Der Pelz als Lockmittel
Viele vermeintliche Pelzankäufer wollen Nerz, Fuchs und Persianer nur ankaufen, wenn man im gleichen Zug Gold mitbringt. Allerdings hat der Ankaufpreis für den alten Mantel dann bei Weitem nichts mehr mit dem Versprechen von mehreren Tausend Euro zu tun.
Wenn es schlecht läuft, dann bleibt der Pelz unverkäuflich oder es gibt nur einen kleinen Betrag für den Pelz, wenn man gleich viel Gold mitverkauft.
Goldverkauf mit Risiko
Wie viel ausbezahlt wird für das Gold, in Form von Schmuck, Zahngold oder auch Uhren, hängt von vielen Faktoren ab: Der aktuelle Goldpreis sowie der Goldgehalt des Schmucks sind ausschlaggebend.
Aber die wohl noch entscheidendere Frage dürfte sein, ob der Ankäufer auch seriös ist! Vor Abzocke wird von Verbraucherschützern und der Polizei ausdrücklich gewarnt.
Goldwert ermitteln
Wer auch Goldschmuck verkaufen möchte, sollte den tagesaktuellen Goldpreis zur Hand haben. Er ist leicht im Internet nachzulesen. Die beste Referenz geben die so genannten Scheideanstalten in Deutschland. Sie schmelzen am Ende Gold und andere Wertstoffe ein und beziehen den „Rohstoff“ auch von den Ankäufern aus den Anzeigen.
Unseriöse Ankäufer arbeiten nicht transparent, ermitteln einen falschen Goldgehalt oder finden fadenscheinige Gründe, warum der Schmuck nichts wert ist. Damit man als Verkäufer nicht abgezockt wird, sollte man mindestens drei unterschiedliche Angebote einholen.
Gold verkaufen, aber wo?
Mögliche Ankäufer können sein: Scheideanstalten, Edelmetallhändler und Juweliere, Banken, Pfandhäuser, zertifizierte Online-Goldankäufer. Letzteres geht bequem von Zuhause, birgt aber Risiken beim Versand des Goldes. Der Wert kann schnell die Versicherungssumme (500 Euro) des Paketes übersteigen.
Laut Verbraucherzentrale muss man beim Goldverkauf mit Abschlägen von 8-15 Prozent vom Goldwert rechnen.
Pelz verkaufen, aber wo?
Die Nachfrage nach gebrauchten Pelzen ist gering und selbst gut erhaltene Stücke erzielen nur noch geringe Preise. Kleinanzeigen-Plattformen bieten eine Möglichkeit. Man sollte sich jedoch bewusst sein, dass viele Pelze aktuell nur noch maximal 80-200 Euro wert sind.
Eine weitere Möglichkeit ist, den Pelz umarbeiten zu lassen – z.B. als Kissen oder Decke.
Warnung vor Hausbesuchen!
Sowohl Polizei als auch die Verbraucherzentralen warnen ausdrücklich davor Händler zu sich nach Hause einzuladen. Erst recht beim oben genannten Koppelgeschäft von Pelz in Verbindung mit Gold!
Zum Einen könne man nicht, wie im Laden, das Geschäft einfach verlassen, sondern müsse den Händler aus seinen eigenen vier Wänden rausbekommen. Zum Anderen wisse man auch nicht, mit welchen Absichten Händler vorbeikommen. Sind es seriöse Aufkäufer oder „betrügen“ sie bzw. spähen die Wohnung nur aus?
Betrug schwer nachzuweisen
Wird man über den Tisch gezogen, weil man zu wenig Geld für sein Gold erhalten hat, so ist ein Betrug schwer nachzuweisen. Auch weil erst einmal Aussage gegen Aussage im Raum steht. Zudem bleibt es fraglich, ob die polizeiliche sowie juristische Aufarbeitung am Ende zum Erfolg führen.