In Deutschland werden rund 120.000 Tonnen Rotkohl pro Jahr geerntet. Ein großer Teil davon landet in Form von Apfelrotkohl auf den Tellern – sei es frisch zubereitet, konserviert im Glas oder tiefgekühlt.
In der Vergangenheit haben Untersuchungen gezeigt, dass Apfelrotkohl mit Nitrat, Pestiziden und Schwermetallen belastet sein können. Zum Beispiel durch Pflanzenschutzmittel oder belastete Böden. Darum haben wir drei Rotkohl-Produkte aus dem Glas und drei aus der Tiefkühltruhe ins Labor gegeben, um zu klären: Kann man Apfelrotkohl bedenkenlos verzehren?
Außerdem wollen wir wissen: Welcher Apfelrotkohl schmeckt am besten?
Diesen Apfelrotkohl testen wir
- Kühne Apfelrotkohl mit Apfelstückchen für 3,52 Euro pro Kilogramm
- Mildessa Apfelrotkohl von Hengstenberg für 3,52 Euro pro Kilogramm
- HAK Rotkohl mit Apfelstückchen für 3,68 Euro pro Kilogramm
- Iglo Apfelrotkohl für 5,31 Euro pro Kilogramm
- Rewe Beste Wahl Apfelrotkohl für 4,20 Euro pro Kilogramm
- Apfelrotkohl von Edeka Herzstücke für 3,98 Euro pro Kilogramm
Die Tester
Margarete Ribbecke ist Gärtnermeisterin und nimmt mit Küchenchef Tobias Knops für uns die sechs Apfelrotkohl Hersteller unter die Lupe.
Zuvor haben wir den Rotkohl aus den Verpackungen geholt und ohne Herstellernamen in verschiedenen Töpfen zubereitet. Für die Experten sind mehrere Aspekte entscheidend:
Mein perfekter Rotkohl hat eine knackige Struktur, für mich spielt das Zusammenspiel zwischen Süße und Säure eine wichtige Rolle – Gewürze, wie Zimt und Nelke zum Beispiel – es hat einen schönen seidigen Glanz, leuchtet auf dem Teller und dann ist es lecker!
Gesunder Rotkohlsalat mit Walnuss und Feige
Lecker, schnell gemacht und dank Feige und Himbeeressig ein echtes Geschmackserlebnis.
Die Geschmacksprobe: Welcher Apfelrotkohl überzeugt?
Der Apfelrotkohl von Kühne ist servierfertig, kommt aus dem Glas, hat eine gute Struktur und Konsistenz. Er schmeckt aber laut Aussage unserer beiden Tester sehr essiglastig. Die Gewürze kommen nicht durch und Apfel haben sie weder gesehen noch geschmeckt, sagen die beiden Tester.
Der Mildessa „Genießer Rotkohl“ von Hengstenberg mit Apfelstückchen, aus dem Glas, soll fertig zubereitet und gewürzt sein. Allerdings finden die beiden Experten keinen Apfel, keine Gewürze. Der Rotkohl ist sehr grob geschnitten und fest, mit einer starken Essignote.
Der Rotkohl mit Apfelstückchen von HAK kommt ebenfalls aus dem Glas, schmeckt unseren Testern aber zu neutral. Die Konsistenz gefällt nicht, der Rotkohl schmeckt eher süß und es fehlt der Essig. Von Apfelgeschmack ganz zu schweigen, bemängeln die beiden.
Der tiefgekühlte Apfelrotkohl von Iglo ist der teuerste Kandidat in unserer Stichprobe und schmeckt nach Meinung unserer Tester nach Gewürzen. Allerdings sei die Konsistenz so matschig, dass unsere Experten ihn ihren Gästen nicht servieren würden.
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Rewe Beste Wahl hat besonders große Tiefkühl-Pellets in der Verpackung, die vergleichsweise lange aufgewärmt werden müssen. Die Farbe ist auffallend lila mit vielen Apfelstücken im Rotkohl. Geschmacklich wird er von den Verkostern als langweilig beschrieben, ohne Rotkohl- oder Apfelnote.
Der Apfelrotkohl von Edeka Herzstücke macht auf die beiden Testesser auch einen matschigen Gesamteindruck, mit unangenehmer Konsistenz und sich auflösenden Apfelstückchen im Mund, ohne Geschmack.
Insgesamt haben sich Margarete Ribbecke und Tobias Knops mehr von dem Apfelrotkohl aus der Tiefkühltruhe versprochen. Die Konsistenz wurde durchgängig als zu matschig beschrieben, mit unnatürlich wirkender Farbe und zu wenig Apfelgeschmack.
Der Apfelrotkohl aus dem Glas wurde von Struktur und Konsistenz besser bewertet, allerdings war den Testern der Rotkohl entweder zu sauer oder zu süß. Jedes Produkt müsste aus Sicht der Experten nachgearbeitet werden. Vor allem mit Zucker, Gewürzen und Apfel. Oder im Fall von HAK mit Essig, Gewürzen und Apfel.
Testsieger mit Einschränkung
Wenn die beiden Rotkohl-Liebhaber sich für einen Rotkohl entscheiden müssten, würden sie zum Apfelrotkohl von Kühne greifen. Der Rotkohl hat den schönsten Glanz, eine gute Struktur, kann noch aufgepimpt werden und ist schnell warmgemacht.
Was steckt im Apfelrotkohl? - die Laborergebnisse
Ernährungswissenschaftlerin Antonia Brandstädter von der Verbraucherzentrale hat die Laborergebnisse des Apfelrotkohls genau unter die Lupe genommen – und gibt Entwarnung: Alle getesteten Produkte seien unbedenklich und enthielten kein Nitrat, Pestizide oder Schwermetalle.
Allerdings schwankt der Salzgehalt der Produkte sehr stark. Mit bis zu 1,2 Gramm Salz pro 100 Gramm sei die empfohlene Höchstdosis an Salz schnell überschritten.