Feigheit – das Gegenteil einer Tugend
Der griechische Philosoph Platon bezeichnete Feigheit als das Gegenteil von Mut, also als Gegenteil einer Tugend. In der Antike war Feigheit vor allem ein Begriff für Menschen, die sich dem Militärdienst verweigerten. In der heutigen Jugendkultur sieht das anders aus: Hier würde man sich manchmal mehr Feigheit wünschen – zum Beispiel bei gefährlichen Mutproben wie dem Selfie-Surfen, bei dem es immer wieder zu tödlichen Unfällen kommt.
Adelheid Kastner auf Spurensuche
Die forensische Psychiaterin Adelheid Kastner geht in einem Essay der Frage nach, was Feigheit heute bedeutet. Dabei präsentiert sie erstaunliche Erkenntnisse und beleuchtet, welche Rolle Feigheit in unserer Gesellschaft und Politik spielt.
Anstand ist etwas, das man nicht verordnen kann. Das ist etwas, das man im Laufe seiner Entwicklung mitkriegt, wo die Grenzen des Anstands sind. Die sind ja nicht gleichgesetzt mit den Grenzen des Strafrechts.
Expertin mit großer Expertise
Kastner ist Fachärztin für Psychiatrie und Neurologie am Kepler Universitätsklinikum in Linz, spezialisiert auf forensische Psychiatrie. In ihrer Karriere hat sie Hunderte von Gewaltverbrechern begutachtet – darunter auch den Inzest-Täter Josef Fritzl.