Katharina Zweig | KI-Fachfrau

Künstliche Intelligenz: So könnte die Zukunft mit KI aussehen

Generative KI und Deep Fake: KI erschafft neue Inhalte. Wie gefährlich ist das für unsere Zukunft und was sind die Chancen? Darüber spricht Katharina Zweig in SWR1 Leute.

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Wie gefährlich ist Künstliche Intelligenz?

KI ist längst im Alltag angekommen: Ob bei der Sprach- oder Gesichtserkennung, beim Navigationssystem oder wenn uns beim Online-Einkauf personalisierte Vorschläge gemacht werden. Gleichzeitig ist Künstliche Intelligenz für viele Menschen weiterhin ein wenig unheimlich.

Ich bekomme wirklich ganz oft die Frage: Wird die KI uns alle töten? In dieser Form ist das nicht so hilfreich. Da wäre es besser, zu fragen: Wird meine Gesichtserkennung auf dem Smartphone uns alle töten? Nein, wahrscheinlich nicht. Wird die Übersetzungs-KI uns töten? Nein, wahrscheinlich nicht.

Aber: Was wird KI in Zukunft alles können oder kontrollieren? Haben wir es bald mit noch mehr Fake News zu tun? Ist Künstliche Intelligenz eine Bedrohung für den Menschen?

Stuttgart

Künstliche Intelligenz Das solltet ihr über KI wissen: Tipps vom SWR KI-Experten

Ob ChatGPT, Perplexity, Gemini oder andere KI-Tools: Ein Alltag ohne Künstliche Intelligenz ist fast nicht mehr denkbar. Hier findet ihr die wichtigsten Tipps zum Umgang mit KI.

So verlässlich sind die Antworten der KI

Katharina Zweig ist eine ausgewiesene Expertin zum Thema Künstliche Intelligenz: Informatikprofessorin, Bestsellerautorin, Trägerin des Bundesverdienstkreuzes. Sie beschäftigt sich mit der Wechselwirkung von Gesellschaft und Informatik und leitet an der TU Landau-Kaiserslautern den einzigen Lehrstuhl in Deutschland für Sozioinformatik.

Ihr aktuelles Buch fragt "Weiß die KI, dass sie nichts weiß?" Eine der Antworten, die Katharina Zweig auf diese Frage in SWR1 Leute gibt: Die KI vergaß lange Zeit sehr schnell, was sie uns eigentlich antworten wollte. Beispiel: das Kochrezept einer frühen KI-Variante.

Rühre den Teig, fülle den in die Form ein, tu ihn in den Backofen und dann holst du den Schweinebraten wieder raus.

Mittlerweile passiert der KI ein solcher Fehler nicht mehr. Er zeigt aber gut, wie sehr KI angewiesen ist auf Training. Dass sie mit möglichst vielen Daten gefüttert werden und entsprechend programmiert sein muss, um die richtigen Antworten zu geben. Denn anders als wir Menschen "errechnet" Künstliche Intelligenz die Antworten auf der Basis von Wahrscheinlichkeiten. Das wiederum müssten wir bei der Nutzung von KI beachten, meint Zweig.

Wir werden jetzt immer mehr sehen, dass Maschinen Entscheidungen treffen. Und wir müssen verstehen, warum die falsch sein können.

Forscher simulieren Fälle Alkoholmissbrauch, Drogenkonsum & Suizid: ChatGPT gibt erschreckende Antworten

KI macht an vielen Stellen das Leben bestimmt einfacher. Gerade für Kinder und Jugendliche in labilem Zustand kann es aber auch absurd gefährlich werden. Eine Studie hat jetzt gezeigt: ChatGPT erstellt problemlos einen Plan für Alkoholkonsum oder schreibt Abschiedsbriefe für Suizidgefährdete.

Sommerradio SWR3

Besorgnis erregend: die KI als psychologischer Ratgeber

Katharina Zweig macht sich gerade bei Jugendlichen im Zusammenhang mit Künstlicher Intelligenz besonders Sorgen. Beim Erwachsenwerden gebe es viele Themen, die schambehaftet sind. Die Wahrscheinlichkeit, dass Jugendlich dann "zu einer Maschine für Seelsorge greifen und sie zur Psychotherapie verwenden", sei besonders groß.

Wir haben jetzt den Fall eines Sechzehnjährigen, der hat sich mit Suizidgedanken an ein Sprachmodell [einen KI-Chat] gewendet. Das hat ihm am Ende geholfen, das durchzuführen. Und darüber müssen wir ganz dringend mit unseren Kindern sprechen, dass man sich nicht mit privaten Problemen an Sprachmodelle wenden darf.

Wichtig sei deshalb, dass die sogenannten Systemprompts der KI-Maschine entsprechend programmiert sind, so Zweig. Die KI "versteht" also nicht nur die Fragen ("Prompt") an sich, sondern sieht anhand der Wiederholungen, dass es sich immer wieder um ein Thema dreht: in diesem Fall Suizidgedanken.

Das sollte die Künstliche Intelligenz erkennen können ("Systemprompt"). Sie sollte Hinweise geben, dass die Jugendlichen sich besser direkt an eine Seelsorge oder psychologische Beratungsstelle – und damit menschliche Hilfe – wenden.

Forscher über die Zukunft der Kinder Generation Beta: Was erwartet Kinder, die ab 2025 geboren werden?

Generationsforscher Dr. Rüdiger Maas erklärt, wie KI, Fake-News und neue Jobs die Zukunft der Generation Beta prägen werden – und warum wir keine Angst davor haben sollten.

Der Tag in RLP SWR1 Rheinland-Pfalz

KI = Fake News? Darum ist Katharina Zweig kein Fan des FCK

"Künstliche Intelligenz halluziniert", sagt Katharina Zweig kurz und knapp. Und beschreibt damit, was wir heute mehr und mehr erleben, wenn wir im Netz nach Antworten suchen.

Jeder ist einfach erstmal begeistert, was sich damit machen lässt. Man blendet dann aus, dass die Maschine doch relativ häufig Sachen erzählt, die so nicht wahr sind.

Katharina Zweig beschreibt diese "KI Halluzinationen" an einem Beispiel. Wer im Internet nach ihrem Namen sucht, findet nicht nur den Hinweis darauf, dass sie Professorin für Informatik in Kaiserslautern ist. Es könnte durchaus auch sein, dass sie als "glühender Fan des 1. FC Kaiserslautern" bezeichnet wird. Der Grund: die Maschine assoziiert den Wohnort auch mit sportlichen Interessen – ganz egal, ob das auch den Tatsachen enstpricht.

Menschen würden sie eher fragen "Du wohnst in Kaiserslautern, bist Du ein FCK Fan?", während eine KI das eher als Tatsache hinstelle. Zweig macht damit auch einen weiteren, für sie wichtigen Unterschied klar. Nicht die KI ist diejenige, die Fake News produziert: Es sind die Menschen, die die KI nutzen oder sie entsprechend programmieren.

Das Problem mit den Fake News wird riesengroß werden. Man kann heute keinem Video und keinem Bild mehr glauben. Das ist ein Riesenproblem. Aber es ist nicht die KI, es sind weiterhin die Menschen, die diese KI verwenden, um Fake News herzustellen.

Gefahr: So verlockend ist unsere Zukunft mit KI

Das Geschäftsmodell von KI, sagt Katharina Zweig, bestehe darin, dass wir möglichst lange mit den Maschinen interagieren. Heißt: Die Firmen verdienen um so mehr, je länger die Nutzungsdauer ist. Die riesigen Investitionen in die neue Technik sollen sich natürlich auszahlen. Die Folge: Die Inhalte werden immer extremer.

Wir Menschen haben ein Dopaminsystem, ein Belohnungssystem. Das heißt, dass Reize immer extremer werden müssen, um uns bei der Stange zu halten. Die Maschinen neigen dann dazu, uns immer extremeres Zeug zu servieren, um uns bei der Stange zu halten. Das wird nicht gut ausgehen. 

Das führt auch dazu – so beschrieb das Digitaltrainer Daniel Wolff in SWR1 Leute – dass Jugendliche besonders Abends und Nachts für lange Zeit am Tablet gehalten werden. Und das mit Inhalten, die so gar nicht für sie geeignet sind: Sex- und Gewaltvideos sind nicht Ausnahme, sondern Regel.

München

Digitaltrainer Daniel Wolff | 14.4.2025 Was Kinder am Handy und im Internet wirklich erleben

Daniel Wolff ist Gymnasiallehrer und Vater. Er gibt Tipps für den Umgang von Kindern und Jugendlichen mit Smartphones. Und er weiß, wie Eltern dabei am besten unterstützen können.

Leute SWR1 Baden-Württemberg

Ist Künstliche Intelligenz auch das Ende fürs Radio?

Und wie sieht nach Meinung der KI-Expertin Katharina Zweig die Zukunft einzelner Branchen aus? Zum Beispiel – in eigener Sache gefragt: Werden Radiomoderator:innen bald von virtuellen KI-Moderations-Assistenten abgelöst? Nein, sagt Zweig:

Am Ende wollen Menschen Menschen zuhören. Sie wollen etwas Authentisches. Sie wollen wissen, wie andere Menschen fühlen. Es sind eher andere Jobs, die viele Routineaufgaben haben, die sich stark verändern werden.

Baden-Württemberg

Themenschwerpunkt: So verändert KI unseren Alltag

Künstliche Intelligenz erkennt Krebs und Herzfehler und sortiert Kirschen. Ist sie auch gefährlich? So verändern Chat GPT und Co. unseren Alltag.

Rheinland-Pfalz

Kenza Ait Si Abbou KI-Expertin: Haben wir eine Chance gegen Künstliche Intelligenz?

Kenza Ait Si Abbou ist eine der profiliertesten Expertinnen beim Thema "Künstliche Intelligenz" und verrät, wie KI unseren Alltag schon jetzt erobert.

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Tübingen

Jessica Heesen Digitales Weiterleben nach dem Tod – Sind wir unsterblich durch KI?

Brauchen wir Regeln im Umgang mit Künstlicher Intelligenz und welche Technologien sollten wir anwenden? Medienethikerin Jessica Heesen über digitales Weiterleben nach dem Tod.

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Bochum

Prof. Eva Weber-Guskar ChatGPT und LaMDA: Wie gefühlsecht ist Künstliche Intelligenz?

Die Eine liebt ihr Auto, der Andere seinen Grill. Aber kann es echte Liebe zwischen Mensch und Maschine geben? Der Frage geht die Ethik-Professorin Eva Weber-Guskar nach.

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Künstliche Intelligenz Kann KI bald mit Tieren sprechen?

Die Menschheitsgeschichte ist voller Geschichten über die Fähigkeit, mit Tieren reden können, von König Salomo bis Dr. Dolittle. Nun könnte KI dabei helfen, den ersehnten Durchbruch zu machen.