Die Kirschernte dauert je nach Wetterlage ungefähr von Anfang Juni bis Ende Juli. Auf dem Talhof von Thomas Häberle in Erligheim bei Ludwigsburg zum Beispiel können durch den Anbau verschiedener Kirschsorten mit unterschiedlichem Reifezeitpunkt über Wochen fortlaufend Kirschen geerntet und verkauft werden.
Vielseitige Kirschen - auch alte und seltene Sorten
Bei der Ernte werden beschädigte Kirschen auf dem Talhof direkt aussortiert und bleiben auf der Erde liegen - wie ein natürlicher Dünger und gut für das Bodenlebewesen. Früh reif und besonders weich ist etwa die Sorte Burlat.
Die Sorte Schneiders Knorpel gehört zu den älteren Sorten. Häberle erklärt: “Sie ist aber heute nicht mehr so geläufig, weil sie in manchen Jahren nicht so gut trägt. Aber bei uns hier, wo das Klima gut ist, trägt sie auch gut. Sie zeichnet sich aus durch einen besonders guten, aromatischen Geschmack und ist auch knackig und saftig.“
Wie Kirschen im professionellen Anbau heranwachsen
Die bis zu 4,5 Meter hohen Kirschbäume können hier wetterunabhängig abgeerntet werden, weil eine Folie über den Baumkronen und Netze an der Seite die Früchte schützen. Die Folie schützt vor zu viel Regen, denn dann würden die Kirschen aufplatzen, vor Hagel, der die Haut verletzen würde, und vor zu vielen Vögeln, die gerne Kirschen fressen.
Die Folien und Netze halten auch Schädlinge fern, so dass der Landwirt weniger Pflanzenschutzmittel braucht. Vor kühlen Temperaturen kann die Folie aber nicht schützen.
Kälte und Hitze: Wie sich das Wetter auf die Kirsche auswirkt
Dieses Jahr gab es während der Blüte eine kalte Phase. Durch das sogenannte Frostberegnen können die Kirschblüten aber vor Frost geschützt werden. Auch durch schlechtes Wetter in der Bestäubungszeit kann die Erntemenge beeinträchtigt werden.
Zur Reifezeit im Juni ist die Herausforderung die Hitze. Für die Kirschbäume auf dem Talhof etwa gibt es ein wassersparendes Bewässerungssystem. Über Tropfschläuche wird je nach Bedarf täglich über mehrere Stunden bewässert - etwa 20 Liter Wasser pro Baum.
Die Krux mit dem Regen Wenn die Kirschernte ins Wasser fällt: Obstbauern bangen um ihre Erträge
Viel zu nass: Die roten Früchte leiden unter dem Dauerregen. Erst bekommen sie Risse, dann folgt die Fäulnis. Landwirte in der Rheinebene und am Kaiserstuhl fürchten große Ernteausfälle.
Verpackung und Vertrieb - das schwierige Geschäft mit der Kirsche
Auf dem Hof werden die frisch geernteten Kirschen für den Verkauf in Schalen gefüllt - meistens etwa 500 Gramm. Geliefert wird an Supermärkte oder andere Hofläden.
Etwa ein Viertel der Kirschernte verkaufen Thomas Häberle und sein Team direkt am Hof. Auch wenn dieses Jahr die Ernte geringer ausfällt, einen höheren Preis kann der Landwirt trotzdem nicht verlangen - denn die internationale Konkurrenz ist groß.
Im eigenen Hofladen werden die Kunden zum beliebten Kernobst selbstverständlich auch beraten. Häberle erklärt: „Also frisch essen kann man alle. Marmelade kann man auch mit so ziemlich allen kochen. Aber zum Einkochen oder Einwecken sind die späteren Sorten, die festeren, besser geeignet. Sie halten sich im Glas, bleiben fest. Die Frühkirschen sind nur zum gleich essen.“
Vom Baum bis auf den Teller Süßkirschen und Sauerkirschen – vielseitig, saisonal, köstlich
Die Saison ist kurz - warum regionale Süß- und Sauerkirschen besser schmecken. Viele Tipps für Einkauf, Lagerung oder Entkernen. Kreative Rezeptideen, süß und salzig, mit Kirschen.
Kreative Küche: Kochen mit Kirschen
Kirschen sind nicht nur ein süßer und gesunder Snack, sondern auch eine beliebte Zutat in der Küche, die man kreativ einsetzen kann. Die beliebten roten Früchte eignen sich nicht nur für süße Nachspeisen, sondern auch für herzhafte Hauptspeisen.
Die Kirsche bringt auch Köchin Mira Maurer aus Freiburg zum Experimentieren. Mira Maurer findet: “Kirschen werden im salzigen Bereich oft unterschätzt. Man kann sie super als Chutney zu Käse machen.“
Indisches Chutney aus Kirschen zu italienischen Gnocchi
Für Marktcheck bereitet sie also ein Chutney aus der indischen Küche zu: süß, herzhaft, sauer, scharf - einfach besonders. Chutney ist eine süß-saure Würzsauce, Dip oder Beilage und wird oft zu Currygerichten serviert.
Dabei werden Zutaten wie Zucker, Honig oder Früchte kombiniert mit Gemüse und Gewürzen, der Säure von Essig und meistens der Schärfe von Chili oder Pfeffer. Köchin Mira Maurer empfiehlt für das Kirsch-Chutney als besonderen Pfeffer für eine fruchtige Note den roten Kampot-Pfeffer.
Die Gnocchi werden handgemacht aus Kartoffeln. Für die schnelle Blauschimmelkäse-Sauce wird der Käse einfach nur in Milch und Sahne geschmolzen.
Süß, sauer, scharf Gnocchi mit Blauschimmelkäse-Sauce und indischem Chutney aus Kirschen
Kirschen eignen sich nicht nur für süße Nachspeisen, sondern auch als Beilage für herzhafte Hauptspeisen, zum Beispiel als Chutney.
Geschichtetes Dessert: Kokos-Kirsch-Tiramisu
Eine kreative Nachspeise von Mira Maurer mit Kirschen ist zum Beispiel das italienisch inspirierte Kokos-Kirsch-Tiramisu mit Kirschen, Amarettini, Espresso, Rum und Kokosmilch.
Auch dieses Tiramisu schmeckt mit Kakaotopping und nach einer Nacht im Kühlschrank besonders lecker.
Dessert Kokos-Kirsch-Tiramisu
Kokos-Kirsch-Tiramisu ist die perfekte Dessert-Kreation für alle, die die klassische Süßspeise lieben, aber gerne eine fruchtige Note hinzufügen möchten.