"Me Time" heißt der Trend, bei dem der Focus auf Erholung und Selbstfürsorge liegt. Mehr Zeit für sich selbst – das kann eine kleine Auszeit mit Freunden sein oder auch allein in der Natur.
Alexander Metzler aus Ober-Olm bei Mainz beschäftigt sich mit diesem Thema unter anderem in einem Podcast "Heldenstunde". Er hat uns auch seine persönliche Geschichte erzählt.
Podcast "Heldenstunde" von Alexander Metzler über Me Time und Tipps zur Entspannung
SWR1: Was ist an einem "Me Time"-Lebenden ein Held oder was ist daran eine "Heldenstunde"?
Alexander Metzler: Es ging darum, dass wir so ein bisschen unser eigener Held werden, indem wir auf uns achten: auf unsere körperliche und mentale Gesundheit. Und das kommt ja im Berufs- und Privatalltag oft zu kurz. Und das wollten wir mit dem "Helden" verhindern.
SWR1: Man kann sich fast schon denken, dass Sie eine persönliche Geschichte mit dem Thema "Me Time" verbindet, die Sie bewogen hat, den Podcast "Heldentum" zu machen. Was haben Sie erlebt?
Metzler: Ich bin bisschen "Berufsjongleur", ich mache mehrere Sachen. Das geht eigentlich auch ganz gut. Aber dann kam noch Schichtbetrieb dazu. Ich habe bis spätabends in meiner Selbständigkeit gearbeitet, morgens lange ausgeschlafen. Dadurch kam mein Tag-Nacht-Rhythmus durcheinander.
Ich habe ein bisschen die Ernährung und das Sozialleben vernachlässigt. Und irgendwann habe ich gemerkt, dass meine Energie immer weniger wurde. Das war dann eine lange Odyssee, bis ich beim richtigen Arzt war. Dann wurde mir tatsächlich eine schwere Depression diagnostiziert und die Frage war, wie gehen wir jetzt damit um?
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Tipps gegen Stress und für mehr Me Time
SWR1: Dann kam also unter anderem "Me Time" dabei heraus. Was kann jemand von Ihnen lernen, der nicht unbedingt unter einer Depression, aber vielleicht unter Zeitmangel und viel Stress leidet?
Metzler: Bei einer richtigen Depression müsste man noch ganz andere Geschütze auffahren. Aber um dem ein bisschen vorzubeugen oder dem normalen Stress zu begegnen, vor dem wir ja alle im Alltag stehen, kann man zum Beispiel ganz simple, kleine, – ich nenne es immer – "Mikrourlaube" in den Arbeitsalltag einbetten.
Man kann sich auch einfach vor die Tür stellen und mal einen bewussten Atemzug machen.
SWR1: Mikrourlaub hört sich gut an. Wie kann das aussehen?
Metzler: Da kann man zum Beispiel einfach mal fünf Minuten vor die Tür gehen, das Büro verlassen, sich kurz bewegen. Vielleicht ist unten sogar irgendetwas Grünes. Man kann auch einen superkleinen Spaziergang machen.
Man kann sich aber auch einfach vor die Tür stellen und mal einen bewussten Atemzug machen. Das bedeutet, dass wir uns auf dieses Ein- und Ausatmen konzentrieren und dem unsere ganze Aufmerksamkeit schenken.
Das bewirkt auf der einen Seite, dass ein bisschen Energie von unseren Gedanken abgezogen wird, die sich immer gerne in die Zukunft oder in die Vergangenheit richten, so werden Sorgen produziert.
Zum anderen greifen wir bei solchen Mikrourlauben auch auf unser vegetatives Nervensystem zu und beruhigen uns ein bisschen.