Hydrologe schockiert

Brita, BWT und Co.: Wie gut funktionieren Tischwasserfilter?

Wasserfilter versprechen, problematische Stoffe im Leitungswasser zu reduzieren. Doch sind die Filter von Brita, BWT, Acala und Co. ihr Geld wert? Und wie gesund ist gefiltertes Wasser?

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Von Autor/in Hanna Spanhel, Lea Spraul

Gefiltertes Wasser soll unser Trinkwasser "noch besser" machen. Die Hersteller von Tischwasserfiltern geben an, dass ihre Produkte Kalk, Schwermetalle und andere vermeintlich problematische Stoffe im Leitungswasser reduzieren. Einfache Filterkannen sind für etwa 20 bis 50 Euro erhältlich - es gibt aber auch deutlich teurere Tischwasserfilter.

Ob solche Wasserfilter sinnvoll und nützlich sind, ist allerdings umstritten. Denn die Frage ist: sind in unserem Leitungswasser überhaupt Stoffe enthalten, die man besser herausfiltern sollte? Oder könnten durch solche Filter womöglich erst recht unerwünschte Stoffe ins Trinkwasser gelangen?

Brita, BWT, Acala & Lidl – so (un)nötig sind Tischwasserfilter | BUY BETTER SWR

Vier Tischwasserfilter im Check
Die Versprechen der Tischwasserfilter
Wie wird unser Leitungswasser aufbereitet – und wie gut ist es?
Alte Bleileitungen im Haus? Vermieter und Eigentümer in der Pflicht
Laborcheck: Wie gut filtern Wasserfilter Schwermetalle?
Wasserfilter: Juristin übt Kritik an Werbeversprechen
PFAS, Medikamentenrückstände & Co: Wie gut filtert Aktivkohle?
Kalk im Leitungswasser: Ist das wirklich ein Problem?
Laborcheck: Wie effektiv wird Kalk durch Tischwasserfilter reduziert?
Gesundheitsgefahr: Grenzwert bei Nitrit in einer Stichprobe überschritten
Bietet gefiltertes Wasser auch Vorteile für die Gesundheit?
Keime im Trinkwasser: Wie hygienisch sind Wasserfilter?
Fazit & Tipps für gutes Trinkwasser

Vier Tischwasserfilter im Check

Um zu checken, was Tischwasserfilter konkret können, haben wir uns stichprobenartig vier Wasserfilter genauer angesehen - und haben Proben von gefiltertem Wasser in einem Labor der Uni Freiburg sowie in einem weiteren Labor analysieren lassen:

  • jeweils eine Filterkanne der beiden bekannten Marken Brita und BWT für rund 26 Euro und rund 25 Euro
  • die Silvercrest-Filterkanne von Lidl für knapp 10 Euro
  • die Filterkanne Taro für fast 75 Euro von Acala - als Beispiel für eine Nische, in der es auch um vermeintliche „Renaturierung“ und „Entspannung“ des Leitungswassers geht.

Die Versprechen der Tischwasserfilter  

Die Werbeversprechen der Hersteller von Wasserfiltern klingen nach viel. Unter anderem geben mehrere Marken an, dass ihre Tischwasserfilter Stoffe wie Kalk, Schwermetalle und andere "Störfaktoren" oder "Verunreinigungen" aus dem Wasser filtern.

Der Brita Tischwasserfilter soll „Wasser ohne geschmackstörende Stoffe mit besserem Geschmack" bieten. Konkurrent BWT erklärt, dass ihr Filter „je nach (…) Bedürfnissen Störfaktoren filtert und nach Wahl mineralisiert und so (die) Lebensqualität auf ein neues Level hebt." Der Filter von Lidl soll auch effektiv "Kalk und Schwermetalle" reduzieren.

Zudem gibt es teurere Filter, die mit einer "Strukturierung für frisches, ursprüngliches Quellwasser" werben. Ein Beispiel ist der Filter von Acala. Der Hersteller gibt auch an, dass sein gefiltertes Wasser “für die Gesundheit weitaus vorteilhafter ist als gewöhnliches Leitungswasser".

Woher kommt unser Leitungswasser – und wie wird es aufbereitet?

Um zu klären, ob Leitungswasser in Deutschland Substanzen enthält, die problematisch sind, lohnt ein kurzer Blick aufs Trinkwassersystem.

Das Wasser aus dem Wasserhahn war meist einmal Regen. Es sickert durch verschiedene Gesteinsschichten, wird dabei natürlicherweise gefiltert und landet im Grundwasser. Die Wasserwerke gewinnen Trinkwasser in Deutschland größtenteils aus Grundwasser, ein kleiner Teil stammt auch aus Quellen und Oberflächengewässern wie Talsperren oder Seen.

Bevor das Wasser in den Haushalten ankommt, wird es in den Wasserwerken streng geprüft und aufbereitet - je nach Region mit Verfahren wie Sandfiltern, Aktivkohle oder UV-Licht, in einigen Regionen werden sogar große Umkehrosmoseanlagen eingesetzt. Je nach Quelle und Quellregion schmeckt Leitungswasser regional unterschiedlich - in einigen Regionen sind etwa viele Mineralstoffe wie Calcium und Magnesium enthalten, in anderen weniger.

Trinkwasser gilt daher in Deutschland bis an den Hausanschluss als völlig bedenkenlos - und engmaschig kontrolliert, von Keimen über Schwermetalle und Pestizide bis hin zu hormonell wirksamen Stoffen wie Bisphenol A. Durch die Analytik können Wasserwerke heute auch winzige Mengen bestimmter Substanzen nachweisen. Tauchen neue problematische Stoffe auf, etwa Chemikalien wie PFAS, werden neue Grenzwerte in der Trinkwasserverordnung festgelegt.

Alte Bleileitungen im Haus? Vermieter und Eigentümer in der Pflicht

Probleme beim Trinkwasser entstehen Fachleuten zufolge in aller Regel "auf der letzten Meile" - also in den Gebäuden selbst. Etwa wenn Wasser lange in den Leitungen steht oder die Temperaturen nicht passen.

Viele Menschen sorgen sich aber auch, weil sie in einem Gebäude mit alten Leitungen leben. Probleme - etwa mit Bleileitungen - sind Fachverbänden zufolge heute allerdings kaum noch ein Problem in Deutschland. Einzelne Berichte darüber sorgen dennoch ab und an für Aufmerksamkeit. Die Trinkwasserverordnung verpflichtet Wasserversorger, alte Bleileitungen stillzulegen oder auszutauschen; auch in Wohnhäusern mussten noch vorhandene Bleirohre bis Anfang dieses Jahres ersetzt werden. Hier sind Eigentümer und Vermieter in der Pflicht.

Wer sicher gehen will, kann bei Vermieter oder Hausverwaltung nachfragen. Möglich ist auch, das eigene Leitungswasser mithilfe von Trinkwasser-Testkits einmal untersuchen zu lassen. Solche Wassertests kann man online kaufen, sie werden anschließend in einem Labor analysiert. Anschließend können Probleme behoben werden - und somit die Ursache.

Laborcheck: Wie gut werden Schwermetalle herausgefiltert?

Um herauszufinden, wie Tischwasserfilter in punkto Schwermetalle - etwa aus Hausleitungen - funktionieren, haben wir in einem exemplarischen Haushalt Proben genommen: Zum einen von ungefiltertem Leitungswasser, zum anderen von Wasser, das mit den vier Filterkannen gefiltert wurde. Diese Proben wurden zum Fraunhofer IGB in Stuttgart geschickt - und dort unter anderem auf Schwermetalle wie Blei, Kupfer oder Nickel untersucht.

Denn der Hersteller Brita schreibt: “Reduziert Spuren von Rückständen von Herbiziden, Pestiziden und Medikamenten, Blei und Kupfer.” Zusätzlich gibt Brita an: „sofern im Leitungswasser vorhanden.“ BWT, Lidl und Acala machen ähnliche Aussagen, allerdings oft ohne diesen Hinweis.

Acala schreibt, dass ihr Filter Schadstoffe wie Chlor, Mikroplastik, PFAS, Schwermetalle, Pestizide und Medikamentenrückstände „zuverlässig entfernt.“

In unserer Stichprobe sind die Werte für Schwermetalle im grünen Bereich - sowohl bei der Probe des ungefilterten Leitungswassers, als auch bei den Proben von den vier Filtern. Das heißt: im ungefilterten Ausgangswasser waren nur geringe Spuren etwa von Zink und Kupfer enthalten, weit unterhalb der Grenzwerte. Durch die Filtrierung wurden diese Spuren noch weiter reduziert.

Wasserfilter: Juristin übt Kritik an Werbeversprechen

Die Ergebnisse der Stichprobe mit Blick auf Schwermetalle zeigen: Nicht immer befinden sich im Wasser überhaupt potenziell problematische Stoffe oder Mengen davon.

Rechtsanwältin und Expertin für Wettbewerbsrecht Christiane Köber erklärt, dass für Verbraucher durch einige der Werbeaussagen der Hersteller allerdings leicht der Eindruck entstehen könne, dass das Leitungswasser gefiltert werden müsse.

Mir wird ja quasi als Verbraucher suggeriert, dass mein Leitungswasser Schwermetalle (die für mich schädlich sind) enthält. Und denen könne man nur entgegenwirken, wenn ich diesen Filter kaufe. Und ich kläre nicht auf, ich sage nicht, das betrifft nur einzelne Fälle, das sind Ausnahmen. Dann wird es irreführend und auch wettbewerbsrechtlich relevant.

Wir haben die Hersteller der Tischwasserfilter mit dieser Kritik der Juristin konfrontiert. Lidl geht im Statement, das wir zitieren dürfen, nicht auf ihre Aussagen ein.

BWT bezieht sich in einer Stellungnahme nur auf die teils auf den Produkten oder im Netz genutzte Formulierung “Schwermetalle können abhängig von der Quelle im Trinkwasser vorkommen.” Damit werde nicht behauptet, dass Schwermetalle generell im Trinkwasser vorhanden seien. Zudem verweist der Hersteller auf Konkretisierungen in der Bedienungsanleitung.

Acala schreibt auf seiner Homepage sogar: „entfernt zuverlässig … zahlreiche Schadstoffe aus deinem Trinkwasser.“ Laut der Einschätzung von Christiane Köber handelt es sich hierbei um die bedenklichste Werbung. Auf eine Anfrage zu einer Stellungnahme reagiert der Hersteller allerdings nicht.

Mir wird hier als Werbeadressat durchgehend suggeriert, mein Trinkwasser enthält Pestizide, Schwermetalle, Medikamentenrückstände und alle möglichen Schadstoffe. Hier gibt es keinerlei Einschränkungen, hier wird nicht gesagt, das betrifft nur Ausnahmefälle.

PFAS, Medikamentenrückstände & Co: Wie gut filtert Aktivkohle?

Auch Wasseringenieur Stephan Bruck erklärt, dass Trinkwasser in Deutschland in aller Regel unbedenklich sei. Und er ist skeptisch, wie effektiv Tischwasserfilterkannen bei stärker belastetem Wasser überhaupt sein können. Laut Wasseringenieur Stephan Bruck seien die verwendeten Filtermaterialien - wie Aktivkohle - grundsätzlich gut. Somit könnten solche Tischwasserfilter „technisch“ zwar Dinge reduzieren - aber alleine aufgrund der kleinen Größe der Filtermaterialien nur in einem gewissen Maße und nicht für längere Zeit.

Brita und Acala werben aber auch damit, dass die Aktivkohle in ihren Filtern selbst PFAS oder Medikamentenrückstände aus dem Wasser filtern beziehungsweise reduzieren könne.

Wenn wir es jetzt rein auf Tischwasserfilter beziehen: sie werden vielleicht Richtung Metalle funktionieren, aber das meist nur für kurze Zeit. Und nicht in dem Ausmaß. Sollte ich ein wirklich stark belastetes Wasser mit all diesen Inhaltsstoffen - PFAS, Medikamentenrückstände etc. - haben, dann kann ich mir nicht vorstellen, dass das so funktioniert.

Bruck hält entsprechende Aussagen daher eher für ein Mittel, um Ängste zu schüren und so Wasserfiltersysteme zu verkaufen. Denn der richtige Bedarf sei in Deutschland auf Grund der hohen Qualität des Leitungswassers seiner Einschätzung nach nicht gegeben.

Brita schreibt auf unsere Anfrage dazu: „Unabhängige externe Prüfungen zeigen nachweislich, dass Aktivkohle in BRITA Tischwasserfiltern Mikrorückstände wie PFAS, Pestizide oder bestimmte Medikamentenrückstände wirksam reduziert.”

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Kalk im Leitungswasser: Ist das wirklich ein Problem?

Für viele Menschen ist Kalk ein großes Thema im Leitungs- und Trinkwasser. Denn Kalk lagert sich ab, führt zum Verkalken von Haushaltsgeräten und kann beim Putzen ärgerlich werden. Je nach dem, aus welcher Region Trinkwasser stammt, kann es mehr oder weniger kaklhaltig sein - also sehr hart, mittelhart oder weich. Auch geschmacklich macht dies einen Unterschied - gerade für Teetrinker spielt das eine Rolle.

Aus gesundheitlicher Perspektive ist Kalk allerdings unbedenklich. Dazu erklärt Hydrologe Jens Lange, dass es sich bei Kalk um einen natürlichen Bestandteil des Wassers handele: „Kalk, das ist Calcium und Magnesium - und sollte in jedem Wasser drin sein.“

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Gefiltert oder ungefiltert: Wie effektiv wird Kalk durch die Filter reduziert?

Um stichprobenartig zu prüfen, wie gut die Tischwasserfilter Kalk aus dem Trinkwasser entfernen oder reduzieren, haben wir die Filterkannen auch im Labor der Hydrologie an der Universität Freiburg untersuchen lassen - und zwar anonymisiert.

Dabei wurden zum einen neue Filterkartuschen genutzt und zum zweiten Kartuschen, die bereits duzende Liter an Wasser gefiltert hatten - also nur noch die "halbe Filterkapazität" besaßen. Kannen und Kartuschen wurden dabei nach Anleitung bedient, etwa indem die Kartuschen nach der Nutzung kühl gelagert wurden.

Dabei zeigte sich, dass die neuen Filterkartuschen der Kalk sehr effektiv reduzieren konnten. Mittelhartes Ausgangswasser wurde weicher. Bereits bei halber Filterkapazität allerdings filterten die Kartuschen den Kalk in der Stichprobe bereits deutlich schwächer.

Brita schreibt dazu: “Diese partielle Eliminierung ist absolut ausreichend.” BWT schreibt, dass lediglich ein Teil der Wasserhärte reduziert werden müsse, um den Kalkschutz über die gesamte Nutzungsdauer zu erhalten.

Gesundheitsgefahr: Grenzwert bei Nitrit in einer Stichprobe überschritten

Bei der Untersuchung des Wassers auf Kalk im Labor an der Uni Freiburg zeigte sich darüber hinaus überraschend: In einer Wasserprobe aus dem Acala-Filter war der Nitritwert erhöht - anders als im Ausgangswasser sowie den anderen Filterkannen. Betroffen war hier das Wasser aus einer bereits etwas genutzten Kartusche, die nur noch die "halbe Filterkapazität" besaß.

Nitrit kann beispielsweise entstehen, wenn Mikroorganismen - also Keime - im Wasser enthaltenes Nitrat umwandeln. Nitrit kann gerade für Kleinkinder und Säuglinge gesundheitlich problematisch sein, daher gelten in der Trinkwasserverordnung hierfür strenge Grenzwerte.

In der Stichprobe im Labor an der Uni Freiburg wurde dieser Grenzwert von 0,5 beim durch den Acala-Filter gefilterten Wasser überschritten. Um dies zu überprüfen, haben wir daher eine weitere AcalaQuell-Filterkartusche bestellt, erneut nach Anleitung einige Liter Leitungswasser damit gefiltert und eine Probe davon an ein weiteres Labor geschickt. Bei diesem zweiten Labortest lag der Nitrit-Wert dann im grünen Bereich.

Bietet gefiltertes Wasser auch Vorteile für die Gesundheit?

Acala wirbt auch mit Versprechen, die auf die Gesundheit abzielen. Der Hersteller gibt beispielsweise an, dass das gefilterte Wasser „weitaus vorteilhafter für die Gesundheit ist als normales Leitungswasser“ – und verweist dabei auf seiner Website auch auf zwei Auftragsstudien.

Medizinerin Sylvia Stracke von der Universitätsmedizin Greifswald hat sich diese genauer angeschaut - und erklärt, dass die gesunheitsbezogenen Aussagen durch die angeführten Studien nicht belegbar seien, etwa weil diesen kleine Probandengruppe und subjektive Bewertungskriterien zugrunde liegen würden.

Die können jetzt nicht nachweisen, dass das Wasser dann langfristig Gesundheitsrisiken reduziert oder auch nur dem gewöhnlichen Leitungswasser medizinisch überlegen ist.

Keime im Trinkwasser: Wie hygienisch sind Wasserfilter?

Ebenfalls ein Thema bei Wasserfiltern ist die Hygiene. Nach Angaben der Hersteller fällt die Nutzungsdauer einer Kartusche unterschiedlich aus. In der Regel sind vier Wochen oder 120 bzw. 150 Liter der Richtwert, anschließend müssen die Kartuschen ausgetauscht werden.

In den Bedienungsanleitungen geben die Hersteller Hinweise zum hygienischen Umgang mit den Filterkartuschen und Filterkannen – etwa:

  • Filter alle vier Wochen wechseln (BWT)
  • gefiltertes Wasser kühl lagern und innerhalb von 24 Stunden verbrauchen (Brita, Lidl)
  • Kanne und Kartusche bei Nutzungspausen im Kühlschrank aufbewahren, mindestens einmal pro Woche mit Spülmittel reinigen und die Kartusche wöchentlich drei Minuten auskochen (BWT)
  • Oder: mindestens zwei Liter Wasser pro Tag filtern (Acala).

Wasseringenieur Stephan Bruck gibt zu bedenken, dass eine gewisse Gefahr der Verkeimung grundsätzlich bei jeder Form der Haustechnik gegeben sei - so auch bei Tischwasserfiltern.

Der Experte empfiehlt, die Filterkannen nach der Nutzung direkt wieder in den Kühlschrank zu stellen. Denn: „Wenn man das in einer Kanne hat und auf dem Tisch stehen lässt, da steht es im Licht und da steht es in der Wärme. Das heißt, es verkeimt", so Bruck.

Hohe Keimzahlen bei Filter von Acala

Um herauszufinden, inwieweit Verkeimung bei den Tischwasserfiltern eine Rolle spielen kann, haben wir unsere Wasserproben vom Fraunhofer IGB auch stichprobenartig auf Keime hin untersuchen lassen. Voraussetzung dabei war, dass die Filterkartuschen nur wenige Tage lang im Einsatz waren - und im Kühlschrank gelagert wurden, sofern sie nicht gerade genutzt wurden.

Keine Auffälligkeiten gab es dabei bei den Proben des ungefilterten Leitungswassers sowie bei den Proben des Wassers, das mit den Kannen von Brita, BWT und Lidl gefiltert wurde.

Bei der Laboruntersuchung des Filters von Acala allerdings fiel die Gesamtkeimzahl negativ auf: sie lag im "roten Bereich" - sowohl bei den Gesamtkeimzahlen, als auch bei coliformen Bakterien. Die Keime waren vor dem Filtern nicht im Wasser. Um zu prüfen, ob es sich dabei nur um einen Einzelfall handelt, haben wir den Test mit einer weiteren Filterkartusche wiederholt und in ein zusätzliches Labor geschickt. Das Ergebnis wiederholte sich: rote Werte bei den Gesamtkeimzahlen.

Wasserexperte Stephan Bruck erklärt zu den Ergebnissen: „Die Trinkwasserverordnung sagt hier bei den Überschreitungen, dass hier eine eingeschränkte Trinkfähigkeit vorliegt.“

Mit den Ergebnissen konfrontiert, haben wir dazu von Acala keine Antwort erhalten. Einen Grund für die hohen Keimzahlen zu erkennen, die bei den anderen Wasserfiltern nicht auftraten, ist daher schwierig. Eine Rolle spielen könnte möglicherweise, dass ein Filterdurchlauf mit der Kanne von Acala lange dauerte, teils mehr als 30 Minuten, und sie somit auch länger Wärme und Licht ausgesetzt ist.

Fazit: Sind Wasserfilter sinnvoll?

Tischwasserfilter können durchaus unerwünschte Stoffe aus dem Wasser filtern - bei Kalk etwa funktioniert das insbesondere bei neuen Filterkartuschen gut, auch bei Schwermetallen. Allerdings ist das in der Regel hierzulande nicht notwendig.

Hydrologe Jens Lange fasst zusammen: "Calcium und Magnesium sind eigentlich wertvolle Mineralstoffe für - uns und die sollten wir eigentlich in unserem Trinkwasser nicht reduzieren."

Nach Meinung des Experten machen solche Filter nur in Gebieten Sinn, in denen das Wasser sehr hart ist - denn dies sei geschmacklich gewöhnungsbedürftig. Sinnvoll könne es auch sein, wenn das gefilterte Wasser beispielsweise zum Genuss von Tee oder für die Kaffeemaschine genutzt werde.

Aber: bei mangelnder Hygiene und Pflege können sich unerwünschte Keime in den Filtern vermehren. Deshalb ist es wichtig, sich an die Anweisungen in den Bedienungsanleitungen zu halten und die Filter möglichst im Kühlschrank aufzubewahren. 

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Tipps für „gutes“ Trinkwasser

Möchte man das Leitungswasser zum Trinken ganz ohne Filter optimieren, lohnen sich folgende Punkte:

  • darauf achten, die Armaturen sauber zu halten
  • ab und zu den Perlator (Düse oder Strahlregler am Auslauf des Wasserhahns) reinigen
  • Wasser nicht länger als vier Stunden stehen lassen
  • steht das Wasser länger als vier Stunden in der Leitung, sollte man es erst einmal kurz ablaufen lassen, bis es sich auf der Hand kühl anfühlt.

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