Es ist ein naheliegender Gedanke beim Shoppen: Wenn man im Winter Sommerware kauft - wie zum Beispiel Sommerreifen, Gartenmöbel, Grills oder Fahrräder - sind sie billiger, weil die Nachfrage nach solchen Saisonartikeln dann niedriger ist. Das Stichwort hier ist „anti-zyklisches Einkaufen“. Was ist da dran?
Im Winter oder im Sommer kaufen: Beispiel Gartenmöbel
Anbieter von Gartenmöbeln werben im Winter häufig mit deutlichen Rabatten. Auf einer Website gibt es zum Beispiel den edlen Terrassen-Lounge-Sessel für 2.000 Euro statt 2.900 Euro oder den Strandkorb für gut 3.000 Euro statt für knapp 4.000 Euro. Die Anbieter begründen das damit, dass sie in den Lagern Platz schaffen wollen für neue Ware.
Wir haben bei mehreren Baumärkten nachgefragt, wie es bei ihnen aussieht. Die Baumarktkette Obi hat zurückgemeldet, sie hätten reduzierte Sonderposten mit Rabatten unter anderem auf Gartenmöbel, Grills und Pools. Die Faustregel scheint also noch zu gelten, das bestätigt auch die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz.
Sie sagt aber gleichzeitig auch, dass sie mittlerweile häufig das genaue Gegenteil beobachten: Nämlich, dass sich die Händler in der Hauptsaison im Sommer mit Preisen unterbieten – weil sie da ja viel mehr um Kunden konkurrieren müssen. Heißt also, wenn alle Anbieter gleichzeitig im Sommer Gartenmöbel verkaufen, wird das Angebot größer – und der Preis sinkt.
Beides ist also möglich: Dass Saisonartikel wie Gartenmöbel im Winter günstiger werden, weil die Lager geräumt werden müssen. Und dass Gartenmöbel im Sommer günstiger werden durch die starke saisonale Konkurrenz.
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Rabatte und Sonderangebote - nicht immer günstig
Im Laden wie im Internet: Händler stellen dar, dass sie ihre Luxus-Garten-Lounge aktuell angeblich 1.000 Euro günstiger verkaufen – ob der ursprüngliche Preis stimmt, darauf können Verbraucher erstmal nicht vertrauen.
Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg hat vor einiger Zeit gegen solche „Phantasie-Rabatte“ bis hoch zum Europäischen Gerichtshof (EuGH) geklagt – mit Erfolg. Der EuGH hat geurteilt: Wer mit Rabattpreisen wirbt, muss nachweislich den günstigsten Preis der letzten 30 Tage aufrufen.
Viele Händler tun das nämlich nicht. Sie verweisen stattdessen beim Reduzieren auf irgendwelche vorherigen Preise oder auf die so genannte unverbindliche Preisempfehlung der Hersteller – und der vermeintliche Rabatt ist in Wirklichkeit gar keiner.
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Wichtiger Check: Preisvergleich über mehrere Monate
Wer wirklich sichergehen will beim Sparen, dem empfiehlt die Verbraucherzentrale: Auf Online-Vergleichsportalen die Preisentwicklung eines Produkts über einen längeren Zeitraum hinweg beobachten.
Hier kann man genau erkennen, was ein Produkt zum Beispiel vor einem halben Jahr gekostet hat. So kommt man tatsächlich an echte, authentische Schnäppchen.
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Fahrräder sind tatsächlich ein Sonderfall: Die Fahrradhändler haben seit der Corona-Zeit zu viel Ware im Lager. Damals gab es eine große Nachfrage nach Rädern, woraufhin die Händler viele Räder bestellten – auf denen sie zum Teil sitzen geblieben sind.
Die Lager sind also immer noch gut gefüllt. Deshalb gibt es bei Fahrrädern seit geraumer Zeit ständig günstige Preise - ganz unabhängig von der Saison. Das wird sich voraussichtlich erst in den nächsten zwei Jahren wieder ändern.
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Denn Sommerreifen kann man grundsätzlich viel länger nutzen – wer in einem Gebiet wohnt, wo es selten richtig kalt wird, theoretisch das ganze Jahr. Dann lässt man das Auto an den drei Tagen, an denen es glatt wird, einfach stehen.
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Winterreifen günstiger kaufen
Winterreifen dagegen kriegt man im Sommer oft billiger. Das könnte laut ADAC damit zu tun haben, dass wir in Deutschland nur eine so genannte situative Winterreifenpflicht haben – das heißt, man muss Winterreifen nur dann aufziehen, wenn es glatt ist oder schneit.
Winterreifen braucht man also wirklich nur für eine kurze Zeit. Daher werden sie im Frühling wieder billiger.