Überall in Deutschland werden derzeit alte Stromzähler ausgebaut. Moderne Stromzähler sind digital und sie erfassen den Stromverbrauch genauer als bisherige Drehstromzähler.
Ablesen muss man sie aber immer noch. Es sei denn, es wird zusätzlich ein Kommunikationsmodul, ein Gateway, installiert. Dann wird aus einem modernen ein intelligenter Stromzähler – umgangssprachlich: Smart Meter.
Smart Meter senden und empfangen Daten
Ein Smart Meter kann Daten senden und empfangen. Er sendet , wann wieviel Strom verbraucht wird. Dadurch ist es möglich, den Strom zu bestimmten Zeiten günstiger zu bekommen.
Über den Smartmeter kann der Netzbetreiber aber auch regeln, wieviel Strom aus einer privaten Solaranlage ins Netz fließt. Oder wieviel Strom ein Haushalt bezieht, zum Beispiel für einen Akkuspeicher. Ziel ist es, eine Überlastung des Stromnetzes zu verhindern.
Smart Meter: Voraussetzung für dynamische Stromtarife
Wer einen intelligenten Stromzähler hat, kann einen dynamischen Stromtarif nutzen. Der sieht meist so aus, dass es in bestimmten Zeitfenstern am Tag Strom günstiger gibt. Das ist meist frühmorgens oder am frühen Nachmittag der Fall.
Ob sich ein Smart Meter und ein dynamischer Stromtarif lohnen, hängt vor allem davon ab, ob man einen großen Teil des eigenen Stromverbrauchs in die günstigen Zeiten verschieben kann. Möglich ist das zum Beispiel, wenn man einen Stromspeicher lädt oder eine Wärmepumpe betreibt.
Smart-Meter: Rechte und Pflichten seit Januar 2025
Für Besitzer von PV-Anlagen und sogenannter steuerbarer Verbrauchseinrichtungen, zu denen Wärmepumpen Batteriespeicher gehören, ist ein Smart Meter verpflichtend.
Allerdings sind nicht die Haushalte verpflichtet, sich um den Einbau zu kümmern, sondern die grundzuständigen Messstellenbetreiber. Das sind meist die Stadtwerke oder Stromnetzbetreiber vor Ort.
Verbraucher - auch diejenigen, die nicht verpflichtet sind - können auch einen vorzeitigen Einbau beantragen.
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Gute Idee, teilweise schlecht in der Umsetzung
Verbraucher berichten aber zum Teil von langen Wartezeiten für die Installation. Auch danach kann es zu weiteren Problemen kommen, die eine Nutzung des Smart Meters und die erhoffte Ersparnis bei den Stromkosten verhindern.
Stromanbieter, Smart Meter-Betreiber und Stromnetzbetreiber müssen sich abstimmen, bevor der Smart Meter genutzt werden kann. Das funktioniert aber allzu oft nicht.
Von „Marktkommunikations- und Wechselprozessen“ ist die Rede. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft, der mehr als 2.000 Energie-Unternehmen vertritt, spricht jedoch von Einzelfällen.
Digitalisierung der Stromnetze Smart Meter und dynamische Stromtarife: viel Potenzial, Umsetzung mangelhaft
Intelligente Messysteme und dynamische Stromverträge helfen, Energie und Geld zu sparen. Trotz klarer Gesetze stockt der Einbau. Kunden müssen warten und teils zu viel zahlen.
Verbraucherzentrale rät: Verbraucherbeschwerde oder Schlichtungsverfahren
Die Verbraucherzentrale hingegen beobachtet immer wieder, dass die Umstellung auf intelligente Stromzähler bei Verbrauchern zu Problemen führt, die diese aber weder verursachen noch selbst lösen können.
Um Stromanbieter und Messstellenbetreiber in die Pflicht zu nehmen, raten Energierechtsexperten der Verbraucherzentrale:
- eine Verbraucherbeschwerde an die Unternehmen zu schreiben. Diese sind verpflichtet, innerhalb von vier Wochen auf diese Beschwerde zu reagieren und das Problem zu lösen.
- Tun sie das nicht, bleibt noch die Möglichkeit, sich an die Schlichtungsstelle Energie zu wenden.