Die Drogeriemarktkette dm startet an diesem Dienstag eine Online-Apotheke: 2.500 rezeptfreie Medikamente will dm künftig online verkaufen.
Bisher führten Drogerien bereits Gesundheitsprodukte wie Vitamintabletten, Wärmepflaster oder spezielle Cremes. Das Unternehmen mit Zentrale in Karlsruhe startet nun mit einem Angebot an Medikamenten, die es bisher nur in der Apotheke gab - etwa Aspirin oder Halsschmerztabletten.
Dabei handelt es sich um verschreibungsfreie Mittel, für die Verbraucher kein Rezept brauchen.
Nachfrage von Kunden nach rezeptfreien Medikamenten
Laut dm würden Kunden schon länger nach Schmerzmitteln und Co auf der Webseite suchen - etwa nach Aspirin oder Voltaren. Und damit erwarten, die Mittel dort zu finden.
In ausgewählten Filialen vor Ort testet dm derzeit außerdem schon Augenscreenings oder Haut- und Blutanalysen.
Augenscreenings und Hautanalysen Karlsruhe: Drogeriemarktkette dm wehrt sich gegen Kritik an Gesundheitstests
Die Karlsruher Drogeriemarktkette dm wehrt sich gegen Kritik an Gesundheitstests in ihren Märkten. Zuvor hatten Ärzteverbände vor den Angeboten gewarnt.
Patienten suchen nach Beratung bei Medikamenten
Der Deutsche Apothekerverband warnt derweil davor, dass die Grenze zwischen Apotheken und Einzelhandel verwässert wird.
Arzneimittel dürften nicht marketinggesteuert von einem Drogeriemarkt "rausgehauen" werden. Auch, weil drei Viertel der Patienten eigentlich Beratung suchen würden und denen von falschen Medikamenten abgeraten werden könne.
Rein rechtlich dürfen auch rezeptfreie Arzneimittel nur durch Personal mit einer entsprechenden Sachkundeprüfung verkauft werden. Solange Drogerien rezeptfreie Medikamente nur online anbieten, dürften sich dafür aber Lösungen finden, wie zum Beispiel eine digitale Beratung durch einen Chatbot.
Einstieg in den Medikamentenversand Rezeptfreie Arzneimittel in Drogeriemärkten: Ist das das Ende für Apotheken?
Mehrere Drogeriemärkte planen, rezeptfreie Medikamente ins Sortiment zu nehmen. Apotheker aus dem Südwesten lehnen das ab: Sie befürchten unter anderem gesundheitliche Risiken.
Günstigere Preise für Medikamente in der Drogerie als in Apotheken
Derzeit verlangen Apotheken für rezeptfreie Medikamente häufig den vorgeschlagenen Preis des Herstellers. Online-Apotheken sind durchschnittlich 30 Prozent günstiger. Dazu kommen teils noch günstigere Angebote.
Für dm sind die Versandapotheken die Konkurrenz und nicht die Apotheke vor Ort. Die Preise für die Medikamente dürften sich deshalb auf dem Niveau bewegen.