Online-Meldeplattform für Wirtschaftskriminalität

Wie das Landeskriminalamt mit anonymen Meldungen gegen Betrug vorgehen will

Seit dem 1. November können Korruption und Wirtschaftskriminalität online beim Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz anonym gemeldet werden. Die Behörde erhofft sich durch die Meldungen mehr Straftaten aufklären zu können.

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Stand

Bastian Kipping ist Pressesprecher beim Landeskriminalamt und hat unsere Fragen zur neuen Meldeplattform beantwortet.

SWR1: Eine Meldung ist bereits bei Ihnen angekommen. Was machen Sie damit?

Bastian Kipping: Zunächst wird geprüft, ob sie auch seriös ist. Erst, wenn wir zureichende Anhaltspunkte für eine Straftat haben, können wir auch ein Ermittlungsverfahren einleiten. Das ist quasi der erste Schritt, mit großer Sorgfalt zu prüfen, ob hier tatsächlich eine Straftat vorliegt.

Betrug mit den Gesichtern von Prominenten

SWR1: Es geht unter anderem um Geldwäsche oder auch Fälle, wenn zum Beispiel beim Finanzamt jemand eine "Provision" bekommt und dafür dann nicht so genau hinsieht bei einer Steuererklärung. Was gibt es noch für Fälle?

Kipping: Zur Wirtschaftskriminalität zählt der "Cyber-Trading-Fraud", der sogenannte Anlagenbetrug. Die Täter werben mit Gesichtern, wie von Günther Jauch oder Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf oder mit bekannten Unternehmen oder Plattformen, wie "Die Höhle der Löwen".

Und das, ohne dass die betroffenen Personen oder Unternehmen davon Bescheid wissen. Gesagt wird, Günther Jauch wirbt für eine gewisse Anlageplattform. Das Geld landet aber bei den Betrügern.

Meldungen sollen Landeskriminalamt bei Kampf gegen Wirtschaftskriminalität helfen

SWR1: Wie groß ist das Problem bei uns in Rheinland-Pfalz, wenn wir von Wirtschaftskriminalität und Korruption reden?

Kipping: Wir hatten alleine im letzten Jahr einen Gesamtschaden von über 83 Millionen Euro, was wirklich immense Summen sind.

SWR1: Innenminister Michael Ebling spricht von einem wichtigen Meilenstein bei dieser neuen Meldeplattform. Aber bedeutet das nicht auch, dass die Ermittlungserfolge bisher zu mau waren?

Kipping: Das kann man sagen. Das Problem ist, dass die Täter sich ganz bewusst vor staatlichem Eingriff schützen und die Straftaten so verschleiern, dass es der Staat erst gar nicht mitbekommt. Wir erhoffen uns durch diese Plattform und durch anonyme Hinweise, dort mehr Licht ins Dunkel zu bringen, denn das Dunkelfeld ist noch zu hoch.

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