Kaum ein Gesetz hat so große Proteste hervorgerufen wie das neue Landesjagdgesetz, das Anfang Juli 2025 verabschiedet wurde. Während die Landesregierung die Novelle zum Schutz des Waldes für unverzichtbar hält, sehen sich viele Jäger, wie sie auf Demos sagen, zu "Auftragskillern" degradiert.
Klimaresistente Setzlinge schmecken dem Wild besonders gut
Einig sind sich alle nur in einem Punkt: Unser Wald muss gegen den Klimawandel widerstandsfähig gemacht werden. Das heißt, die Monokulturen von schnell wachsenden Nadelbäumen wie Fichten müssen durch Mischwald ersetzt werden. Das Problem: Die Setzlinge von Eichen und anderen Baumarten, die mit Wärme und Trockenheit besser klarkommen, schmecken auch dem Wild besonders gut.
Mehr Handlungsmöglichkeiten für Waldbesitzer
Für die Jagd sind im Land fast ausschließlich Hobby-Jäger zuständig. Ihre Reviere pachten sie häufig von den Waldbesitzern. Das sind in vielen Fällen die Kommunen. Mit dem neuen Gesetz möchte die Landesregierung den Waldbesitzern mehr Handlungsmöglichkeiten geben, wenn ein Jagdpächter seine Abschussquoten nicht erfüllt und dadurch das Aufforsten des Waldes gefährdet wird.
Der Landesjagdverband hält das neue Gesetz für unnötig, da dies auch im alten bereits geregelt gewesen sei. Außerdem wehrt er sich dagegen, dass die Jäger allein dafür verantwortlich gemacht und die Waldbesitzer entlastet werden.
Weiterer Kritikpunkt: Viele Details sollen erst später per Verordnung geregelt werden – ohne parlamentarische Zustimmung. Das zuständige Umwelt- und Klimaschutz-Ministerium verspricht die Einbindung aller Interessengruppen bei der Ausgestaltung der Verordnung.
Abschusspläne, Klimaschutz und Artenschutz Nach Jäger-Protesten: Neues Jagdgesetz für RLP mit Änderungen verabschiedet
Der Landtag von Rheinland-Pfalz hat das viel diskutierte Jagdgesetz beschlossen. Was sieht es vor und warum ist es gerade bei Jägern so umstritten?
Inkrafttreten soll das Gesetz auch deshalb erst im Frühjahr 2027. Allerdings findet vorher noch die Landtagswahl statt und die jetzigen Oppositionsparteien haben bereits angekündigt, das neue Gesetz dann wieder zu kippen.