Student und Opfer einer islamistischen Messerattacke Yasin Güler

Dem Hass keine Chance geben

Yasin Gülers Leben hat sich komplett verändert, seit er vor zwei Jahren Opfer eines islamistischen Terrorattentats in einem Duisburger Fitnessstudio wurde. Der Täter hat ihn und drei weitere Männer zum Teil lebensgefährlich verletzt, einen weiteren kurz vorher umgebracht.

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Von Autor/in Katja Heijnen

Der Tag, der alles verändern sollte

Als Yasin Güler am 18. April 2023 in der Umkleide seines Fitnessstudios stand, hörte er aus der Dusche Hilfeschreie. Als er zur Hilfe eilen wollte, stand ihm der Attentäter gegenüber und rammte ihm ein Messer in die Seite. Yasin lag 5 Monate im Krankenhaus, musste 14 Operationen über sich ergehen lassen, die Ärzte kämpften um sein Leben. Mehrere Organe waren beschädigt worden. Heute lebt der 23-Jährige nur mit einer Niere, die auch nur sehr eingeschränkt arbeitet und leidet an den Nebenwirkungen der Medikamente.

"Da war nur Hass!"

Als er im Krankenhaus lag, spürte er außer Schmerzen erst mal nur Hass – und fühlte sich in seinen Vorurteilen gegenüber Muslimen bestätigt. Als er dann dem Attentäter ein halbes Jahr später vor Gericht gegenüberstand, wurde ihm klar: Dieser Mann wollte alle auslöschen – egal ob Christ oder Moslem. "Da war mir klar: Ich muss aufhören zu hassen. So wie er will ich nicht werden!"

"Da war kein Mensch mehr. Nur noch eine Hülle und darin tobte der blanke Hass!"

"Lasst Euch nicht spalten!"

Das ist das wichtigste Anliegen von Yasin Güler: Er engagiert sich für Meinungsvielfalt und hofft, dass wir als Gesellschaft zusammenhalten, uns auf unsere Gemeinsamkeiten besinnen und uns durch solche Terrortaten nicht spalten lassen. "Das ist meine größte Sorge!" Neben seinem Lehramtsstudium engagiert er sich im Verein "DialogHaus Opferhilfe Duisburg" und bringt Täter und Opfer an einen Tisch.

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