Vielseitige Heilpflanze

Gundermann – ein Wildkraut mit Geschichte und Geschmack

Der Gundermann ist ein heimisches Wildkraut, das in Wiesen, an Wegrändern und sogar in unseren Gärten zu finden ist. Entdecken Sie mit uns, warum er so besonders ist und wie Sie ihn ganz einfach in Ihren Alltag integrieren können.

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Von Autor/in Monika Amann

Gundermann ist eine hervorragende Bienenweide und lässt sich auch im Balkonkasten oder in Blumenampeln einfach kultivieren. Dieses kleine, unscheinbare Kraut hat eine jahrhundertealte Tradition und ist nicht nur ein Genuss in der Küche, sondern auch ein echtes Multitalent für die Gesundheit.

Gundermann: Ein Schatz aus der Natur

Der Gundermann gehört zur Familie der Lippenblütler und ist leicht an seinen nieren- bis herzförmigen Blättern mit gekerbtem Rand, kleinen violetten Blüten und dem charakteristischen vierkantigen Stängel zu erkennen. Früher wurde er liebevoll "Gundelrebe" oder "Guck-durch-den-Zaun" genannt und war aus der Volksmedizin nicht wegzudenken. Wussten Sie, dass "Gund" ein alter Begriff für Eiter ist? Tatsächlich wurde der Gundermann im Mittelalter als Heilpflanze zur Behandlung von Wunden eingesetzt. Die ätherischen Öle desinfizierten, während die Gerbstoffe die Wundheilung unterstützten. Doch nicht nur das: Gundermann diente einst auch als "Bierwürze", bevor der Hopfen diese Rolle übernahm. Sein leicht bitterer, würziger Geschmack macht ihn zu einer vielseitigen Zutat – sowohl für herzhafte als auch für süße Gerichte.

Gesundheitliche Vorteile von Gundermann

Der Gundermann ist nicht nur ein kulinarisches Highlight, sondern auch eine wertvolle Heilpflanze. Er enthält eine Vielzahl an gesunden Inhaltsstoffen: z.B. ätherische Öle, Terpenoide, Gerbstoffe, Bitterstoffe, Flavonoid Glykoside, Saponine. Diese Inhaltsstoffe wirken stopfend, appetitanregend, auswurffördernd, wundheilend, keimhemmend, entzündungshemmend und entgiftend. Gundermann hilft daher u.a. sogar bei äußerlichen Verletzungen z.B. als Öl oder Salbe. Auch eignet er sich, nicht nur um Frühling, hervorragend für reinigende und ausleitende Kuren.

Sammeln und Lagern – So bleibt Gundermann frisch

Der Gundermann wächst von Frühling bis Herbst und ist leicht zu finden. Achten Sie darauf, ihn an sauberen Standorten fern von Straßen zu sammeln. Frisch gepflückte Blätter können Sie im Kühlschrank in einem feuchten Tuch aufbewahren – so bleibt das Kraut ein paar Tage frisch. Gundermann sollte jedoch sparsam verwendet werden, da sein Aroma sehr intensiv ist.

Aroma und Verwendung in der Küche

Gundermann (Glechoma hederacea)
Adobe Stock

So vielfältig wie Petersilie eingesetzt wird, kann auch der Gundermann verwendet werden. Sein Aroma passt auch zu süßen Speisen. Die Blättchen, Blüten und Triebe dienen frisch als appetitanregendes Würzkraut. Sie werden sparsam und in Kombination mit anderen Kräutern in Spinat, Rohkostsalaten, Gemüsesuppen, Tee- und Erfrischungsgetränken, in Kräuterbutter, Kräuterquark und zu Kräuterkartoffeln verwendet. Auch für die süße Kräuterküche ist Gundermann interessant. Es lassen sich vorzüglich Eis, Sahne und Kuchen damit würzen. Besonders schön sehen die kleinen Blättchen und Blüten in Eiswürfeln gefroren in Erfrischungsgetränken aus.

Rezepte mit Gundermann: Einfach und lecker

1. Gundermann-Kräuterbutter

Zutaten:

  • 100 g Butter (weich)
  • Eine Handvoll Gundermann-Blätter und -Blüten
  • Eine Prise Salz

Zubereitung:

1. Die Butter mit den fein gehackten Blättern und Blüten vermischen.

2. Mit Salz abschmecken. 3. Die Butter in eine Form geben und im Kühlschrank fest werden lassen.

2. Gundermann-Tee

Ein wohltuender Tee, der die Verdauung unterstützt und erfrischend schmeckt.

Zutaten:

  • 1-2 Teelöffel frische oder getrocknete Gundermann-Blätter
  • 250 ml heißes Wasser ca. 60 Grad

Zubereitung:

1. Die Blätter mit heißem Wasser übergießen und 5-10 Minuten ziehen lassen.

2. Abseihen und nach Geschmack mit Honig süßen.

3. Erdbeeren mit Gundermann-Erdbeer-Soße

1. Erdbeeren waschen und evtl. etwas zerkleinern.

2. Einige Beeren mit Gundermannblättchen und etwas Zucker im Mixer pürieren

3. Beeren mit ganzen Gundermannblättchen und Erdbeer-Gundermann-Soße dekorieren und servieren.

4. Schokolierte Gundermann-Blättchen

Ein süßer Genuss, der an Minzschokolade erinnert und jede Süßspeise verfeinert.

Zutaten:

  • Frische Gundermann-Blätter
  • Schokoladenglasur (z. B. Kuchenglasur, am besten zartbitter)

Zubereitung:

1. Die Glasur im Wasserbad schmelzen.

2. Die Blätter in zwei Arbeitsgängen (getrennt nach Vorder- und Rückseite ) mit einem Pinsel bestreichen. Zwischendurch auf einem Gitterrost auskühlen und trocken lassen.

Fazit: Ein Kraut mit großem Potenzial. Der Gundermann ist eine wahre Bereicherung für Küche und Gesundheit. Ob als Kräuterbutter, Tee oder süßen Leckerei – dieses heimische Wildkraut bietet unzählige Möglichkeiten. Probieren Sie es aus und holen Sie sich ein Stück Natur auf den Teller, in den Garten und auf den Balkon.

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Monika Amann