Klavier statt Orchester Countertenor Jakub Jozef Orlinski mit „if music...“
Jakub Józef Orliński präsentiert mit „if music…“ ein intimes Album voller Barockmusik. Begleitet von Klavier statt Orchester, setzt er auf musikalische Essenz.
Schon im Titel seines aktuellen Albums stellt Schlagzeuger Gregory Hutchinson eine enge Verbindung zu Miles Davis her. Der schrieb 1959 mit „Kind of Blue“ Jazzgeschichte. Mit einem exzellent besetzten Sextett interpretiert er einige der größten Hits von Miles Davis neu und ergänzt sie durch Stücke von anderen Jazzgrößen oder Eigenkompositionen.
Die Musiker schaffen es, mit bekannter Musik eigene Geschichten zu erzählen. Genau das wollte Hutchinson erreichen: Den Spirit der legendären Kollegen in Bewegung halten, aber keine Heldenverehrung betreiben. Vorzüglich gelungen – sagt unser Musikredakteur Georg Wasmuth.
Mit über 50 Alben als Solokünstler zählt der Saxophonist Benjamin Herman zu den produktivsten Musikern der Niederlande. Außerdem ist er bekannt dafür, dass er auf unkonventionelle Art und Weise Jazztraditionen mit modernen Einflüssen verbindet.
Für sein neues Album ist Benjamin Herman mit dem Bassisten Thomas Pol und dem Schlagzeuger und Produzenten des Albums, Jimmi Jo Hueting, nach Tokio gereist. Dort haben sich die drei Musiker in der Underground-Musikszene umgesehen und zahlreiche Konzerte von Noise-Künstlern und Free-Jazz-Musikern besucht. Für die Produktion des Albums hat Herman dann einige japanische Musiker ins Studio eingeladen. Herausgekommen sind meisterhafte Kompositionen, die einen in sein Japan-Universum reinziehen, schwärmt unsere Jazzkritikerin Marlene Küster.
In den letzten Jahren haben eine Reihe Bands aus Großbritannien für Furore weit über die Jazzszene hinaus gesorgt - darunter auch Nubiyan Twist. Basis ihrer Musik ist ein zugänglicher, groove-basierter Sound, der sich aus einem reichen Fundus der Stile speist - neben Jazz, Fusion und Hiphop verarbeiten sie vor allem die Musiken der afrikanischen und afrokaribischen Diaspora.
1918 hat Arnold Schönberg in Wien den „Verein für musikalische Privataufführungen“ gegründet. Neben zeitgenössischen Uraufführungen wurden hier klassische und vor allem romantische Orchesterwerke gespielt, allerdings in Bearbeitungen für Kammerensemble. Schönberg und seinen Schülern ging es dabei um einen analytischen Zugriff, um Durchhörbarkeit. Das neue Arrangement von Bruckners siebter Sinfonie ist allerdings der Insolvenz des Vereins zum Opfer gefallen. Das Stuttgarter Ensemble Balance haucht ihm jetzt neues Leben ein. Hier erlebt man einen ganz neuen, frischen, klaren Blick auf Bruckner, findet Susanne Benda.
William Shakespeares Komödie „A Midsummer Night’s Dream“ spielt zur Sommerzeit im antiken Athen und einem nahen verzauberten Wald und hat viele Komponisten inspiriert: Henry Purcell hat den Stoff in „The Fairy Queen“ vertont. Auch Carl Maria von Weber, Ambroise Thomas und Benjamin Britten, ebenso Michael Tippett und Carl Orff haben sich eine musikalische Umsetzung gewagt. Am berühmtesten aber ist die Musik von Felix Mendelssohn-Bartholdy. Jetzt liegt das Werk in einer neuen Aufnahme mit dem Freiburger Barockorchester vor. Christoph Vratz findet: eine 5/5.
Das neue Album des Jewish Chamber Orchestra Munich führt ins Wien der Jahrhundertwende und zeigt die Musikszene rund um Gustav Mahler als vielschichtiges Beziehungs-Netzwerk. Mit dabei sind Zemlinsky und Korngold, aber auch heute Vergessene wie Josefine Winter und Alfred Grünfeld. Susanne Benda ist mit dem Orchester auf Entdeckungsreise gegangen.
Sie ist Sängerin, Choreografin, Komponistin und Regisseurin, und sie hat sechs Jahrzehnte Zeitgeschichte aktiv mitgestaltet. Die US-Amerikanerin Meredith Monk hat mit John Cage und mit Phil Glass zusammengearbeitet, die Coen-Brüder haben ihre Musik als Soundtrack für ihre Filme benutzt. Mittlerweile ist die Künstlerin 83 Jahre alt und sie hat ein neues Album herausgebracht, das SWR Kultur-Kritikerin Susanne Benda in eine andere Welt aus feinen und leisen Tönen beamt.
Der deutsche Bariton Benjamin Appl erinnert mit einem liebevollen Album an seinen Lehrer Dietrich Fischer-Dieskau zu seinem 100. Geburtstag.
Die Mezzo-Sopranistin Lucile Richardot ist in der französischen Barockopernszene schon seit längerem eine vielbeschäftigte Diva. Sie war eine Spätzünderin: Bis zu ihrem 27. Lebensjahr arbeitete sie als Journalistin, bevor sie sich dazu entschloss, Sängerin zu werden. Ausgebildet wurde sie unter anderem an der Maîtrise Notre Dame de Paris, als Solistin entdeckt wurde sie von John Eliot Gardiner. Jetzt kommt ihr inzwischen zweites Soloalbum auf den Markt. Das Programm dazu hat sie wieder selbst recherchiert und kuratiert, das Ensemble Correspondance ist mit von der Partie, Sébastien Daucé hat sich an der Recherche beteiligt. „Northern Lights“ heißt dieses Album, das ins Musikrepertoire des schwedischen Hofes unter Karl XI führt. Ein CD-Tipp von Eleonore Büning.