Spät säen, schnell ernten: Warum Buschbohnen das perfekte Gemüse für den Sommer sind

Ist im Hochsommer im Garten und Hochbeet vieles schon geerntet, kommt die Zeit für die Buschbohne: SWR4 Gartenexperte Volker Kugel zeigt, warum das Gemüse ideal für den späten Anbau ist.

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Von Autor/in Volker Kugel

Bis wann kann man Buschbohnen setzen?

Buschbohnen können Sie zwischen Juli und August noch säen oder als vorgezogene Jungpflanzen anpflanzen. Wer schon früher Platz hat oder gar Pflanzen vorgezogen hat, kann nach dem letzten Frost im Mai schon raus mit den Pflanzen. Dann sind, je nach Sorte, auch zwei Ernten im Jahr möglich – zumindest wenn es warm ist und das Wetter mitspielt.

Wenn der Platz im Beet noch nicht frei ist, kann man die Buschbohnen auch in acht bis neun Zentimeter großen Pflanztöpfen mit jeweils zwei Bohnensamen vorkultivieren.

Was ist der Unterschied zwischen Stangenbohnen und Buschbohnen?

Buschbohnen sind sozusagen die niedrig wuchernden Geschwister der sehr hochwachsenden Stangenbohnen. Im Gegensatz zu den Stangenbohnen bleiben die Buschbohnen mit 40 bis 60 Zentimeter Höhe eher klein. Sie bilden Pflanzen, die dicht zueinander angepflanzt werden können. Somit sind sie leicht zu ernten: Sie brauchen keine Stäbe oder andere Rankhilfen.

Grüne Buschbohnen – junge Pflanzen im Gartenbeet
Junge Buschbohnen im Gartenbeet

Was ist der richtige Standort und Boden für Buschbohnen?

Das Gemüse kann man im Gartenbeet oder Hochbeet ohne Probleme als Folgekultur von Salaten oder Kohlarten direkt aussäen oder setzen. Selbst im Topf klappt der Anbau, allerdings braucht es ein größeres Pflanzgefäß dafür. Generell sind Buschbohnen nicht besonders anspruchsvoll, was Standort und Boden angeht. Sie bevorzugen einen warmen, sonnigen Platz, gedeihen aber auch im Halbschatten.

Welche Buschbohnensorte ist die beste?

Bei den Buschbohnen gibt es eine enorme Sortenvielfalt, die entweder nach der Farbe der Hülsen oder der idealen Anbauzeit eingeteilt wird. Es gibt welche mit grünen, mit gelben oder mit violetten Hülsen. Für den späten Anbau eignen sich vor allem die Sorten, die schnell die Hülsen bilden, wie "Saxa" oder "Maxi" – diese beiden Sorten bilden grüne Hülsen. "Dior" hingegen hat gelbe Hülsen und die Sorte "Purple Teepee" sogar blau-violette.

Die Buschbohnen-Sorte "Purple Teepee" auf einem weißen Hintergrund
Die Sorte "Purple Teepee" hat blau-violette Bohnen.

Wie sät oder setzt man Buschbohnen richtig?

Die etwa einen Zentimeter großen Buschbohnensamen müssen zwei bis drei Zentimeter tief in den Boden. Schließlich sind es sogenannte "Dunkelkeimer", sie keimen also nur bei absoluter Dunkelheit! Am besten sät man in Reihen. Das heißt, man steckt alle fünf bis acht Zentimeter einen Samen in den Boden und lässt von Reihe zu Reihe 30 bis 40 Zentimeter Abstand.

Buschbohnen anpflanzen und ernten: Ein Mann hält mehrere Samen der Buschbohne in der Hand.
Buschbohnensamen müssen tief in den Boden gesetzt werden.

Wichtig ist beim Anbau der Buschbohnen, dass der Boden gleichmäßig feucht gehalten wird. Abgesehen davon sind Buschbohnen sehr pflegeleicht und stellen keine besonderen Ansprüche an den Boden und die Düngung. Wenn die Pflänzchen nach etwa zwei Wochen zehn Zentimeter hoch sind, häufeln wir sie etwas an, um die Standfestigkeit zu verbessern. Eine zusätzliche Düngung ist in der Regel nicht nötig.

Was ist eine Horstsaat bei Buschbohnen?

Die Aussaat in sogenannten "Horsten" ist sehr vorteilhaft, weil sich die Pflanzen dabei selbst stützen können. Bei der Horst-Aussaat legt man sechs bis sieben Buschbohnensamen im Abstand von zirka zehn Zentimetern in einem Kreis in den Boden. Das klappt genauso in einem 35 bis 40 Zentimeter großen Pflanzkübel, der mit normaler Blumenerde gefüllt ist.

Buschbohnen anpflanzen und ernten: Ein älterer Herr schaut im Garten nach seinen Buschbohnen.
Buschbohnen stützen sich beim Wachsen gerne gegenseitig.

Was pflanzt man am besten neben Buschbohnen?

Buschbohnen kann man gut neben Kohl, Tomaten, Spinat oder Salat setzen. Diese Pflanzen sind sogenannte Starkzehrer, die während ihres Wachstums dem Boden viele Nährstoffe entziehen. Die Bohnen dagegen sind genügsame Schwachzehrer, kommen also mit relativ wenig Nährstoffen aus.

Wenn Sie die Buschbohnen frisch gesät haben und die Pflanze nicht richtig keimen will, könnte die Bohnenfliege daran schuld sein. Ihre Larven befallen die Keimblätter und können diese komplett zerstören. Am besten säen Sie dann umgehend neu.

Wann kann man Buschbohnen ernten?

Buschbohnen legen im Sommer den Turbo beim Reifen ein: Schon nach sechs bis sieben Wochen, also ab Mitte September, können Sie leckere Bohnen ernten. Die Hülsenfrüchte sind dann schon zwölf bis 18 Zentimeter lang. Geerntet wird laufend alle drei Tage – sobald die Hülsen etwa so groß sind wie ein Bleistift.

Grüne Buschbohnen werden geerntet
Buschbohnen können nach wenigen Wochen schon geerntet werden.

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Volker Kugel
Porträt von SWR4 Experte Volker Kugel im blauen gemusterten Hemd