In vielen Supermärkten und Discountern sind sie inzwischen eine Selbstverständlichkeit: Selbstbedienungs-Brotklappen - für viele Kundinnen und Kunden praktisch, da die Brötchen bereits fertig gebacken und griffbereit sind. Wir vergleichen Brötchen aus verschiedenen Geschäften. Und wie hygienisch sind die Selbstbedienungsklappen?
Für den Vorrat zuhause sind tiefgefrorene Aufbackbrötchen vom Supermarkt oder Discounter eine praktische Alternative. Sie sind schnell im Backofen fertiggebacken. Lohnen sich hier teurere Markenprodukte – oder schmecken günstige No-Names genauso gut?
Günstige Brötchen aus der Selbstbedienungsklappe
Wir haben für unseren Test Weizen-, Mehrkorn- und Laugengebäck aus der Selbstbedienungs-Brotklappe bei Lidl, Rewe und der Bäckereikette Kamps eingekauft.
Die Preise:
- Weizenbrötchen: Lidl & Rewe je 0,19 Euro – Kamps 0,53 Euro
- Mehrkornbrötchen: Lidl 0,39 Euro, Rewe 0,45 Euro, Kamps 1,29 Euro
- Laugengebäck: Lidl 0,39 Euro, Rewe 0,49 Euro, Kamps 1,59 Euro
Die Brotklappe von Supermarkt und Discounter punktet klar beim Preis – die Ware von der Bäckereikette kostet oft das Drei- bis Vierfache.
Qualitätscheck: Nicht immer kann die Brötchen-Klappe mithalten
Brotsommelière Jenny Tönjes prüft Aussehen, Geruch, Konsistenz und Geschmack – ohne zu wissen, woher die Brötchen stammen.
Beim Weizenbrötchen liegt das von Kamps deutlich vorn. Es ist knuspriger und aromatischer. Die Brötchen von Lidl und Rewe dagegen sind eher blass und zäh.
Beim Mehrkornbrötchen gewinnt Lidl mit einer guten Körnerverarbeitung, sogar vor Kamps.
Die Brotklappen von Lidl und Rewe enttäuschten geschmacklich beim Laugengebäck. Kamps überzeugte hier am meisten, allerdings zu sehr hohem Preis.
Zusatzstoffe: Transparenz lässt zu wünschen übrig
Bis zu 138 Zusatzstoffe sind bei Brot und Brötchen in der EU erlaubt. Nicht jeder Supermarkt und Discounter gibt jedoch alle Zusatzstoffe an.
• Rewe listet Zutaten an der Preistafel.
• Lidl legt eine Mappe aus – allerdings nicht vollständig.
Lidl verweist darauf, dass nicht alle Zutaten gesetzlich deklarationspflichtig sind.
Tipp: Wer Zusatzstoffe vermeiden möchte, sollte auf vollständige Deklaration achten oder direkt beim Bäcker nachfragen.
Laborbefund: Eine Brotklappe mit erhöhter Keimzahl
In einem Praxistest beobachten wir das Verhalten von Kundinnen und Kunden an den Selbstbedienungsklappen für Brot und Brötchen. Viele greifen direkt mit der Hand zu.
- Nur jede*r Dritte nutzte die bereitliegende Zange.
- Handschuhe blieben komplett ungenutzt.
- Viele griffen mit der Hand direkt ins Fach – teils wurden Brötchen wieder zurückgelegt.
Das ist nicht nur unappetitlich, sondern auch ein Hygieneproblem. Wer hustet, niest oder gerade Kleingeld gezählt hat, kann leicht Keime übertragen.
Bei einer Laboruntersuchung fanden sich auf einer der untersuchten Brotklappen erhöhte Mengen an Bakterien, Hefen und Schimmelpilzen. Rewe reagierte und kündigte sofortige Reinigungsmaßnahmen an.
Tipp: Greifen Sie nur mit der Zange oder einem Einweghandschuh zu. Und achten Sie darauf, dass andere Ware nicht berührt wird.
TK-Brötchen zum Aufbacken im Test: praktisch, aber wie gut?
Tiefgekühlte Aufbackbrötchen aus dem Supermarkt oder vom Discounter haben Viele zuhause auf Vorrat. Sie sind schnell im Backofen knusprig aufgebacken.
Doch lohnen sich teurere Markenprodukte – oder schmecken günstige Eigenmarken genauso gut? In unserem Test wurden folgende Marken verglichen:
- Weizenbrötchen von Coppenrath & Wiese: 25 Cent pro Brötchen
- Weizenbrötchen von Rewe Eigenmarke „ja!“: 13 Cent pro Brötchen
- Goldkrüstchen von Harry: 25 Cent pro Brötchen
- Goldkrüstchen von Lidl: 18 Cent pro Brötchen
- Teiglinge von Knack&Back: 31 Cent pro Brötchen
- Teiglinge von Edeka Gut&Günstig: 26 Cent pro Brötchen
Weizenbrötchen zum Aufbacken im Vergleich: Rewe vs. Coopenrath und Wiese
Die Brötchen der Rewe Eigenmarke „ja!“ enthalten doppelt so viel Zucker als die von Coppenrath & Wiese (4,4 Gramm vs. 2,2 Gramm). Der Bäckermeister und Brotsommelier Tim Lessau erklärt, dass der Zucker dafür sorge, dass die Brötchen schneller bräunlich werden. Dies spare Zeit in der Produktion.
Beim Backtest sind die Markenbrötchen knuspriger, aromatischer und mit elastischer Krume. Die von der Rewe Eigenmarke „ja!“ dagegen sind blasser und weniger fluffig. Auch im Geschmack überzeugt Coppenrath & Wiese deutlich.
Goldkrüstchen im Vergleich: Harry vs. Lidl
Die tiefgekühlten Brötchen von Harry und Lidl haben die identische Rezeptur, vermutlich stammen beide vom gleichen Hersteller. Auch im Back- und Geschmackstest sind die Goldkrüstchen sehr ähnlich. Es gibt nur minimale Vorteile für das Markenprodukt in der Kruste.
Lessau findet 20 Cent Aufpreis für die Goldkrüstchen von Harry nicht gerechtfertigt. Die Lidl-Variante biete ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.
Teiglinge aus der Kühltheke: Knack und Back vs. Edeka Gut und Günstig
Zuletzt kommen die Teiglinge von Knack&Back und Edeka Gut&Günstig aus der Kühltheke in den Test. Die Teiglinge müssen nach dem Auspacken erst noch geformt werden. Beide enthalten Alkohol als Konservierungsstoff, der beim Backen verdampft.
Optisch bekommt Gut&Günstig nach dem Backen ein leichtes Plus, dennoch haben beide Teiglinge auch frisch gebacken keine ausgeprägte Kruste oder „Knack“.
Fazit im Test: Teiglinge machen mehr Arbeit und haben einen höheren Preis – und das ohne geschmacklichen Mehrwert.
Wie viel spart ihr tatsächlich? Eigenmarken im Test: So günstig sind sie wirklich – aber auch gut?!
Eigenmarken wie „Ja“, „K-Classic“ und „Gut und günstig“ boomen. Der Preis ist gut, aber wie sieht’s mit der Qualität aus? Und wie unterscheiden sie sich von bekannten Marken?
Aufbackbrötchen im Labortest: Pestizide und Mineralöle
Zudem wurden in unserem Test die Aufbackbrötchen im Labor auf Pestizide und Mineralöle geprüft.
Pestizidspuren wurden dabei in allen getesteten Brötchen festgestellt, auch bei Markenprodukten. Alle getesteten Brötchen lagen aber unter dem Grenzwert. Die höchste Belastung hatten dabei die Gut&Günstig-Teiglinge mit vier Pestizid-Rückständen.
Mineralöl (MOSH) konnte nur in den Knack&Back-Teiglingen nachgewiesen werden. Dieses kann bei der Ernte oder der Verarbeitung ins Produkt gelangen.
Einzelrückstände sind oft unproblematisch. Dennoch gibt es Risiken, da die Wechselwirkungen mehrerer Stoffe kaum erforscht sind.
Fazit: Günstige Brötchen können mit der Qualität teurer mithalten
Sowohl bei den Brötchen aus den Selbstbedienungsklappen als auch bei den Aufbackbrötchen finden sich lohnende Produkte.
Brötchen aus Brotklappen sind günstig und bieten manchmal ordentliche Qualität – doch Hygiene und Transparenz bei den Inhaltsstoffen sind Schwachstellen.
Wer in puncto Hygiene auf Nummer sicher gehen will, sollte auf folgendes achten:
- Nur mit Zange oder Handschuh zugreifen
- Ware nicht berühren, die man nicht kauft
- Zutatenlisten prüfen
- Empfindliche Personen sollten lieber frisch verpackte Ware oder vom Bäcker kaufen
Bei den tiefgefrorenen Aufbackbrötchen können die günstigeren Eigenmarken mit der Qualität der Markenprodukten mithalten. In zwei von drei Fällen gab es keinen relevanten Qualitätsunterschied. Bei Teiglingen lohnt sich der Aufpreis jedoch nicht unbedingt.
Tipps: Wichtig ist es, die Zutatenliste zu checken – Zucker, Zusatzstoffe und Konservierungsmittel entlarven oft Produktionsabkürzungen.
Auch unterhalb der Grenzwerte sollte man Pestizid-Rückstände im Blick behalten – Bio kann hier die sicherere Wahl sein.