Mediatorin Eva Hock

Generationswechsel in Betrieben – Hilfe bei Konflikten zwischen Alt und Jung

Wenn unterschiedliche Generationen zusammenleben und -arbeiten, gibt es auch mal Streit. Das kann im gemeinsamen Haushalt oder auch in Unternehmen passieren.

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Stand

Mediatorin Eva Hock aus Mainz bietet in solchen Fällen Hilfe an, wenn die Situation eskaliert. Sie ist Konfliktberaterin und gibt Tipps für das richtige Vorgehen.

Konflikte zwischen Eltern und Kindern

SWR1: Was sind häufige Streitpunkte?

Eva Hock: Die häufigsten Sachen, die bei mir landen, sind tatsächlich die Nachfolgen in Hofübergaben oder auch die Eltern-Kind-Konflikte, die vorher oder nachher auftreten.

SWR1: Was sind das für Konflikte zwischen Jung und Alt, die zu Problemen führen?

Hock: Das sind bisher verschleppte Konflikte aus dem Familiensystem. Aber vor allem ganz alltägliche Sachen, die im Familienunternehmen schnell die Sachebene verlassen.

SWR1: Woran liegt das? Es ist ja nicht so einfach, wenn der Vater Chef ist und jetzt in der Hierarchie zurücktreten soll.

Hock: Das ist ein besonderer "Loslass-Moment" in dem Generationenwechsel auf einem Hof. Das eine ist das Heranziehen der Nachfolge und das andere das Loslassen der Seniorengeneration. Und da entstehen unterschiedliche Vorstellungen von Organisationskultur, Führungskultur oder Personal einstellen oder nicht, welche Ausrichtung bekommt das Unternehmen oder wird es gemacht wie bisher.

Mediation kann helfen

SWR1: Wie helfen Sie da konkret?

Hock: Da geht es erstmal darum, den Prozess zu verlangsamen, denn es wird sehr schnell emotional in Familienunternehmen. Das heißt, dass wir die "Innere Dramatik" etwas senken, den Prozess verlangsamen, eine Bewusstheit darüber herstellen, welche Konfliktherde wann auftreten und wer dazu beiträgt. Und dann schauen wir, wie können wir besser reagieren?

SWR1: Diese Sichtweisen zu verändern geht wahrscheinlich nicht von heute auf morgen, oder?

Hock: Nein, das sind gut eingefahrene Muster, die in der Regel relativ starr sind und sich permanent wiederholen. Das heißt, bis jemand akzeptiert hat "Ich habe dazu beigetragen, ich bin Teil des Konfliktes und ich halte den mit am Leben", vergeht schon ein bisschen Zeit.

Generationenwechsel stellt Betriebe vor Herausforderungen

SWR1: Haben die Nachfragen bei Ihnen nach Hilfe zugenommen?

Hock: Inzwischen ja. Die Boomer-Generation ist allmählich in dem Alter, die Höfe abzugeben oder die Nachfolge einzuleiten. Zum Teil hat das schon stattgefunden, zum Teil ist es jetzt einfach Zeit dafür.

SWR1: Das Ganze setzt natürlich voraus, dass alle im Familienunternehmen für solche Veränderungen bereit sind, oder?

Hock: Manchmal braucht es tatsächlich mehrere Knallsituationen, bis dann alle kapitulieren und sagen, "OK, wir brauchen außenstehende Hilfe". Das ist mit auch Teil des Problems, dass viele zu spät oder in einem sehr hoch eskalierten Konflikt sich außenstehende Hilfe suchen.

SWR1: Haben Sie vielleicht so einen Tipp, der sich immer wieder bewährt, wenn es um familiäre Konflikte geht?

Hock: Sich spätestens nach dem ersten Knall außenstehende Hilfe suchen oder wenn eine Partei sagt, egal, wer das ist, "ich stehe zwischen den Stühlen, ich kann euch nicht mehr helfen".

Zur Homepage von Eva Hock: konfliktberatung-eva-hock.de

Das Interview führte SWR1 Moderator Frank Jenschar.

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