Zwischen spitzen Stacheln versteckt sich ein echtes Geschmacks-Highlight. Mit etwas Glück finden es Spaziergänger sogar gratis im Wald – zumindest in vielen Regionen im Südwesten. Die Esskastanien fallen auf den Boden, sobald sie reif sind. Beim Aufsammeln helfen Handschuhe gegen die aggressiven Stacheln.
Am besten die Außenhülle direkt entfernen. Auch dann sind die Esskastanien immer noch durch eine dünne Schale geschützt.
Kastanien und Rosskastanien sind nicht verwandt
Kastanien – botanisch heißen sie Castaneae - bilden eine Gattung in der Pflanzenfamilie der Buchengewächse. Rosskastanien dagegen sind wieder eine eigene Pflanzengattung in der Pflanzenfamilie der Seifenbaumgewächse.
Die Bäume und Sträucher der Pflanzengattung Kastanien entwickeln - botanisch betrachtet - Nüsse. Die Nuss, also die Kastanie, befindet sich in einem stacheligen Fruchtbecher. Der Fruchtbecher besteht aus mehreren Klappen, die sich erst öffnen, wenn die Frucht reif ist.
Je nach Kastanienart enthält der Fruchtbecher eine Nuss oder drei Nüsse. Was wir essen, ist das Innere der Nuss – der Samen.
Esskastanien oder Maroni – der Unterschied
Esskastanien wachsen vor allem in Laubwäldern. Da sie ähnliche klimatische Bedingungen wie Wein benötigen, findet man sie vor allem in Weinanbaugebieten, also zum Beispiel in der Pfalz oder im Schwarzwald.
Esskastanien im Wald oder auf öffentlichen Plätzen gesammelt sind deutlich kleiner als die, die es im Laden zu kaufen gibt. Im Geschäft sind es in aller Regel Maroni.
Maroni und echte Esskastanien sind nicht das gleiche. Bei Maronen handelt es sich um die Zuchtform. Sie schmecken auch süßer und nussiger als Esskastanien.
Maroni lose und vakuumverpackt - wichtig zu wissen
Sabine Schütze, Ernährungsberaterin beim SWR, weist darauf hin, dass jede dritte Probe bei Maronen im Verkauf Schimmelspuren aufweist. Ein Tipp, um zu erkennen, ob Maronen noch frisch sind, ist der Wassertest: In einer Schüssel mit Wasser sinken die guten Maronen nach unten, die schlechten bleiben an der Oberfläche.
Deshalb sind die geschälten und vorgegarten Maroni in der Vakuumverpackung durchaus eine Alternative beim Kochen. Sabine Schütze erklärt: „Sie sind bezüglich des Schimmelbefalls nicht auffällig. Da sie frisch zubereitet und vakuumiert werden, haben sie das Problem nicht.“
Kochen mit Kastanien und Maroni
Der Einsatzbereich für Esskastanien oder Maroni in der Küche ist riesig: Als Beilage zu Wildgerichten, in einer cremigen Maronensuppe oder auch in Füllungen für Gemüse oder Geflügel kommen sie gut zur Geltung.
Außerdem gibt es aus Maronen auch Mehl, das sich zum glutenfreien Backen eignet. Aus Kastanienmehl werden beispielsweise auch Nudeln hergestellt.
Wer frische Esskastanien oder Maroni zum Kochen verwenden will, muss zuerst die braune, ledrige Schale loswerden. Köchin Mira Maurer aus Freiburg entfernt diese mit einer einfachen Methode.
Sie sagt: „Bei der Zubereitung der Esskastanien sollte man sie am besten mit einem scharfen Messer kreuzförmig einschneiden. Wichtig dabei ist, dass es tief reingeht, dass die Schale auch wirklich durchgeschnitten ist, sonst platzen sie beim Kochen auf. Das Gleiche gilt auch, wenn man sie im Ofen rösten möchte.“
Rund 20 Minuten müssen die Esskastanien kochen oder rösten. Anschließend sind sie leicht zu schälen. Mit den fertigen Esskastanien bereitet sie für Marktcheck Kabeljau mit Kastanienkruste, cremigem Gemüse und Nudeln zu. Und zum Dessert gibt es eine Panna Cotta mit Kastanien und Feigen.
Kulinarik mit Esskastanien: Rezepte von Köchin Mira Maurer
Perfekt für die Herbstzeit Kabeljau unter einer Kastanienkruste mit Kürbis-Lauchgemüse
Fisch mit nussigem Aroma gekrönt für die herbstliche Jahreszeit.
Für die herbstliche Jahreszeit Kastanien-Panna-Cotta mit Portwein-Feigen
Ein edles, saisonales Dessert für Kastanien- und Feigen-Fans.