Modelle EQA und EQB betroffen

Gefährliche Akkus bei Mercedes: Wenn ein Software-Update nicht immer genügt

Mercedes hat in EQA- und EQB-E-Autos Akkus verbaut, die brennen können. Ein Software-Update reicht nicht immer aus. Die Akkus sollen jetzt trotz hoher Kosten für Mercedes getauscht werden.

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Von Autor/in Thorsten Link

Noch ist allerdings kein einziger Akku getauscht worden. Ein Zeitplan dafür ist nicht bekannt. Wie gefährlich ist es, die Autos zu fahren? Die Besitzer sind verunsichert.

Fälle von brennenden E-Autos von Mercedes

Es sind Videos, die weltweit für Schrecken sorgen, aus China und den USA. Sie zeigen brennende E-Autos von Mercedes. Vermutliche Ursache in diesen Fällen, ein Kurzschluss in der Hochvolt-Batterie. Eine Gefahr, die Mercedes trotz eines offiziellen Rückrufs bis heute nicht restlos beseitigt hat.  

Die ARD Verbraucher-Redaktion berichtet vor einigen Wochen über den Fall, trifft Fahrzeugbesitzer wie Alexander Steinbrink aus Ravensburg, der sein Vertrauen in seinen Elektro-Mercedes verloren hat. Steinbrink sagt: “Das ganz Inakzeptable an dieser Situation ist, dass wir nach wie vor in einem Auto fahren und wir wissen, unter uns ist ein fehlerhaftes Bauteil, von dem eine Brandgefahr ausgeht, und diese Brandgefahr ist nicht beseitigt.”  

Rückruf 2025 für E-Autos EQA und EQB: Software Update

Seit Februar 2025 läuft ein offizieller Rückruf. Halter müssen in die Werkstatt. Betroffen sind die Modelle EQA und EQB der Baujahre 2021 bis Anfang 2024 mit einem 70,5 Kilowattstunden Akku. Es geht um ca. 53.000 Autos weltweit. Die Autos sollen ein Software-Update bekommen.  

Im damaligen Rückrufschreiben von Mercedes lässt ein Satz aufhorchen. Es heißt, die Ladezeit an der Schnellladesäule könne sich verlängern. Und der mögliche Energiegehalt der Batterie und hierdurch die mögliche Reichweite würden durch das Update verringert.  

Fahrzeugbesitzer Wulf Bramesfeld aus der Nähe von Mainz ist darüber verärgert. Durch das Update sei das Auto nicht mehr das, was er gekauft habe, sagt er. “Die Ladezeiten haben sich gut um eine Viertelstunde bis 20 Minuten verlängert, sodass man jetzt nicht mehr eine halbe Stunde, sondern teilweise bis zu einer Stunde an der Ladesäule steht. Also ich habe den Eindruck, die wollen tatsächlich die Kunden verarschen oder veräppeln.” 

Mercedes EQA: Eines der betroffenen E-Auto Modelle mit Brandgefahr bei den Akkus
Brandgefahr bei Akkus: Mercedes EQA ist eines der betroffenen Modelle.

Rückruf 2026 mit Mercedes Kehrtwende: Akkutausch - sobald vorrätig

Doch jetzt die Kehrtwende. Seit Anfang Februar 2026 gibt es einen neuen Rückruf, gelistet in der Rückruf-Datenbank des Kraftfahrtbundesamtes. Jetzt sollen die Akkus ausgetauscht werden. Sobald Austauschbatterien zur Verfügung stehen, heißt es.  

Das kommt überraschend. Einen Austausch der kompletten Batterie hatte Mercedes noch im Dezember 2025 ausgeschlossen.  

In einem Rechtsstreit ließen die Mercedes-Anwälte wissen, man wäre keinesfalls in der Lage, auch nur einen Bruchteil der hierfür benötigten Hochvolt-Batterien zur Verfügung zu stellen. Und dort heißt es, der Batterietausch koste Mercedes insgesamt rund 1,3 Milliarden Euro.  

Mythos Elektroauto Geraten E-Autos häufiger in Brand als Verbrenner?

Ein Mythos hält sich hartnäckig: E-Autos sollen öfter brennen als Benziner oder Dieselfahrzeuge. Das stimmt nicht - aber es gibt ein anderes Problem, wenn E-Autos Feuer fangen.

Warum macht Mercedes den Tausch jetzt trotzdem?

Die ARD Verbraucher-Redaktion fragt beim Hersteller nach. Mercedes erklärt, umfassende Untersuchungen haben gezeigt, dass das durchgeführte Software-Update das Brandrisiko in seltenen Einzelfällen nicht vollständig beseitigt.  

Zudem liegen Hinweise von der US-Marktüberwachungsbehörde NHTSA aus dem November 2025 vor. Sie berichtet von zwei Fahrzeugbränden in Europa. Und diese Autos hätten das Software-Update bereits erhalten.  

Darunter ein Fall aus Österreich aus dem November, als ein Mercedes EQA auf dem Gelände eines Discounters in Flammen aufgeht. Es gab also bereits vor Monaten Hinweise darauf, dass das Update nicht immer zuverlässig Brände verhindert. 

Marktanteil wird immer größer Sind gebrauchte Elektroautos eine gute Wahl? Worauf Käufer achten sollten

Gebrauchte Elektroautos sind oft günstiger als gedacht und die Auswahl wird größer. Beim Kauf gibt es jedoch einige Dinge zu beachten - vor allem mit Blick auf den Akku.

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Musste es erst brennen, bevor Akkus getauscht werden?

Die ARD Verbraucher-Redaktion erfährt, dass das umstrittene Software-Update weiterhin durchgeführt werden soll. Das Kraftfahrtbundesamt teilt mit, die Maßnahme werde zur Minimierung des Brandrisikos fortgesetzt, bis Austauschakkus zur Verfügung stehen.  

Doch wann wird das sein? Fahrzeugbesitzer berichten, dass ein Termin nicht feststehe. Ihr Eindruck: Die Niederlassungen seien offenbar nur lückenhaft informiert. Auch Florian von Dijk berichtet von den Erfahrungen: "Er hat keine weiteren Informationen, weil zu unserer Fin oder zu beiden Fins steht nichts drin im System bei denen. Da steht noch nichtmal Rückruf drin."

ARD Marktcheck: Fernsehbeitrag vom 27. Januar 2026

Anwalt: Mercedes-Besitzer sollten Klage aufrechterhalten

Was bedeutet die Kehrtwende für Mercedes-Besitzer, die bereits auf Rückabwicklung des Vertrags oder Minderung geklagt haben?  

Rechtsanwalt Christian Grotz aus Lahr vertritt mehrere Mercedes-Kunden. Er empfiehlt ihnen, ihre Klage aufrechtzuerhalten.  

Grotz erklärt: “Wenn ein Kunde den Rücktritt erklärt hat, dann hat er zum Beispiel den Verkäufer zur Nachbesserung aufgefordert. Und wenn die Frist angemessen war und abgelaufen ist, und das ist in der Regel eben hier schon der Fall, dann kommt es darauf, dann kann er vom Kaufvertrag zurücktreten. Und auf diesen Zeitpunkt wird dann abgestellt und nicht auf eine mögliche Nachbesserung in einem Jahr. Das spielt dann hinterher keine Rolle mehr.” 

Mercedes nennt konkrete Ursachen für Probleme nicht

Hinzu kommt, Mercedes hat bis heute keine konkreten Ursachen des Problems benannt. Und Kunden erfahren auch nicht, welche Batterien in ihre Fahrzeuge beim Rückruf eingebaut werden sollen.  

Auch Rechtsanwalt Grotz hätte gerne Antworten von Mercedes auf seine Fragen: “Wo lag die Brandgefahr? Warum gibt es die bei einem Austausch nicht mehr? Was ist, wenn wirklich ein Schaden geschieht? Wenn man ein Schreiben in die Welt setzt beziehungsweise eine Information in die Welt setzt, dann verunsichert das natürlich Kunden und die erwarten Antworten.” 

So geht es auch Wolf Bramesfeld aus der Nähe von Mainz. Er sagt, das Hin und Her um den gefährlichen Akku habe sein Vertrauen in die Marke erschüttert. Daran ändere auch der angekündigte Tausch nicht viel. “Also ich fahre jetzt meinen zweiten Mercedes. Mein Vater ist 30 Jahre lang Mercedes gefahren. Und ich werde keinen mehr fahren. Das Vertrauen hat man verspielt.” 

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