Inklusion ist nicht nur im alltäglichen Leben wichtig, sondern auch bei Sportvereinen. Aber wie gut ist die Barrierefreiheit in Vereinen wirklich, wenn zum Beispiel ein Rollstuhlfahrer Tischtennis spielen möchte oder ein Kind mit Down-Syndrom in die Turngruppe aufgenommen werden soll? Klappt das einfach so?
Beim Landessportbund Rheinland-Pfalz gibt es dafür Unterstützung: sogenannte Inklusionslotsinnen und -lotsen. Eine von ihnen ist Kathleen Dollmann.
Wie gut funktioniert Inklusion schon in den Sportvereinen in Rheinland-Pfalz?
SWR1: Tischtennis für einen Rollstuhlfahrer oder ein Turnverein für ein Kind mit Down-Syndrom. Ist das einfach bei uns in Rheinland-Pfalz?
Kathleen Dollmann: In erster Linie sage ich ganz klar "Ja", weil ich finde, Rheinland-Pfalz hat eine tolle Sportlandschaft, und wir sind wirklich sehr, sehr offen und vielfältig.
Wir sind wirklich sehr, sehr offen und vielfältig.
Sportvereine in Rheinland-Pfalz: Wo hakt es noch bei der Inklusion und Barrierefreiheit?
SWR1: Und warum in erster Linie? Was kommt in der zweiten Linie? Hakt es dann vielleicht daran, dass die Sporthalle keine Rollstuhlrampe hat?
Dollmann: Genau, in zweiter Linie ist es dann natürlich so, dass wir doch auf unterschiedliche Barrieren stoßen. Das kann natürlich räumlich sein, wie Sie gerade gesagt haben – vielleicht durch Zugänge oder durch visuelle Markierungen in den Hallen.
Aber das kann natürlich auch an ÜbungsleiterIInnen liegen, die vielleicht nicht so viel Kapazitäten haben, also die einfach nicht so gut aufgestellt sind und noch Unterstützung benötigen, um die Gruppe und die Vielfältigkeit der Gruppe zu begleiten und auch zu wissen, wo man Informationen bekommt und welche Vereine im Prinzip offen sind.
Sportverein ist Inklusionsstützpunkt Fußball für Menschen mit Behinderung: Das ist der ASV Waldsee
Der Fußballverein ASV Waldsee (Rhein-Pfalz-Kreis) ist Inklusionsstützpunkt. Der Verein wurde vom Südwestdeutschen Fußballverband ausgezeichnet. Damit ist er der zweite Verein in ganz Deutschland, der regelmäßig ein Training für Menschen mit Behinderung anbietet.
Wie können die Lotsen bei Inklusion und Barrierefreiheit unterstützen?
SWR1: Wie können Sie als Lotsin unterstützen?
Dollmann: Für uns ist es erst einmal so, dass wir die Vereine aufsuchen, mit ihnen ins Gespräch gehen und einfach schauen, wie der Ist-Stand ist.
Dann begleiten wir den Prozess, gerade für die Sportvereine, und sagen: Okay, wir bieten Sensibilisierungseinheiten. Wir bieten Schulungen für die ÜbungsleiterInnen an, und wir schauen natürlich auch, welche räumlichen Barrieren es gibt.
Und wenn dann eine Begegnung und ein Kontakt entsteht und auch die Zielgruppe in die Sportvereine kommt, merken die oft: "Ach, das ist ja eigentlich gar nicht anders als bei jedem anderen Kind, das vielleicht irgendeinen besonderen Bedarf hat."
Inklusion und Barrierefreiheit ist kein Wunschkonzert
SWR1: Es geht bei der Inklusion ja nicht ausschließlich darum, ein gutes Bild abzugeben, sondern wir sind eigentlich dazu verpflichtet.
Dollmann: Genau. Wir wollen das gerade für uns und mit unserem Projekt mit unterstützen. Wir verstehen auch, dass Sportvereine natürlich nicht nur Inklusion auf dem Schirm haben, sondern viele andere Themen natürlich auch.
Inklusion und Teilhabe Neue Sportstiftung für Rheinhessen gegründet
Jugendsport, Inklusionssport, Leistungssport: Das alles will die neue Sportstiftung fördern. Am Dienstagabend wurde sie offiziell eröffnet.
Deswegen ist es für uns so wichtig, dass wir klarmachen, dass wir mit unserem Projekt die Sportvereine begleiten und unterstützen können. Und dass die Vereine vielleicht auch Mal dankbar sind, wenn sie etwas abgenommen kriegen oder wenn wir Best-Practice-Beispiele nennen und sie sehen: "Ah, okay, das klappt woanders gut, und wir können das für unseren Verein umsetzen."