Produktvergleich

Dampfbügeleisen im Test: Welches glättet am besten?

Die Wäsche wird glatter, in kürzerer Zeit: Das erwarten Verbraucher von Dampfbügeleisen. Fünf wattstarke Geräte im Praxistest und im Labor - wie gut sind Leistung und Sicherheit?

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Stand

Von Autor/in Wolfgang Weber

Schneller und besser bügeln sind die Hauptgründe, warum Verbraucher ihre Wäsche vorwiegend mit Dampfbügeleisen bügeln. Die ARD-Verbraucher-Redaktion schickt fünf Bügeleisen der leistungsstärkeren Sorte mit rund 3.000 Watt ins Labor.

Wie gut ist ihre Dampfleistung? Und wie schlagen sich die Dampfbügeleisen im Praxistest?

Zwei Bügler für den Praxistext 

Nach dem Waschen geht es bei vielen Kleidungsstücken nicht ohne Bügeleisen. Mit welchem werden sie am schnellsten faltenfrei?  

Das testen für uns: Ariane Steurer – sie bügelt leidenschaftlich gerne und betreibt einen eigenen Bügelservice. Björn Bader hat einen anderen Ansatz: Der „Extrembügler“ liebt die Herausforderung und bügelt in den unmöglichsten Situationen. 

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Die fünf Dampfbügeleisen in diesem Test 

Alle fünf Dampfbügeleisen in diesem Vergleich heizen mit um die 3.000 Watt - und gehören damit zu den leistungsstärkeren Geräten. Diese Bügeleisen mit integriertem Wassertank werden verglichen: 

  • Braun TexStyle 9, 3.100 Watt, Preis: fast 70 Euro  
  • Philips Azur 8000 series, 3.000 Watt, Preis: fast 100 Euro (das teuerste Gerät im Test)  
  • Russel Hobbs Power Steam Ultra, 3.100 Watt, Preis: knapp 35 Euro (das günstigste Gerät im Test) 
  • Tefal Ultimate Pure, 3.200 Watt, Preis: rund 80 Euro 
  • Grundig Ultimate Steam Power, 3.000 Watt, Preis: rund 80 Euro  

Praxistest: Handlichkeit, Wasser und Dampf 

Alle Bügeleisen in unserem Check wiegen zwischen 1,9 und 2,2 Kilo. Beim Praxistest starten die beiden Bügler mit dem ersten Kleidungsstück: ein Businesshemd aus Baumwolle.  

Los geht es mit dem günstigsten Gerät von Russell Hobbs. Vom Gewicht her liegt das Gerät im Mittelfeld. Beide Tester können damit das Hemd gut bügeln.  

Glatt wird es, aber Ariane Steurer bemängelt: „Mir fällt erstmal auf, dass das Eisen unheimlich unhandlich ist und schwer, also für mein Handgelenk zumindest.“ 

Beim Gerät von Tefal soll sich die Dampfmenge an den Stoff anpassen. Aber irgendwas klappt da nicht. Es tropft stark. Die Tester berichten: „Wir haben eine regelrechte Überschwemmung.“  

Das Gleiche beim Bügeleisen von Grundig. Auch das verliert Wasser. 

Die ARD-Verbraucher-Redaktion fragt bei den Herstellern nach. Grundig teilt mit: „Ein kurzfristiges Austreten von Wasser kann auftreten, wenn das Gerät noch nicht die vollständige Betriebstemperatur erreicht hat oder wenn während des Aufheizens bereits Dampf ausgelöst wird.“ 

Im Check der ARD-Verbraucher-Redaktion wurden die Bügeleisen allerdings vor der Benutzung komplett aufgeheizt. Tefal antwortet auf die Nachfrage der Redaktion nicht.     

Beim Gerät von Braun ist die Spitze abgerundet. Das macht das Bügeln in Ecken oder um Knöpfe herum schwieriger. Und auch sonst sind die beiden Tester nicht begeistert: „Obwohl ich den Dampf ganz aufgedreht habe, braucht es doch relativ lange, bis eine Stelle glatt wird.“ Und die zweite Meinung: „Es kommt nicht ganz so viel wie bei den anderen.“ 

Ähnliches beim Bügeleisen von Philips. „Es kommt kaum Dampf, kaum spürbarer Dampf, zumindest.“ 

Dampfbügeleisen-Check im Labor: Sicherheit Stromkabel 

Die Bügeleisen lässt die ARD-Verbraucher-Redaktion auch in einem Prüflabor untersuchen. Erster Test: Wie sicher ist das Stromkabel montiert? Schließlich müssen die Geräte bei den Bügel-Bewegungen einiges aushalten.  

Das simuliert ein dreistündiger Dauertest. Sekündlich wird jedes Bügeleisen bewegt – insgesamt über 10.000 Mal. 

Johannes Leeder vom Prüflabor Kiwa Primara GmbH erklärt: „Im Extremfall, wenn ein Kabel ausbricht, auch nach außen geht, ist auf jeden Fall die elektrische Sicherheit gefährdet und der Mensch natürlich.“ 

Im Labor ist nach drei Stunden der Belastungstest der Netzkabel beendet. Bei keinem der Geräte haben die Prüfer hier etwas zu beanstanden. 

Dampfbügeleisen im Labor: Wie viel Dampf entsteht? 

Die Menge des Dampfes ist ein wichtiges Kriterium bei einem Bügeleisen. Im Labor misst Johannes Leeder, wieviel die Geräte in einer Minute abgeben. Am wenigsten Dampf haben die Prüfer beim Gerät von Russell Hobbs gemessen.   

Wie erklärt sich das? Auf die Anfrage der ARD-Verbraucher-Redaktion antwortet der Hersteller nicht. 

Praxis-Check: Leinen bügeln mit manueller Temperaturwahl 

Nach den Baumwollhemden kommt im Praxistest eine echte Herausforderung für jedes Bügeleisen: Eine Hose, die größtenteils aus Leinen besteht. Die Profi-Büglerin Ariane Steurer weiß: „Generell ist Leinen wesentlich störrischer und knittriger als Baumwolle. Man braucht mehr Hitze und mehr Dampf, um es glattzukriegen.“  

Zunächst wieder das Bügeleisen von Russell Hobbs. Hier wird die Temperatur per Hand eingestellt.  

Beide Tester stellen fest: Mit dem Russell Hobbs-Bügeleisen wird das Leinen glatt – mit der maximalen Einstellung. 

Auch das Gerät von Tefal muss manuell eingestellt werden. Beide Tester sind zufrieden: Es bringt genug Hitze, wenn sie die höchste Einstellung benutzen. 

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Dampfbügeleisen im Labor: Wie heiß werden die Geräte? 

Im Labor sind große Temperaturunterschiede aufgefallen. Die beiden manuell einstellbaren Geräte erreichen rund 220 Grad an der Bügelfläche.  

Deutlich weniger messen die Temperaturfühler bei den Geräten von Grundig, Braun und Philips. Bei ihnen wird die Temperatur automatisch angepasst. Sie erreicht im Produktvergleich der ARD-Verbraucher-Redaktion im Labor je nach Gerät höchstens 127 bis 162 Grad Celsius. 

Praxistest: Leinen bügeln mit Temperatursensor 

Macht sich das auch beim Bügeln bemerkbar, gerade bei Leinen? Bei den Geräten, die die Temperatur automatisch einstellen, wurde das Grundig-Bügeleisen noch am heißesten.  

Tester Björn Bader hat den Eindruck, er kann damit schneller bügeln als mit den anderen Geräten. „Es dampft auf jeden Fall mehr, wie man beim Absetzen hört.“ 

Bei den anderen Geräten findet er, dass er länger und öfter über den Stoff bügeln muss. Zum Braun-Bügeleisen sagt er: „Ich vermute mal, dass die Sohle nicht heiß genug wird.“ Auch das Gerät von Philips tut sich schwer mit der Hose mit dem hohen Leinenanteil. 

Die ARD-Verbraucher-Redaktion fragt bei den Herstellern zu den im Vergleich niedrigeren Temperaturen nach. Philips verweist auf die Messvorschriften der Internationalen Elektrotechnischen Kommission.  

Braun argumentiert mit der speziellen Technologie im Bügeleisen: „Diese Technologie arbeitet mit einer einzigen, intelligent geregelten Temperaturstufe, die so optimiert ist, dass alle bügelbaren Stoffarten sicher und ohne Hitzeschäden geglättet werden können.“ 

Bügeleisen im Labor: Sicherheit - wann reagiert das Not-Aus? 

Im Labor wird geprüft, was passiert, wenn man die Geräte angeschaltet längere Zeit nicht nutzt. Wird das gefährlich? 24 Stunden lang haben die Fachleute im Labor die Bügeleisen eingeschaltet beobachtet.    

Johannes Leeder vom Labor Kiwa Primara GmbH stellt fest: „Der Dauertest hat ziemlich deutlich gezeigt, dass die Geräte intelligent sind. Das heißt, egal wie sie betrieben werden, ob sie stehen oder liegen, dass sie nach acht Minuten ohne Bewegung automatisch abschalten und dementsprechend die Temperatur runterfahren.“ 

Einmal abgeschaltet bleiben die Geräte auch kalt. Gut für die Sicherheit. 

Altersfreigabe: ab 6 (verfügbar von 0 Uhr bis 24 Uhr)

Härtetest für Dampfbügeleisen: Absturz aus 90 Zentimeter Höhe 

Im ultimativen Härtetest geht es darum, wie robust die Bügeleisen sind. Das Labor prüft diesen Punkt bei allen Geräten mit je drei Stürzen aus 90 Zentimetern Höhe. Danach werden die Tanks der Bügeleisen mit Wasser befüllt und die Geräte an das Stromnetz angeschlossen.  

Experte Johannes Leeder erklärt die Problematik: „Wasser in Verbindung mit Strom, Wasser ist leitend.“ Wenn das Wasser nach dem Sturz nach außen tritt, könnte die bügelnde Person einen Stromschlag bekommen.  

Vor allem das Bügeleisen von Braun verliert nach den Stürzen deutlich Wasser. Die ARD-Verbraucher-Redaktion fragt beim Hersteller nach.  

Braun verweist auf eigene Sturztests. „Im Gegensatz zu Ihrem Befund lieferten alle unsere Tests durchweg positive Ergebnisse. Ein Versagen bei der anschließenden Hochspannungsprüfung trat bei unseren Geräten nicht auf.“ 

Nur das Gerät von Philips hat den Sturztest unbeschadet überstanden und auch die Hochspannungsprüfung.  

Die Experten raten Verbrauchern dazu, abgestürzte Bügeleisen ungeprüft besser nicht weiter zu verwenden.  

Fazit im Test Dampfbügeleisen:  

Im Labor konnte keines der Geräte restlos überzeugen. Knapp vorne: das Gerät von Tefal.  

In der Praxis haben die drei Geräte mit automatischer Temperaturregulierung am wenigsten überzeugt.

Insgesamt am überzeugendsten war hier das Bügeleisen von Russell Hobbs - und auch das günstigste in dieser Stichprobe. 

Aber ganz ohne Aufwand kommt man mit keinem der Dampfbügeleisen zu einem ordentlich gebügelten Hemd.   

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