Möhrenreste, der Strunk von Pastinaken oder Roter Bete sowie das sogenannte Salatherz können wir wunderbar wieder wachsen lassen. Dafür werden die entsprechenden Gemüseenden in kleine Becher oder Schüsseln mit etwas Wasser gegeben und aufs Fensterbrett gestellt.
Frühlingszwiebeln – schneller Erfolg beim Regrowing
Der Teil der Frühlingszwiebeln, den wir sowieso übrig haben und wegschmeißen würden, ist fürs Regrowing interessant. Diese etwa zwei Zentimeter der Frühlingszwiebel plus der daran wachsenden Wurzelreste werden nämlich ins Wasser gestellt.
Wichtig: Der Lauchrest soll nicht komplett im Wasser verschwinden. Lediglich die Wurzeln und ein kleiner Teil des Lauchs sollen im Wasser stehen.
In einen Eierbecher lassen sich zwei Exemplare gut reinstellen, ohne umzukippen. Innerhalb weniger Tage schiebt sich in der Mitte des Lauchs zaghaftes erstes Grün raus.
Nach nur sechs bis sieben Tagen sind schon fast sechs Zentimeter neuer Lauch gewachsen. Hier kann ich quasi beim Wachsen zugucken. Das macht Spaß!
Tipp: Wichtig ist, das Wasser beim Regrowing etwa alle drei Tage zu wechseln, damit nichts schimmelt oder gammelt.
Experimente mit Anzuchterde
Ich habe immer wieder gelesen, dass das wiedergewachsene Gemüse nach rund zwei Wochen in Anpflanzerde eingetopft werden kann. Allerdings muss ich sagen, dass das mit meinen Lauchzwiebeln nicht geklappt hat. Die sind in der Erde einfach eingegangen.
Interessant ist auch, dass nicht alle Reste gut Wurzeln bilden, sich also nicht für Pflanzversuche eignen.
Übrigens: Mit etwas mehr Geduld klappt das Regrowing auch mit Lauch, gemeint ist Porree. Hier schiebt sich das mittlere Grün aber deutlich langsamer aus dem Rest raus.
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Wurzelgemüse – üppiges Blattgrün wachsen lassen
Die Sortenvielfalt ist so groß wie die Möglichkeiten fürs Regrowing: Pastinake, Petersilienwurzel, Knollensellerie, Rote Beete, Karotten, Rettich oder Kohlrabi. Allerdings mag ich die ledrigen Blätter des Kohlrabi nicht besonders. Deshalb habe ich es damit gar nicht erst versucht.
Wichtig zu wissen: Wurzelgemüse bildet kein neues Gemüse. Hier sprießt lediglich das Blattgrün. Doch das lässt sich als frisches Küchenkraut gut zum Würzen von Salaten und anderen Gerichten nutzen.
Um die grünen Blätter des Gemüses wachsen zu lassen, brauchen wir nicht das untere Ende des Gemüses, sondern das obere - genauer gesagt wieder ein etwa zwei Zentimeter dickes Stück.
Dieses obere Ende wird - ähnlich wie der Lauchzwiebelrest - in eine kleine Schüssel oder einen Becher mit etwas Wasser gegeben. Auch hier gilt: Nur die untere Hälfte kriegt nasse Füße.
Wurzelgemüse lässt sich etwas Zeit beim Wachsen. Hier zeigen sich erste Millimeter Grün nach etwa einer Woche. Rund drei Wochen dauert es, bis das Blattgrün schön üppig wächst.
Zusätzliche Tipps fürs Regrowing
- Petersilienwurzeln verwandeln wahrscheinlich aufgrund des enthaltenen Inulins das Wasser in eine merkwürdige Suppe. Deshalb das Wasser etwas häufiger wechseln. Außerdem wächst mein Blattgrün nur äußerst zaghaft.
- Lauch und Frühlingszwiebeln verströmen ihren typischen Zwiebelgeruch und ziehen besonders schnell kleine Fliegen an. Wer das nicht möchte, stülpt ein größeres Glas übers kleine Nachzucht-Wasserglas.
- Frisches Zitronengras soll sich auch gut „regrowen“ lassen und soll sogar wieder in Erde gepflanzt werden können, wenn sich Wurzeln gebildet haben.
Das habe ich allerdings noch nicht ausprobiert. Dafür habe ich mit Blattsalat noch ein paar interessante Erfahrungen gemacht.
- Je üppiger das Blattgrün sprießt, desto mehr Wasser braucht es. In den kleinen Eierbechern musste ich zum Schluss täglich Wasser nachfüllen.
Regrowing hält Salat lange frisch
In vielen Anleitungen steht, dass man zum „regrowen“ von Blattsalat nur den Strunk ins Wasser stellt. Das halte ich für wenig praktikabel.
Besser ist es, wenigstens einige kleine Blättchen am Strunk zu lassen, die sich dann entwickeln können.
Am besten ist es allerdings, ruhig noch ein paar mehr Blätter am Strunk zu lassen. Denn Blattsalat wächst äußerst langsam.
Das hat wiederum einen tollen Vorteil speziell für kleine Haushalte: Denn eine Person mag selten direkt einen kompletten Kopfsalat verarbeiten und essen. Um trotzdem nicht auf die teureren Salatherzen im Supermarkt zurückgreifen zu müssen, kann ich empfehlen, Regrowing zu nutzen.
Start mit einem Kopfsalat: Für die erste Mahlzeit einfach die äußeren Blätter nutzen. Die inneren Blätter am Salat lassen und zum Regrowen den Strunk mit den Blättern in eine Schüssel stellen.
So hält sich der Salat wochenlang frisch und wächst sogar noch etwas.
Tipp: Der Salat kann so auch super bei Zimmertemperatur aufbewahrt werden. Denn im Kühlschrank ist es ihm schnell zu kalt. Und draußen welkt er.
Regrowing ist die Lust an zarten, grünen Trieben
Beim Regrowen geht es nicht darum, ertragreiches Gemüse nachzuziehen, sondern eher um den Spaß, dem Blattgrün beim Wachsen zuzusehen.
Das macht besonders Kindern Freude, vermittelt auch uns Erwachsenen ein besseres Verständnis für unser Gemüse und sorgt ganz nebenbei für einen würzigen Kick in unseren Salaten.
Denn das zarte Blattgrün schmeckt wunderbar intensiv und bereichert unsere Mahlzeiten als Topping sowohl optisch als auch geschmacklich.