Wenn Stress auf den Magen schlägt, ist zumeist eigentlich der Darm in Mitleidenschaft gezogen, denn Darm und Hirn beeinflussen sich gegenseitig.
Zuständig dafür ist der Vagusnerv, der die Kommunikation zwischen Darm und Hirn „moderiert“. Unser Nervensystem ist für kurzzeitigen Stress und dann wieder Entspannung ausgelegt. Im Stress reagiert der Körper manchmal mit Durchfall oder Verstopfung, die geregelte Verdauung steht hintenan, denn wir reagieren wie Fluchttiere.
Das ist kein Problem, wenn der Stress wieder nachlässt – aber: chronischer Stress und chronische Darmprobleme schaukeln sich gegenseitig hoch. Viele unter Daueranspannung und der Körper kann nicht wieder „loslassen“, sondern verharrt in dem Fluchtzustand – obwohl wir nicht existenziell gefährdet sind, sondern „modernen“ Stress haben: Ärger bei der Arbeit, finanzielle Ängste oder Konflikte in der Familie.
Atemübungen und Essenspausen können helfen
Hier helfen Atemtechniken weiter, die den Vagusnerv beruhigen, denn dann kehrt auch im Darm Ruhe ein.
Gegen Stress - Für mehr Entspannung im Alltag Atemtraining: Bewusst atmen – besser leben
Vielen Menschen fällt es schwer richtig zu Atmen. Dieses Atemtraining zeigt, wie mit einfachen Übungen Stress reduziert und die Atemqualität dauerhaft verbessert wird.
Außerdem hilft es, Essenspausen einzuhalten, gerade bei Stress nicht wahllos zu essen, und unter Umständen den Darm zu beruhigen. Was vielen ganz klassisch hilft, sind Haferbrei, Kartoffeln und Kürbis, also eher gekochte Kost, die wenig reizt. Grundsätzlich reagiert der Körper aber sehr individuell auf Stress und hier hilft genaues Hinspüren und wirklich auch Rücksicht auf die Situation zu nehmen.
Im Studio: Ramona Paul, Diätassistentin