So glänzt es für die Feiertage

Silberbesteck reinigen

Edles Silberbesteck verleiht jeder Weihnachtstafel Glanz – aber nur, wenn es strahlt! Warum Silber anläuft und wie Sie es wieder glänzend bekommen und erhalten, erfahren Sie hier.

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Von Autor/in Isabella Kästel

Silberbesteck - kleine Materialkunde

Versilberte Bestecke bestehen meist aus einem Trägermaterial wie zum Beispiel Chrom-Nickelstahl und werden dann mit einem Überzug versilbert. Der elektrolytisch aufgebrachte Silberüberzug wird als 90er Auflage oder als 100er Auflage bezeichnet und sagt damit aus, wie viel Mikrogramm also Millionstel Gramm Silber als Auflage verwendet werden. Es handelt sich dabei um eine Fläche von 24 cm² die der Besteckoberfläche von zwölf Essgabeln und Esslöffeln entspricht. Stark beanspruchte Partien wie der Löffelrücken, der auf dem Tisch aufliegt, erhalten meist eine verstärkte Silberauflage. Im Gegensatz zu versilberten Bestecken gibt es auch Silberbesteck, das meist aus 800er besteht, also circa zwanzig Prozent Kupfer zur Härtung des Materials enthält.

Silberbesteck
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Warum läuft Silber an?

Denken Sie an Ihr Frühstücksei- das würden Sie niemals mit einem Silberlöffel essen, weil sich dann der Löffel schwarz verfärben würde. Die Verfärbungen an Silber entstehen durch die Reaktion mit Schwefelverbindungen oder schwefelhaltigen Aminosäuren in Lebensmitteln in den Elektronen abgegeben werden und eine Silbersulfidschicht entsteht. Selbst geringe Schwefelwasserstoffe in der Luft lassen das Silber verfärben- wir sprechen dann von „anlaufen“. Dieser Vorgang geschieht von allein, wenn Silber keinen besonderen Schutz erhält

Mechanische Reinigung von Hand mit Silberreinigungstüchern

Spezielle Silberreinigungstücher sind mit verschiedenen Substanzen getränkt, die das Silbersulfid auf dem Metall entfernen und aufnehmen und einen gewissen Anlaufschutz bieten. Deshalb verfärbt sich das Tuch im Laufe der Anwendung dunkel, braucht seine Reinigungskraft auf und wird wirkungslos. Es hilft auch nicht, das Tuch zu waschen.

Durch die mechanische Bearbeitung mit dem weichen Tuch können Verfärbungen besonders zwischen den Zinken einer Gabel oder an Reliefen sehr gut entfernt werden. Durch das Reiben mit Kraft werden aber nicht nur die Beläge, sondern immer auch kleine Mengen des Materials abgetragen.

Reinigen in einem Silbertauchbad

Zum Reinigen von angelaufenem Silber werden Tauchbäder angeboten. Silbertauchbäder sind sauer eingestellte Formulierungen, die neben Tensiden vor allem Thioharnstoff, eine Schwefelverbindung, als Komplexbildner enthalten.

Achtung: Diese Substanz fällt unter die Gefahrenstoffverordnung, weil sie im Verdacht steht, krebserzeugend und fruchtschädigend zu sein. Vermeiden Sie deshalb das Einatmen des Pulvers und tragen Sie bei der Anwendung Schutzhandschuhe.

Thioharnstoff macht die Verbindungen, die das Silber anlaufen lassen, flüssig, löst sie ab und durch den sauren PH-Wert läuft das Silber in der Lösung auch nicht mehr an und sie kann mehrmals eingesetzt werden. Glatte Flächen werden sehr gut gereinigt, unebene Stellen und die Zwischenräume von Gabelzinken müssen oftmals nachbehandelt werden. Diese Methode funktioniert zwar sehr schnell, gibt dem Silber aber keinen Anlaufschutz zurück und pflegt es nicht. Wenden Sie dieses Verfahren also nur an, wenn es mal wirklich sehr schnell gehen muss

Reinigung mit Silberpolituren

Silberpolituren reinigen hauptsächlich durch feinste Polierkörper in Zusammenarbeit mit Tensiden. Pflegekomponente wie Silikone bieten anschließend einen gewissen Anlaufschutz. Sie werden auf ein weiches Tuch aufgetragen und die Teile damit bearbeitet. Auch hier lässt sich das minimale Abtragen der Silberauflage auf Dauer nicht vermeiden.

Vorsicht ist geboten bei Tipps, hausgemachte Pasten aus Schlämmkreide, Zahnpasta oder aufgelockerter Zigarettenasche mit frischem Zitronensaft einzusetzen. Sie sind zwar preisgünstiger, können aber schon feinste Körnung kann Schäden am Silber hinterlassen. Das gleiche gilt für Putz- und Reinigungsmittel, die nicht speziell für die Silberpflege ausgerichtet sind.

Wenn es mal ganz schnell gehen muss: Reinigung mit der Elektrolytmethode

Bei dieser Methode machen wir uns zu Nutze, dass Aluminium im Gegensatz zu Silber leicht Elektronen abgibt, da es unedel ist. Wenn sich nun beide Materialien in einem Gefäß befinden, entsteht durch die Zugabe von Salz eine geringe Spannung und die Elektronen wandern vom Aluminium zum Silber über. Beim Auftreffen auf die Besteckteile löst sich der Schwefel vom Silber und es kommt wieder zum Vorschein. Die Alufolie oxidiert und bleibt verfärbt zurück. Dieser Vorgang ist aber rasch erschöpft und so sollten Sie nur kleine Mengen Besteck auf einmal in die Lösung geben. Wenn die Verfärbungen beim ersten Versuch nicht restlos entfernt wurden, kann der Vorgang auch wiederholt werden.

Aber Achtung: Vereinfacht ausgedrückt macht dieser Vorgang den Vorgang des Versilberns rückgängig. Es wird also Silberschicht abgetragen. Nutzen Sie deshalb die Elektrolytmethode niemals regelmäßig, sondern nur, wenn Sie es mal ganz eilig haben. Ihr Silber würde auf Dauer geschädigt.

  • Verwenden Sie ein flaches, weites Gefäß zum Beispiel eine Auflaufform und legen Sie diese mit einem Stück Alufolie aus.
  • Legen Sie Ihre Besteckteile nebeneinander auf die Folie – sie sollten sich nicht berühren und achten Sie darauf, dass die Messerklinge nicht im Tauchbad liegt.
  • Erhitzen Sie ausreichend Wasser auf circa 60°C damit das Besteck komplett bedeckt werden kann und geben Sie pro Liter Wasser zwei Esslöffel Salz dazu
  • Gießen Sie die Lösung auf das Besteck und nehmen Sie die Teile nach zwei bis drei Minuten aus der Lösung. Dann ist der Vorgang bereits abgeschlossen und es können keine weiteren Verfärbungen entfernt werden, weil die Lösung erschöpft ist.
  • Bleibt das Besteck zu lange in der Lösung liegen, können sich die Ionen auch wieder an das Silber anhängen und zu einer hartnäckigen Schicht werden.
  • Abschließend spülen Sie die Teile ab und polieren Sie mit einem weichen Tuch nach.

Aufbewahrung von Silberbesteck

Der beste Anlaufschutz besteht darin, sein Silberbesteck nicht nur zu besonderen Anlässen hervorzuholen, sondern im täglichen Gebrauch einzusetzen. So können sich die wenigsten Verfärbungen bilden. Schützen Sie ihr Besteck, in dem Sie es in einen Besteckkasten mit Deckel einsortieren. Sollten Sie es über einen längeren Zeitraum nicht verwenden, so schweißen Sie es nach der Reinigung in eine Folie ein oder fertigen Sie aus Silberputztüchern kleine Beutel, um die Zufuhr von Luftsauerstoff zu verhindern. Zusätzlich haben sich einfache Kreidestückchen bewährt, die man dazu legen kann. Sie absorbieren genau wie Salz die Feuchtigkeit in der Luft und damit den darin enthaltenen Schwefelwasserstoff.

Besteckkasten
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Reinigung in der Spülmaschine – Ja oder Nein?

Grundsätzlich sind Silberbestecke für die Reinigung mit der Spülmaschine geeignet. Allerdings können bei einigen Spülmitteln Verfärbungen auftreten die durch diverse Zusatzstoffe (z.B. Glasschutz) verursacht werden. Am besten eignen sich Geschirrspülmittel die nur Reiniger enthalten - ohne weitere Funktionen.

Welches Silber in die Spülmaschine darf, hängt zum Großteil von dessen Kupferanteil ab. Silber ist ein verhältnismäßig weiches Metall und wird daher oft mit Kupfer legiert. Kupfer neigt in der Spülmaschine zum Beschlagen. Dabei bildet sich eine goldene bis braune Färbung an der Oberfläche des Silbers. Wie hoch der Silberanteil im Silberbesteck ist, können Sie abgestuft an folgenden vier Markierungen ablesen:

  • 90er Silber (Hartversilberung)
  • 150er Silber (Massivsilber)
  • 800er Silber (Echtsilber)
  • 925er Silber (Sterling)

90er und 150er Silber kann unbesorgt in den Geschirrspüler gegeben werden, ohne dass es verfärbt. Bei 925er Sterlingsilber und 800er Echtsilber gilt besondere Vorsicht. Beide Silberarten haben einen sehr hohen Kupferanteil, der in der Spülmaschine leicht beschlägt. Es entstehen die bekannten unschönen goldbraunen Verfärbungen. Diese beiden Silberarten sollten am besten von Hand gespült werden.

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Isabella Kästel