Winterliche Ruhe: Was im Winter wirklich im Garten passiert
Viele Pflanzen befinden sich jetzt in der Winterruhe. Sie haben oberirdisch alles eingezogen, was irgendwie nach Nährstoffen, Stärke und Zucker aussah, und diese in den Wurzeln eingelagert. Auch die Mikroorganismen und die Regenwürmer sind unter der Erde noch relativ aktiv. So nutzen die Pflanzen den feuchten Winter für ihr Wurzelwachstum, um gestärkt in den Frühling starten zu können.
Winterliche Ruhe: Kontrollgänge und Nichtstun
Im Winter reichen als Gartenpflege regelmäßige Kontrollgänge aus. So könnt ihr überprüfen, ob die Vogelfutterstelle noch Futter hat. Noch wichtiger bei eisigen Temperaturen ist das Wasser. Wenn alles gefroren ist, freuen sich die Vögel, wenn ihr frisches Wasser im Garten aufstellt.
Ansonsten könnt ihr regelmäßig eure immergrünen Pflanzen und Topfpflanzen kontrollieren. Gerade bei lange anhaltenden, niedrigen Temperaturen kann der Frost im Topf bis zum Wurzelballen vordringen. Dadurch kann die Pflanze Wurzelschäden erleiden.
Bei immergrünen Pflanzen besteht bei anhaltendem Bodenfrost die Gefahr von "Frosttrocknis". Das ist ein Zustand des Wassermangels, denn immergrüne Pflanzen verlieren weiterhin Wasser über ihre Blätter. Bei gefrorenem Boden und damit gefrorenem Wasser können sie jedoch kein neues Wasser aufnehmen. Sonne und Wind verstärken diesen Effekt der Austrocknung zusätzlich.
Warum Aufräumen im Garten jetzt tabu ist
Ihr müsst den Garten im Winter nicht aufräumen. Stauden könnt ihr auf alle Fälle stehen lassen und erst im zeitigen Frühjahr zurückschneiden. In den Stängeln, im Bodenmulm und in Laubhaufen überwintern viele Insekten und auch Kleintiere.
Allerdings könnt ihr die Zeit gerne nutzen, um euren Carport oder die Garage aufzuräumen, Samentüten zu sortieren und auch eure Werkzeuge zu reinigen.
Wie der Garten auch im Winter spannend bleibt
Ein winterlicher Garten wird genutzt, wenn er eine Einladung für euch bereithält. Diese Einladung kann aus schönen Pflanzen bestehen, die jetzt duften oder blühen, aber auch aus Micro-Abenteuern, die euch hinaus in den Garten locken.
Jetzt blühen beispielsweise die Christrosen. Aber auch Stauden mit Raureif und Schnee sind ein wunderschöner Anblick. Schöne Stauden mit Wintersilhouette sind:
- Schafgarbe
- Hohe Fetthenne
- Brandkraut
- Sonnenhut
- Duftnessel
- Schleierkraut
- Skabiosen
Ebenso duften derzeit die Zaubernuss ‚Pallida‘ und die Duft-Heckenkirsche und locken euch nach draußen.
Auch Micro-Abenteuer locken euch in den Garten. Hier könnt Ihr endlich eure Feuerschale nutzen und Flammlachs zubereiten. Mit einem warmen Glühwein oder Fruchtpunsch wird es zusätzlich gemütlich am Feuer.
Der Winter als Planungszeit
Da es im Garten ruhiger ist, ist jetzt der ideale Zeitpunkt, um in Ruhe erste Gartenideen und Inspirationen zu suchen. Es macht Spaß, bunte Gartenbilder durchzugehen und sie für eine Gartenidee in einem Moodboard zusammenzustellen.
Der Winter ist auch ideal, um im Garten einiges ziehen zu lassen. Eine Art Gartenreflexion oder Wartung hilft dabei, loszulassen und auch im Garten auszumisten. Was lief nicht so gut? Was muss im Garten geändert werden? Was möchte ich ersetzen?
Im Winter fällt uns das leichter, weil uns Blüten emotional nicht um den Finger wickeln können.
Fazit: Winterliche Ruhe selbst entwickeln
Die Winterruhe zu akzeptieren, ist ein wichtiger Schritt hin zu nachhaltigem Gärtnern. Denn der Garten schafft im Winter alles alleine. Nutzt diese Zeit gerne, um auch selbst zur Ruhe zu kommen und erste Ideen zu sammeln. Die neue Gartensaison kommt bald. Versprochen.