Problematische Schönheitstrends auf Social Media

Kundschaft für Schönheits-OPs wird immer jünger

Das Geschäft mit Schönheits-OPs boomt und die Kundschaft wird immer jünger. Grund dafür sind vor allem die Schönheitstrends, die im Internet und auf Social Media zu finden sind.

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Stand

Darüber haben wir mit Dr. Nuri Alamuti gesprochen. Er ist plastischer Chirurg und erklärt im SWR1 Interview, wie er zu Eingriffen an noch sehr jungen Patientinnen und Patienten steht.

Beeinflussung und fragwürdige Ärzte auf Social Media

SWR1: Welche Rolle spielen nach Ihren Erfahrungen die sozialen Medien? 

Dr. Nuri Alamuti: Die sozialen Medien spielen eine ganz große Rolle. Junge Leute sind durch die sozialen Medien stark beeinflusst. Sie suchen sich ihre Behandler für die Maßnahmen auch in den sozialen Medien. Und das hat auch viele Ärzte dazu verleitet, sich in den sozialen Medien darzustellen, auch in einer Form, die wir als seriöse plastische Chirurgen doch zum Teil fragwürdig finden.

Soziale Medien spielen eine große Rolle. Junge Leute sind durch die sozialen Medien stark beeinflusst.

SWR1: Kommt es vor, dass zum Beispiel ein 16-jähriges Mädchen zu Ihnen kommt und mit Erlaubnis der Eltern gerne etwas verändert hätte?

Alamuti: Auf jeden Fall gibt es das. Da gibt es natürlich die Mädchen, die in den sozialen Medien gesehen haben, dass man sich die Lippen aufspritzen lassen kann, die Brüste vergrößern kann und Ähnliches. Damit muss man auch sehr, sehr kritisch umgehen. Und in aller Regel muss man solche Fälle auch ablehnen.

Aber es gibt natürlich auch Mädchen mit 16 Jahren, die zu uns kommen, die eine furchtbar entstellende Nase haben. Da kann man oder sollte man auch vielleicht helfen.

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Ärzte entscheiden abhängig vom Leidensdruck

SWR1: Aber wie entscheiden Sie das?

Alamuti: Es ist eigentlich natürlich eine individuelle Entscheidung als Arzt und es ist auch ein bisschen abhängig vom Leidensdruck. Wenn es um wirklich reine Schönheitsmaßnahmen geht, zum Beispiel die Lippen aufzuspritzen, dann würde ich das nicht machen.

SWR1: Bleiben wir mal bei dem Bild der aufgespritzten Lippen. Wie sind diese Vorbilder zu bewerten? Da verschiebt sich auch ein Schönheitsideal.

Alamuti: Ja, das ist komisch, das ist übertrieben, das ist sehr laut. Die Bilder werden immer extremer. Das rückt dann langsam so in die Mitte, also in die Normalität. Und die Leute sehen auch gar nicht mehr, dass das übertrieben ist, wenn die Lippen so Schlauchbootartig aufgespritzt sind oder die Brüste bei einem ganz jungen Mädchen da so herausquellend zur Schau gestellt werden.

Die Bilder werden immer extremer. Das rückt so langsam (...) in die Normalität.

Mehr Informationen zu Dr. Nuri Alamuti finden Sie auf der offiziellen Homepage der Deutschen Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie.

Das Gespräch führte SWR1 Moderatorin Claudia Deeg.

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Erstmals publiziert am
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Claudia Deeg
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