Schwarzer Rettich: Hausmittel bei Erkältung und Verdauungsbeschwerden

Schwarzer Rettich ist zwar weniger bekannt als weißer, verfügt aber über mehr gesunde Inhaltsstoffe. Ein enthaltenes Senföl könnte sogar gegen Krebs wirken.

Teilen

Stand

Von Autor/in Lara Zell

Schwarzer Rettich ist ein echtes Wintergemüse: Vor dem ersten Frost geerntet, kann das Gemüse dank der dicken schwarzen Haut gut gelagert und bis ins Frühjahr hinein verkauft und verzehrt werden.

Schwarzer Rettich (Auch Winterrettich) gibt es mit länglicher oder auch runder Form. Das Fruchtfleisch ist weiß.

Obwohl die schwarze Variante weniger bekannt ist, hat sie Vorteile gegenüber den weißen Sorten: Während weißer Rettich wässriger ist, schmeckt schwarzer Rettich schärfer und verfügt über mehr gesunde Inhaltsstoffe.

Es wird vermutet, dass Rettich bereits im alten Ägypten beim Bau der Pyramiden verzehrt wurde und sich von dort aus im östlichen Mittelmeerraum verbreitete. Die Römer brachten den Rettich nach Mitteleuropa. Seit dem 13. Jahrhundert wird er auch in Deutschland angebaut.

Schwarzer Rettich: Inhaltsstoffe:

Schwarzer Rettich enthält große Mengen Vitamin C und stärkt dadurch das Immunsystem. Zudem enthält das Gemüse viele B-Vitamine. Zu seinen Mineralstoffen zählen Kalium, Calcium und Eisen. Der scharfe Geschmack entsteht durch die enthaltenen Senföle.

Senföl Sulforaphan: Wirkung gegen Krebs

Die auch in schwarzem Rettich enthaltenen Senföle wurden bereits in mehreren Studien zu ihrem gesundheitlichen Nutzen untersucht. Es gibt sogar eine kleinere, placebo-kontrollierte Studie mit Patienten mit einem wiederaufgetretenem Prostatakarzinom.

Die Hälfte der Gruppe erhielt Sulforaphan, ein Senföl, das unter anderem in schwarzem Rettich vorkommt (oder zum Beispiel auch in Brokkoli). „In der Gruppe, die den Scharfstoff Sulforaphan bekommen hat, ist dieser Tumormarker signifikant langsamer angestiegen“, so Roman Huber, Professor für Naturheilkunde am Uniklinikum Freiburg.

Hustensaft aus schwarzem Rettich selbst machen

Dank seiner antibakteriellen und antiviralen Wirkung hat sich schwarzer Rettich als Hausmittel gegen Erkältungen bewährt.

Für einen selbst gemachten Hustensaft wird ein schwarzer Rettich ausgehöhlt und mit Honig oder Zucker gefüllt.

Das beim Aushöhlen übrigbleibende Fruchtfleisch kann roh in einen Salat gegeben oder verleiht Suppen Geschmack.

Schwarzer Rettich: Hausmittel gegen Erkältung

Auch Hausarzt Dr. Peter Schlüter aus Hemsbach rät seinen Patienten zu dem vergleichsweise unbekannten Hausmittel: „Er hilft sehr gut bei Erkältung, vor allem aufgrund seiner schleimlösenden und abschwellenden Wirkung.“

Am besten wirkt der schwarze Rettich frisch und roh.  Auch der Rettichsaft kann genutzt werden. Neben Erkältung wird der schwarze Rettich traditionell auch noch bei anderen Erkrankungen eingesetzt, zum Beispiel bei Verdauungsbeschwerden.

Schwarzer Rettich: Hausmittel für die Verdauung

Das Wintergemüse regt die Produktion von Magensäften an, erklärt Dr. Schlüter: „Durch die Magensäfte wird die Verdauung gefördert. Das hat auch Auswirkungen auf die Bewegung des Darmes, wodurch der Transport des Darminhalts gefördert und zum Beispiel auch Verstopfungen entgegenwirkt wird.“

Zur Wirkung von schwarzem Rettich bei  Verdauungsbeschwerden gibt es zwar – ebenso wenig wie zu seiner Wirkung auf Erkältungserkrankungen – keine verlässlichen Studien, jedoch Erfahrungswerte.

Für die verdauungsfördernde Wirkung hat Prof. Huber eine mögliche medizinische Erklärung: Die Schärfe sende, ähnlich wie Bitterstoffe, eine Art Alarmsignal an den Körper – es könnte sich ja um etwas giftiges handeln. „Dann wird eben die ganze Maschinerie unserer Verdauung einfach stärker angeregt.“

Schwarzer Rettich: Gibt es Risiken?

Das Naturheilmittel ist in normalen Mengen erstmal unbedenklich. Im Übermaß verzehrt kann er jedoch Reizungen im Magen-Darm-Trakt hervorrufen – vor allem bei Menschen, die dort empfindlich sind.

Heilwirkung, Inhaltsstoffe, Zubereitung Superfood Kohl: Warum Grünkohl, Brokkoli & Co. so gesund sind!

Ob Pak Choi, Kohlrabi oder Blumenkohl: Kohlgemüse kann bei Entzündungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und beim Abnehmen helfen: Zubereitungstipps & Rezepte

Doc Fischer SWR

Mild statt bitter Warum unser Gemüse kaum noch bitter ist

Früher war Chicorée bitter, heute schmeckt er viel milder. Auch Grünkohl, Radicchio oder Rosenkohl haben Schärfe verloren. Züchtung macht Gemüse ertragreicher - und langweiliger.

Mehr als nur Unkraut Wildkraut mit gesunden Bitterstoffen: Löwenzahn

Für viele ist Löwenzahn nicht mehr als ein ungern gesehenes Unkraut. Dabei ist das Wildkraut als ganze Pflanze essbar und steckt voller gesunder Bitterstoffe.

Der Vormittag SWR1 Rheinland-Pfalz

Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
Lara Zell