Molekularbiologin Hanna Heikenwälder

Angst vor Krebs: So reduzieren wir das Risiko für die Krankheit

Fast jeder zweite Mensch erkrankt im Laufe seines Lebens an Krebs, so das RKI. Laut WHO wären 40 Prozent der Krebsfälle vermeidbar. Aber wie können wir unser Krebsrisiko senken?

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Dr. Hanna Heikenwälder ist Molekularbiologin an der Uniklinik Tübingen und forscht zum Thema Krebs und Altern. Wie Krebs entsteht und welche Veränderungen im Lebensstil Wirkung gegen Krebs zeigen, hat sie in ihrem Buch "Krebs – das Ende einer Angst" beschrieben.

Was ist Krebs und wie entsteht die Krankheit?

Jeden Tag erneuern sich in unserem Körper Milliarden an Zellen. Dabei kommt es im Laufe unseres Lebens zu zahlreichen Mutationen.

Die genetischen Veränderungen, die der Samen jeder Krebserkrankung sind, die passieren viel mehr spontan, als wir meinen. Die passieren hauptsächlich im ganz normalen Alltag unserer Zellen.

Solche Fehler kann unser Immunsystem bis zu einem gewissen Grad erkennen und reparieren, die mutierten Zellen werden zerstört. Damit Krebs entstehen kann, müssen mehrere schwerwiegende Mutationen zusammenkommen.

Ich finde es sehr sehr wichtig zu verstehen, dass Krebs ein Prozess ist, der wie das Altern in jedem Menschen abläuft. Die Frage ist eher: Läuft er schnell genug ab, dass ich im Laufe des Lebens eine Krebsdiagnose bekomme.

Risiko für Krebs reduzieren

Laut Hanna Heikenwälder können wir aktiv dazu beitragen, unseren Körper im Kampf gegen die Mutationen zu unterstützen. Das deckt sich mit der aktuellen Forschungslage: Die WHO (World Health Organisation) sagt, fast 40 Prozent aller Krebserkrankungen seien vermeidbar. Fast jeder zweite Mensch erkrankt im Laufe seines Lebens an Krebs. Das zeigen Daten des Robert Koch-Instituts (RKI).

Risikofaktoren für Krebs:

  • Alkohol (egal in welcher Menge, auch geringe Mengen sind schädlich)
  • Tabakrauch
  • UV-Strahlung
  • Übergewicht (20 Prozent aller Krebsfälle stehen in Zusammenhang mit Übergewicht)
  • zu wenig Bewegung / Sport
  • ungesunde Ernährung mit wenig Obst, Gemüse und stark verarbeiteten Lebensmitteln
  • zu wenig Schlaf (Entzündungswerte im Körper bleiben dadurch erhöht)
  • Chemikalien
  • Infektionen

Wie kann ich mein Krebsrisiko senken?

Aus Sicht von Hanna Heikenwälder können wir unser Immunsystem bereits beim Kampf gegen mutierte Zellen unterstützen und dadurch unser Risiko, an Krebs zu erkranken, senken: durch einen gesunden Lebenswandel mit einer pflanzenbasierten, ausgewogenen Ernährung, Bewegung, einem gesunden Körpergewicht, dem Verzicht auf Tabak und Alkohol sowie Schutz vor UV-Strahlung.

Jede Veränderung, egal wie klein sie ist, aber wenn ich sie dafür durchhalte über Jahre oder Jahrzehnte, senkt mein Krebsrisiko. Gerade die kleinen Veränderungen haben eine große Chance auf Erfolg.

Eine Garantie, ein Leben lang krebsfrei zu bleiben, gibt es laut Heikenwälder aber nicht.

Krebsforschung und Vision Zero: Eine Zukunft ohne Krebs?

Für die Zukunft hat sie die Vision, dass niemand mehr an Krebs sterben oder darunter leiden muss. Damit das gelingt, sollten mehr Menschen aufgeklärt und Präventionsangebote wahrgenommen werden, damit Krebszellen möglichst früh behandelt werden können.

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Jährlich erkranken in Deutschland eine halbe Million Menschen erstmals an Krebs. Früher oft tödlich, erlauben heute spezielle Immuntherapien mehr Hoffnung denn je.

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Eine Chance sieht sie außerdem in der personalisierten Medizin und in der personalisierten Immuntherapie: Hier prüfen Ärzte z.B. individuell, ob es etwas an dem entdeckten Tumor gibt, dass das Immunsystem erkennen kann. Dann kann das Immunsystem wieder gegen den Tumor gerichtet werden, damit es diesen bekämpft.

Ihr Antrieb bei der Krebsforschung:

Wenn man sagt, dass niemand mehr an Krebs stirbt: Man muss stets das Unmögliche probieren, um das Mögliche zu erreichen.

Krebs – Das Ende einer Angst von Hanna Heikenwälder

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