Ist das Haus nicht ausreichend vor Blitzen geschützt, kann es zu Überspannungen kommen. Im schlimmsten Fall gehen dann empfindliche elektronische Geräte wie Computer, Fernseher und Router, die angeschlossen sind, kaputt. SWR Wirtschaftsredakteur Marcel Fehr empfiehlt dagegen ein dreifaches Schutzkonzept.
- So schützt ihr eure elektronischen Geräte zu Hause
- Dreifaches Schutzkonzept gegen Überspannungen bei Gewitter
- Das könnt ihr für eure elektronischen Geräte tun, wenn ihr verreist
- Bei Schäden durch Blitze und Gewitter: Wann zahlt die Versicherung?
So schützt ihr eure elektronischen Geräte zu Hause
SWR1: Reicht ein Blitzableiter am Haus aus, um elektronische Geräte zu schützen?
Marcel Fehr: Nicht ganz, ein Blitzableiter schützt in erster Linie das Gebäude und die Menschen darin. Es sorgt dafür, dass ein direkter Blitzeinschlag kontrolliert in die Erde abgeleitet wird und so größere Schäden am Haus verhindert werden.
Für Fernseher, Computer, Router oder andere Elektrogeräte reicht das aber allein nicht aus. Denn ein Blitz kann auch über Strom-, Telefon- oder Antennenleitung gefährliche Überspannungen ins Haus bringen, selbst wenn er nur in der Nähe einschlägt.
Deshalb empfehlen Fachleute zusätzlich einen sogenannten inneren Überspannungsschutz. Erst das Zusammenspiel aus äußerem Blitzschutz und Überspannungsschutz sichert die Technik im Haus gut ab.
Dreifaches Schutzkonzept gegen Überspannungen bei Gewitter
SWR1: Nutzen Steckerleisten mit Überspannungsschutz wirklich etwas?
Fehr: Ja, allerdings braucht es mehr als das. Eine Steckdosenleiste mit Überspannungsschutz ist nur der letzte Baustein eines guten Schutzkonzepts. Idealerweise gibt es drei Ebenen: den Blitzableiter am Gebäude, Überspannungsschutz im Sicherungs- oder Zählerschrank und schließlich den Feinschutz direkt an der Steckdose.
Die Schutzgeräte im Haus fangen den größten Teil der Überspannung ab. Die Steckerleiste schützt dann empfindliche Geräte vor den verbleibenden Spannungsspitzen. Solche Steckerleisten gibt es nicht nur für den Strom, sondern auch für Telefon- und Antennendosen.
Wichtig ist allerdings die Qualität. Fachleute raten zu geprüften Produkten, zum Beispiel mit VDE oder GS-Zeichen. Sehr günstige No-Name-Produkte bieten oft nicht den versprochenen Schutz. Bei allen Blitzschutzeinrichtungen sollte man im Zweifelsfall einen Fachmann zu Rate ziehen.
Das könnt ihr für eure elektronischen Geräte tun, wenn ihr verreist
SWR1: Was kann ich selbst tun, wenn ein Gewitter aufzieht oder ich in den Urlaub fahre?
Fehr: Der beste Schutz ist oft ganz einfach: Stecker ziehen. Wer empfindliche Geräte komplett vom Stromnetz trennt, schützt sie am zuverlässigsten vor Überspannungen. Dabei sollte man, wenn möglich, auch Antennennetzwerk oder Telefonkabel abziehen, denn auch darüber können Spannungsspitzen ins Gerät gelangen. Das sollte allerdings rechtzeitig geschehen und nicht erst, wenn das Gewitter schon direkt über dem Haus ist.
Wer in einer Gegend wohnt, in der es besonders häufig gewittert, für den lohnt sich oft auch der fest eingebaute Überspannungsschutz. Hier empfiehlt sich allerdings auch die Rücksprache mit einer Elektrofachkraft.
Bei Schäden durch Blitze und Gewitter: Wann zahlt die Versicherung?
SWR1: Wenn Computer, Router oder andere Geräte durch Blitz oder Überspannung kaputt1707gehen, zahlt dann die Versicherung?
Fehr: Das kommt immer auf den Versicherungsvertrag an. Grundsätzlich gilt: Schäden am Gebäude selbst, etwa am Dach oder an der Elektroinstallation nach einem direkten Blitzeinschlag übernimmt in der Regel die Wohngebäudeversicherung.
Für Fernseher, Computer, Router oder andere bewegliche Gegenstände ist normalerweise die Hausratversicherung zuständig. Allerdings sind Überspannungsschäden nicht automatisch in jedem Tarif enthalten und werden meist nur übernommen, wenn eine sogenannte Überspannungsklausel vereinbart wurde. Dieser Zusatz kostet häufig nur einen kleinen Aufpreis und kann im Ernstfall viel Geld sparen.
Außerdem belohnen manche Versicherer vorbeugende Maßnahmen. Ein fachgerecht installierter Blitzableiter oder ein Überspannungsschutz können sich unter Umständen auch positiv auf den Versicherungsbeitrag auswirken. Deshalb lohnt sich Einblick in die eigenen Vertragsbedingungen oder ein kurzes Gespräch mit der Versicherung.