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Was tun, wenn es der Leber nicht gut geht?

Millionen Menschen haben schlechte Leberwerte – ohne es zu wissen. Meist ist nicht Alkohol schuld, sondern die Ernährung. Warum Nahrungsergänzungsmittel und "Detox" nicht helfen.

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Von Autor/in Valeria D'Alessio

Im Alltag nimmt man oft zu viel Zucker, Kohlenhydrate und Fett zu sich. Wer nicht handelt, dem können gesundheitliche Probleme mit der Leber drohen - im schlimmsten Fall eine Leberzirrhose.

Die gute Nachricht: Mit der richtigen Ernährung muss es nicht so weit kommen. Wie kann sich die Leber wieder erholen? Was taugen Detox-Produkte? Und wie ist der Stand der Medizin, wenn die Leber doch schon stärker betroffen ist? Der Arzt und SWR Gesundheitsexperte Dr. Lothar Zimmermann gibt die wichtigsten Tipps im Studio.

Können Nahrungsergänzungsmittel entgiften?

Nahrungsergänzungsmittel für die Leber boomen. Es gibt zig Nahrungsergänzungsmittel, die mit "Detox" und "Entgiftung" werben und die Leber angeblich unterstützen bei ihrer Arbeit.

Tees, Tabletten, Tropfen und Kapseln – neben der Entgiftung sollen manche Leber-Produkte sogar auch noch beim Abnehmen helfen. Das wäre für Menschen mit einer Fettleber oft günstig.

Doch sie enthalten meist entwässernde Bestandteile. Und die können gefährlich werden, warnt Sabine Holzäpfel von der Verbraucherzentrale.

Bei entwässernden Inhaltsstoffen kann es sein, dass dann auch vermehrt Mineralstoffe ausgeschieden werden, die aber wichtig sind und gebraucht werden – zum Beispiel Magnesium, Kalium, Natrium. Im schlimmsten Fall kann das zu Mangelerscheinungen führen, weil dann die Mineralstoffe im Stoffwechsel fehlen.

Forum Nahrungsergänzungsmittel – Notwendig oder überflüssig?

Acht von zehn Deutschen nehmen sie: Vitamin-Tabletten, Detox-Kapseln und andere so genannte Nahrungsergänzungsmittel. Das Geschäft mit den angeblichen Gesundmachern ist ein Milliardenmarkt. Doch wie wirken Nahrungsergänzungsmittel? Und wer braucht sie?

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Mariendistel: Wirkung wissenschaftlich nicht belegt

Besonders häufig in Leberpräparaten enthalten: Mariendistel. Sie wird als schützende Heilpflanze beworben.

Für Erkrankungen wie Fettleber gibt es bislang aber keine wissenschaftlichen Beweise, dass sie hier tatsächlich hilft. Sie kann sogar starke Nebenwirkungen auslösen.

Curcuma, Piparin, Ashwagandha: Vorsicht vor Produkten aus dem Ausland

Manche Präparate enthalten tatsächlich Stoffe, die laut Europäischer Lebensmittelsicherheitsbehörden viel strenger geregelt oder gar verboten werden müssten.

Dazu gehört zum einen das Curcumin - was oft in diesen Produkten verwendet wird - Curcuma-Extrakt und auch Piparin oder Ashwagandha. Da sind Risiken für die menschliche Gesundheit möglich - vor allem, weil es in Nahrungsergänzungsmitteln immer in konzentrierter Form vorliegt.

Die Verbraucherzentrale informiert regelmäßig mit aktuellen Verbraucherwarnungen auch über gesundheitsgefährdende Produkte im Bereich Nahrungsergänzungsmittel.

Auffallend sind außerdem Fake-Werbekampagnen für Nahrungsergänzungsmittel mit der illegalen Nutzung prominenter Persönlichkeiten als Lockvögel.

Rezeptfrei und verschreibungspflichtig Vorsicht Wechselwirkung: Was man vor der Einnahme von Medikamenten wissen sollte

Wer mehr als ein Medikament nimmt, auch vorübergehend, möchte sicher sein, die Wirkstoffe vertragen sich. Wechselwirkungen gibt es auch mit Lebens- oder Nahrungsergänzungsmitteln.

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Die Leber unser zentrales Entgiftungsorgan

Doch braucht die Leber überhaupt Hilfe von außen? Die Leber ist unser zentrales Entgiftungsorgan. Bei allem, was wir zu uns nehmen, filtert die Leber zunächst Schadstoffe wie Alkohol oder Reste von Medikamenten aus dem Blut.

Die Leber wandelt sie um und sorgt dafür, dass diese Reste über die Nieren, den Darm oder die Galle ausgeschieden werden – ganz von selbst, ohne Detox-Produkte.

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Das Geschäft mit Nahrungsergänzungsmitteln

Wichtig zu wissen: Weil keine entgiftende Wirkung nachweisbar ist, dürfen Hersteller ihre Produkte auch gar nicht mit dem Wort "Detox" bewerben oder es im Namen verwenden. Trotzdem tun es viele.

Nahrungsergänzungsmittel sind ein Riesen Markt, mit dem Herstellende viel Geld verdienen können. Insofern ist es natürlich verlockend, bestimmte Trends aufzugreifen und dann immer wieder Begriffe zu verwenden, wo man weiß, da springen Menschen darauf an. Oft ist das Problem, dass Hersteller im Ausland sitzen, dass man dann an die Firmen schwer rankommt mit rechtlichen Mitteln. Deshalb ist es auch ganz wichtig, darüber aufzuklären, dass Lebensmittel eben nicht entgiften können.

Auch unsere Detox-Produkte kommen aus dem Ausland, zwei davon aus der EU. Wir fragen die Hersteller an. Bis Redaktionsschluss erhalten wir aber keine Antwort.

Was der Leber gut tut

Wer der Leber etwas Gutes tun will, sollte sich bewusster ernähren und zum Beispiel auch Kaffee trinken. Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass drei Tassen pro Tag helfen können.

Der Kaffee enthält verschiedenste Antioxidantien, unter anderem Polyphenole, die eine entzündungshemmende, auch eine krebshemmende Wirkung haben und so bei verschiedenen chronischen Lebererkrankungen potenziell günstig wirken.

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Wir trinken so viel Kaffee wie nie, im Durchschnitt knapp vier Tassen täglich. Ist das gesund oder gefährlich? Wer besser die Finger von Kaffee lassen oder weniger trinken sollte.

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Fazit:

  • Nahrungsergänzungsmittel für die Leber versprechen viel, liefern aber wenig. Im schlimmsten Fall können sie sogar schaden.
  • Wer seine Leber schützen will, sollte lieber auf einen gesunden Lebensstil setzen.

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Erstmals publiziert am
Stand
Moderator/in
Hendrike Brenninkmeyer
Marktcheck Moderatorin Hendrike Brenninkmeyer
Gespräch mit
Dr. Lothar Zimmermann , Arzt und SWR-Gesundheitsexperte
Autor/in
Valeria D'Alessio
Onlinefassung
Heidi Keller