Weihnachtszeit ist Plätzchenzeit - und für viele gehören Nussplätzchen einfach dazu. Doch spätestens beim Blick auf die Preise für Haselnüsse vergeht so manchem die Lust aufs Backen.
Ein Kilo Haselnusskerne kostet im Supermarkt aktuell durchschnittlich 25 Euro, die günstigsten liegen bei etwa 17,45 Euro pro Kilo. Warum sind Haselnüsse so teuer geworden? Und wie können wir trotzdem leckere Plätzchen backen, ohne das Budget zu sprengen?
Schlechte Ernten machen Haselnüsse teuer
Die diesjährige Ernte war wetterbedingt in vielen Regionen der Welt schlecht. Rund 60 Prozent der Haselnüsse weltweit stammen aus der Türkei. Dort hat ein Kälteeinbruch im späten Frühjahr die Ernte massiv beeinträchtigt.
Die Haselnussexporte aus der Türkei haben sich daher gegenüber dem Vorjahr mehr als halbiert. Die Weltmarktpreise haben sich gleichzeitig mehr als verdoppelt.
In Italien, dem zweitgrößten Produzenten, gab es ebenfalls erhebliche Einbußen. Auch dort konnten die Bauern in diesem Jahr nur rund halb so viele Haselnüsse ernten wie gewohnt.
Zudem machen Schädlinge wie die Haselnusswanze den Anbauern zu schaffen. Das alles macht die Haselnüsse in diesem Jahr so teuer.
Sinkende Haselnusspreise nicht in Sicht
Mit einer Entspannung bei den Preisen ist vorerst nicht zu rechnen. Wetterextreme durch den Klimawandel und Schädlingsbefall könnten die Produktion auch in den kommenden Jahren belasten.
Erste Hersteller weichen daher bereits auf Importe aus den USA aus, wo die Ernte in diesem Jahr besser war. Auch China könnte künftig eine Rolle spielen.
Langfristig könnten sogar heimische Haselnüsse eine Alternative werden, da der Anbau in Deutschland durch den Klimawandel attraktiver wird. Entsprechende Projekte gibt es zum Beispiel in Rheinland-Pfalz und Bayern.
Nussplätzchen gelingen auch mit Alternativen
- Walnüsse und Mandeln sind günstige Alternativen für Haselnüsse. Beide sind etwa fünf Euro günstiger pro Kilo als Haselnüsse. Wem Walnüsse zu herb sind, kann sie mit Mandeln mischen, die milder im Geschmack sind.
- Eine weitere Möglichkeit ist, einfach weniger Haselnüsse zu nehmen als im Rezept angegeben. Die Menge lässt sich auf etwa zwei Drittel reduzieren.
- Die Plätzchen schmecken trotzdem wunderbar nussig, wenn die gemahlenen oder gehackten Haselnüsse angeröstet werden in einer beschichteten Pfanne ohne Fett. Das intensiviert das Aroma.
Haselnusspreise vergleichen - ein Tipp
Auch beim Einkaufen lässt sich sparen. Ein Tipp: Vergleichen Sie die Preise in verschiedenen Abteilungen des Supermarkts oder beim Discounter. Die Nüsse in der Snackabteilung sind manchmal günstiger als die im Backwaren-Regal.
Achten Sie dabei auf die Kilopreise, die auf den Preisschildern angegeben sind, da die Verpackungsgrößen oft variieren.