Lachen hilft gegen Stress und Frust

Lachtrainerin Carmen Goglin: "Ich setze das gezielt ein!"

Einfach mal lachen, das ist die Lösung für viele Probleme und wir haben mit der Lachtrainerin Carmen Goglin über das wie, wann und warum gesprochen.

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Von Autor/in SWR1

Lachtrainerin Carmen Goglin praktiziert Lach-Yoga

SWR1: Wie fängt man an zu lachen, wenn man eigentlich im Moment ganz ernst ist?

Carmen Goglin: Das Lachen, so wie ich das […] trainiere, ist ein anderes Lachen, als das, das man kennt. Ich praktiziere Lach-Yoga und das ist Lachen ohne Grund. Man entscheidet sich und lacht einfach los. Weil es angeboren ist, kann man das auch. Es ist wirklich eine Entscheidung und dann eine körperliche Übung.

SWR1: Die Schwierigkeit ist, einfach anzufangen. Wie kommen wir ins Lachen?

Goglin: Da gibt es so eine kleine Hemmschwelle, aber manchmal reicht es schon, wenn man anfängt zu lächeln und sich so ganz langsam "reinlacht".

Wir haben dafür Lachübungen. Dann nimmt man sich das vor, die Lachübung dazu, und legt einfach los.

SWR1: Kommt man sich, wenn man einfach so loslacht, nicht etwas bescheuert vor?

Goglin: Ja, das ist auch am Anfang so. Deswegen macht es am meisten Spaß, wenn es mehrere Personen sind, die lachen. Lachen ist ansteckend. Dann kommt der Augenkontakt dazu und manchmal lacht man dann auch über die Lache der Anderen.

Das ist eine Übung, die man am besten gemeinsam macht.

Beim Lachen sind wir im Hier und Jetzt und entspannen uns dadurch automatisch.

Lach-Übung von Lachtrainerin Carmen Goglin

SWR1: Wir sind gerade zu dritt, wie kommen wir jetzt ins Lachen?

Goglin: Für mich ist "sich ins Fäustchen lachen" so eine Anfängerübung. […] Man macht es dann buchstäblich. Man nimmt sein Fäustchen, hält es vor den Mund und lacht los. […]

Ich trainiere das jetzt schon über 13 Jahre und ich kann es auf den Punkt und […] ausdauernd. So eine Lachübung geht dann oftmals 30 Sekunden bis zu einer Minute […] und damit bekommt man die Leute dann schon.

SWR1: Was passiert in unserem Körper, wenn wir lachen?

Goglin: Da sind ganz viele Prozesse, die in Gang gesetzt werden. Zum Beispiel werden Endorphine ausgeschüttet. Die Atmung wird vertieft. Die Organe werden massiert. Es gibt ganz viele Sachen, die passieren. Vor allen Dingen entspannen wir uns. Wir können nicht gleichzeitig grübeln und lachen. Beim Lachen sind wir im Hier und Jetzt und entspannen uns dadurch automatisch.

Lachen gezielt einsetzen

SWR1: Was sagen Sie Menschen, die mit dem Lachen, mit der guten Laune wenig anfangen können?

Goglin: Was ich in der Zeit lernen durfte, ist, dass jedes Gefühl und jede Empfindung seine Daseinsberechtigung hat, und dass es auch manchmal angesagt ist, nicht zu lachen. Ich nutze das Lachen vor allen Dingen in solchen Momenten, wenn ich abliefern muss, wenn ich bei einem Kunden bin und irgendwas tun muss.

Ich kann mich mit diesem Lachen relativ schnell in einen besseren Zustand bringen. Dafür finde ich es toll! Auch vor einer Prüfung zum Beispiel. Ich bin kein Dauerlacher, sondern ich setze das gezielt ein.

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