Die Getränke-Glasflasche oder das Gurkenglas sammeln wir zu Hause im Korb für den Altglascontainer. "Behälterglas" nennt das die Fachwelt. Der Begriff "Verpackungsglas" macht es deutlicher: Glasverpackungen für Lebensmittel und Getränke ist das, was in den Glascontainer gehört.
Was darf nicht in den Glascontainer?
Zum Beispiel
- ein zerbrochenes Trinkglas
- eine kaputte Fensterscheibe
- Porzellanteller
- eine Glaskanne aus der Kaffeemaschine
Das alles ist anderes Glas, hat eine andere Zusammensetzung und kann so das Recycling behindern. Porzellan hat beispielsweise einen viel höheren Schmelzpunkt als Flaschenglas. In der Schmelze, aus der neue Flaschen werden sollen, wären dann Reste der Tellerscherben noch nicht vollständig geschmolzen und würden in dem neuen Glas sogenannte Einschlüsse bilden. Auch Glühbirnen oder LED-Lampen sind nichts für den Glascontainer.
Warum das Glas nach Farben trennen?
Weiße, durchsichtige Flaschen und Gläser können nur aus Scherben gemacht werden, die auch weiß und durchsichtig sind. Schon ein Anteil von mehr als 0,3 Prozent bunte Scherben – und das Endprodukt hat einen Farbstich. Bei Braunglas können bis zu 8 Prozent andere Farben drin sein. Bei Grünglas sogar bis zu 15 Prozent.
Im Zweifel immer Grün! Das gilt zum Beispiel bei einer blauen Flasche oder dem rosa Parfum-Flacon. Wenn ihr eine Flasche im Grünglas-Container entsorgt, könnt ihr nichts falsch machen.
Übrigens: Auch wenn die unterschiedlichen Glascontainer von einem Lkw geleert werden, heißt das nicht, alle Mühe umsonst! Die Ladefläche des Lkw ist mit Trennwänden versehen, die Scherben bleiben auch auf dem Laster weiter nach Farben getrennt.
Deckel entfernen – ja oder nein?
Es gibt zwar bei der Scherbenaufbereitung schlaue Maschinen, die Deckel per Magnet teilweise noch aussortieren können. Aber es wäre einfacher, wenn ihr die Deckel und Verschlüsse vor dem Gang zum Container abdreht und in der gelben Tonne oder dem gelben Sack für Verpackungsmüll entsorgt. Was keinen Sinn ergibt: die Deckel abschrauben und auf den Glascontainer legen.
Werden alle Altglasscherben zu neuen Flaschen und Gläsern?
Glas ist ein richtig guter Recycling-Kreislauf. Die Scherben können immer wieder eingeschmolzen und zu neuen Flaschen und Gläsern gegossen werden. Ohne Qualitätsverlust. Das heißt nicht, dass alle Flaschen am Ende aus 100 Prozent alten Glasscherben bestehen. Aber das Altglas ist der Hauptbestandteil, wenn neue Flaschen hergestellt werden. Im Schnitt 60 Prozent davon stecken in weißen Glasverpackungen. In grünen Glasflaschen sogar bis zu 90 Prozent.
Wie öko ist Glas?
Glasscherben einschmelzen – das heißt, es herrschen dabei um die 1.500 Grad. Eine sehr energieintensive Angelegenheit. Mit alten Glasscherben muss die Schmelze nicht mehr ganz so heiß sein und es geht auch schneller. Flaschen aus Altglas herstellen, verbraucht also weniger Energie und das bedeutet weniger klimaschädigende Gase. Und es spart natürlich Rohstoffe, weil viel weniger Sand und Kalk nötig ist.
"Leise" Altglas-Container
Besonders leise Altglas-Container sind mit dem Blauen Engel ausgezeichnet. Die Container sind mit dämmendem Material ausgekleidet, das den Aufprall dämpft und den Schall schluckt. Und die Öffnung ist so gestaltet, dass sie sich schnell nach dem Einwerfen der Flasche wieder schließt.