Medizin: Diese Rechte habt ihr als Patient:innen

Was macht gute Mediziner:innen aus? Wie schaffen wir es, durch Prävention von Krankheiten verschont zu bleiben? Dr. Michael de Ridder gibt Antworten.

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Kompetent und selbstbestimmt durch den Gesundheitsdschungel

Dr. Michael de Ridder hat jahrzehntelange Erfahrung als Arzt, zuletzt als Chefarzt der Rettungsstelle eines Berliner Krankenhauses und als Geschäftsführer des von ihm mitbegründeten Vivantes Hospiz.

Gesundheitskompetenz & die Rolle des Arztes

Dr. Michael de Ridder hat selber vor Jahren zwei schwere Erkrankungen durchleiden müssen und sieht vor allem Empathie der Mediziner gegenüber den Patient:innen als einen entscheidenden Faktor. Wenn sich Ärzt:innen, aus welchen Gründen auch immer, nicht die Zeit für intensive Gespräche mit Patient:innen nehmen würden, trage dies einer schlechteren Heilung bei.

Eine Studie zeigt: im Durchschnitt unterbricht der Arzt den Patienten nach 18 Sekunden.

Patientenrechte & die entscheidende Frage im Arztgespräch

Patienten:innen haben weitreichende Rechte auf Information und Unterlagen. De Ridder rät deshalb zu einer spezifischen Frage, um die Haltung der Mediziner:innen zu erkennen.

Was würden Sie denn an meiner Stelle machen, wenn Sie in meiner Situation sind?

Hinzu kommt: Das Recht auf Einsicht und Kopie der Behandlungsunterlagen ist ein zentrales Recht von Patient:innen. Sie haben das Recht, vom Arzt zumindest Einblick in die Behandlungsunterlagen – und zwar in alle – zu verlangen. Durch ein Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) ist dieses Recht noch gestärkt worden: Seit einigen Monaten muss der Arzt oder die Ärztin Patient:innen eine kostenlose Kopie zur Verfügung stellen. Dieses Einsichtsrecht besteht auch bei schwerer Krankheit; in diesem Fall übernehmen Patient:innen dann die eigene Verantwortung für die durch den Einblick gewonnenen Informationen.

Prävention vs. Heilung: Systemkritik und Früherziehung

Das Gesundheitssystem sei primär auf die Behandlung bestehender Krankheiten ausgerichtet, während die Vorsorge vernachlässigt wird – so sieht es zumindest Dr. Ridder.

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Um dem entgegenzuwirken, fordert er ein Umdenken, das frühzeitig beginnen muss. Konkret sei ein Fach Gesundheitserziehung in den Schulen ganz dringend nötig. Die Aufklärung darüber, wie man mit der Ressource Körper umgeht und ihn erhält, muss deshalb frühzeitig angegangen werden.

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