch – den Ein- und Ausgang für die Bienen.
  • Zargen: Die Zargen sind die typischen rechteckigen Holzkästen des Bienenstocks. Sie werden übereinandergesetzt und enthalten die Rahmen für die Waben.
  • Rahmen und Waben: In den unteren Bereichen bauen die Bienen ihre Brutwaben. Dort lebt auch die Königin und zieht neue Bienen auf. In den oberen Bereichen befindet sich der Honigraum. Dort lagern die Bienen ihren Honigvorrat ein. Die Honigrahmen sind meist kleiner als die Brutrahmen. Der Grund: Voll gefüllte Honigwaben werden sehr schwer und müssen zur Honigernte regelmäßig herausgenommen werden.
  • Absperrgitter: Zwischen Brutraum und Honigraum befindet sich oft ein Absperrgitter. Dadurch können nur die Arbeiterinnen hindurchfliegen. Die Königin und die Drohnen bleiben im Brutraum. So bleibt der Honigraum frei von Brut.
  • Futterzarge: Vor allem im Spätsommer und Winter benötigen die Bienen zusätzliches Futter. Dafür wird eine spezielle Futterzarge verwendet.
  • Zwischendeckel und Deckel: Ein isolierender Zwischendeckel hilft dabei, die Temperatur im Stock stabil zu halten. Ganz oben schützt ein wetterfester Deckel – häufig aus Zink – den Bienenstock vor Regen und Witterung.
  • Optional: Mittelwände aus Wachs: Wachsplatten erleichtern den Bienen den Wabenbau und werden von vielen Imkern verwendet.
Imkern
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Welches Werkzeug braucht ein Imker?

Imkern
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Zur wichtigsten Grundausstattung gehören:

  • Smoker: Der Rauch beruhigt die Bienen während der Arbeit am Stock.
  • Stockmeißel: Das wichtigste Werkzeug des Imkers – zum Öffnen der Zargen, Lösen von Waben und Entfernen von Wachsresten.
  • Besen: Zum vorsichtigen Abkehren der Bienen von den Waben.
  • Entdeckelungswerkzeug: Zum Entdeckeln der Honigwaben

Zusätzlich entscheiden sich viele Anfänger für einen Schutzanzug mit Handschuhen. Einfache Ausführungen kosten etwa 150 Euro, hochwertige Modelle deutlich mehr.

Welche Kosten entstehen?

Je nach Ausstattung sollte man ungefähr mit folgenden Kosten rechnen:

  • Bienenstock: ca. 250–500 Euro
  • Bienenvolk: ca. 100–150 Euro
  • Werkzeug und Zubehör: ca. 100–200 Euro
  • Schutzkleidung: ca. 150–300 Euro

Insgesamt kommt man schnell auf eine Startinvestition von rund 1.000 Euro.

Und: Wer das Imkern dauerhauft und ernsthaft betreiben möchte, braucht mehr als nur ein einzelnes Bienenvolk. Für die Honigernte wird außerdem eine Honigschleuder – oder zumindest Zugang zu einer solchen – benötigt sowie ein geeignetes Transportfahrzeug mit ausreichend Höhe oder alternativ ein Anhänger, um die Bienenstöcke sicher transportieren zu können.

Rechtliche Hinweise zur Bienenhaltung

Imker mit seinen Bienenstöcken im Wald
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Die Bienenhaltung ist in Deutschland grundsätzlich erlaubt. Dennoch müssen einige Regeln beachtet werden. Besonders wichtig sind dabei das Nachbarschaftsrecht und teilweise auch baurechtliche Vorgaben.

Bienenhalter müssen darauf achten, dass Nachbarn nicht unzumutbar beeinträchtigt werden – etwa durch starken Bienenflug oder wenn Allergien bekannt sind. In Einzelfällen kann verlangt werden, die Haltung anzupassen oder den Standort zu verändern.

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