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Pilze sind botanisch gesehen kein Gemüse. Sie bestehen je nach Sorte zu etwa 90 Prozent aus Wasser und sind deshalb kalorienarm. Aber sie enthalten trotzdem viele Ballaststoffe, Eiweiß und Mineralstoffe wie Kalium oder B-Vitamine.
Was über der Erde sichtbar sind, sind nur die Fruchtkörper der Pilze. Das Pilzgeflecht, auch Myzel genannt, ist der eigentliche Pilz. Dieses Geflecht verläuft unterirdisch über mehrere Quadratmeter. Sind alle Pilze essbar und gesund?
Studie zeigt: Austernpilze sättigen ähnlich wie Weizen
Pilze sind ein wahres Superfood. Sie können nicht nur lecker zubereitet werden, sondern können auch positive Auswirkungen auf unsere Gesundheit haben. Damit beschäftigt sich etwa eine Studie der Uni Bonn. Der Fokus liegt hier auf den Austernpilz.
Dieser enthält besonders viele lösliche Ballaststoffe, die sogenannten Beta-Glucane. Diese sind in ähnlicher Struktur in Getreide zu finden. Dort können sie etwa die Blutzuckerantwort abschwächen, den Cholesterinspiegel senken oder das Sättigungsgefühl verbessern, sagt Professorin Sabine Ellinger, Leiterin des Forschungsbereichs Humanernährung an der Uni Bonn.
Gift und Bakterien Gefahr aus der Küche: Vorsicht mit Pilzen und Eingekochtem
Wer Pilze sucht, sollte sich auskennen. Sonst kann's schiefgehen. Und auch beim Haltbarmachen von Gemüse kann man sich ungewollt vergiften.
Um herauszufinden, ob Beta-Glucane in Pilze ähnlich wie in Getreide wirken, hat das Forschungsteam der Uni Bonn ein Experiment gemacht. Der Versuch wurde auf zwei Tage aufgeteilt: An einem Tag erhielten die Teilnehmer eine Mahlzeit aus Smoothie und Kartoffelsuppe. An einem anderen Tag erhielten sie dieselbe Mahlzeit und zusätzlich 20 Gramm Austernpilzpulver. Vor und bis zu vier Stunden nach dem Essen wurden ihnen mehrfach Blutproben entnommen.
Bei der ersten Studie haben wir festgestellt, dass die Teilnehmenden nach Anreicherung der Mahlzeit mit dem Austernpilzpulver ein geringeres Hungergefühl hatten. Damit ging einher ein Anstieg von GLP-1. Das ist ein Hormon, das von der Darmschleimhaut produziert wird und zum einen die Sättigung verbessert, zum anderen aber auch die Bildung von Insulin in der Bauchspeicheldrüse anregt.
Insulin senkt normalerweise den Blutzuckerspiegel. Um herauszufinden, ob sich das in der Folge auch auf die weitere Kalorienaufnahme auswirkt, wurde ein weiterer Versuch durchgeführt.
Diesmal erhielten die Studienteilnehmer nach vier Stunden eine weitere Mahlzeit. Sie bekamen Pizza in Häppchen serviert, und sollten so viel essen, bis sie satt sind. "Wir haben aber auch die Magenentleerungsgeschwindigkeit gemessen. Die Magenentleerung erfolgt tatsächlich langsamer, wenn die Mahlzeit mit Pilzpulver angereichert wird", erklärt Professorin Sabine Ellinger.
Heißt also: Man ist länger satt. Unklar ist allerdings noch, wie sich regelmäßiger Pilzgenuss auf den Stoffwechsel auswirkt.
Pilze in der Krebsbehandlung – in asiatischen Ländern bereits im Einsatz
Seit Jahrhunderten werden Pilze in der Traditionellen Chinesischen Medizin und ostasiatischen Volksmedizin eingesetzt, etwa Speisepilze wie Shiitake und Maitake. Es gibt auch Arten – wie Reishi und Cordyceps – die rein medizinisch genutzt werden.
Studien deuten darauf hin, dass Pilze sich positiv auf das Immunsystem und den Fettstoffwechsel auswirken könnten. Am besten erforscht ist bislang der Einsatz in der Krebstherapie. In vielen asiatischen Ländern werden Pilze ergänzend zu schulmedizinischen Behandlungen – etwa einer Chemotherapie – eingesetzt.
In Deutschland sind sie nur als Nahrungsergänzungsmittel zugelassen.
Studien zeigen vor allem, dass bestimmte Pilzextrakte die Lebensqualität von Krebspatientinnen und -patienten verbessern können und Nebenwirkungen der Therapie etwas abmildern. Für das Überleben oder die Rückfallrate gibt es positive Hinweise zu einzelnen Krebsarten, insgesamt ist die Datenlage aber sehr uneinheitlich.
Wichtig ist, die Pilzpräparate nur nach ärztlicher Absprache einzunehmen. Sie können Wechselwirkungen mit Medikamenten haben.
Achtung beim Sammeln! Pilze können giftig sein
Nicht alle Pilze sind essbar. Bei manchen Sorten besteht eine hohe Verwechselungsgefahr zu giftigen Pilzen.
Bei Pilzen, die ein bisschen anspruchsvoller zu bestimmen sind, lohnt es sich eigentlich immer, den herauszudrehen oder herauszuhebeln. Dem Pilz selbst schadet es nicht.
Gruselig aussehende, essbare Pilze Pilze wie aus dem Horrorfilm: Diese 5 Pilze kannst du sammeln!
Diese fünf Pilze sehen gruselig aus und könnten aus einem Horrorfilm kommen. Essen kann man sie trotzdem, sie sind sogar richtig lecker! Einer von ihnen ist sogar Pilz des Jahres!
So kann man den Pilz genauer anschauen und Verwechselungen mit giftigen Pilzen vermeiden. Wer unsicher ist, sollte den Pilz lieber stehen lassen.
Damit die Pilze besonders gut schmecken, empfiehlt es sich, sie am besten nicht zu waschen, sondern vorsichtig zu putzen. Im Kühlschrank halten sie je nach Sorte einige Tage. Sie lassen sich aber auch einlegen oder trocknen.