Lebensmittel für Heißluftfritteusen

Airfryer-Produkte im Check: Kartoffeln, Nuggets, Gewürz und Backpulver

Perfekt für die Heißluftfritteuse - das versprechen spezielle Airfryer-Produkte aus dem Supermarkt. Doch überzeugen die Kreationen im Geschmack, Preis und der Zusammensetzung?

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Von Autor/in David Kirik , BUY BETTER

Die Heißluftfritteuse ist sehr beliebt. Dieser Trend ist auch den Lebensmittelherstellern nicht entgangen, die immer mehr Produkte für den Airfryer vermarkten. Dazu gehören beispielsweise Kartoffeln, Nuggets, Pommes-Gewürz oder neue Kreationen wie „Airfryer Snackballs“ – alle mit der Aufschrift „Airfryer“.

Große Unterschiede gibt es jedoch beim Preis. Die speziell für das Trendgerät konzipierten Lebensmittel sind oft deutlich teurer als herkömmliche Produkte.

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Kartoffeln für die Heißluftfritteuse

Im Supermarkt sind etwa auch Kartoffeln mit der Aufschrift „Airfryer” zu finden. In der Packung steckt aber eine festkochende Kartoffel der Sorte Belana. Laut der Ernährungs- und Lebensmittelexpertin Britta Schautz handelt es sich dabei um einen Marketingtrick, den es schon immer gab.

Ich nehme ein altes Produkt, was es gibt, packe es in eine neue Verpackung mit einem fancy Aufdruck und schon kann ich es entweder zu einem höheren Preis verkaufen oder die Leute wollen es unbedingt kaufen, weil sie neugierig sind.

Airfryer-Gewürz mit verstecktem Preisaufschlag

Den Airfryer-Trend nutzt auch die Marke Ostmann und bietet zwei verschiedene Pommes-Gewürze an. Eines davon ist für den Airfryer. Beide Verpackungen haben die gleiche Größe und den gleichen Preis von 3,99 Euro. Doch die Füllmenge unterscheidet sich. Während sich im klassischen Gewürz 100 Gramm befinden, enthält die speziell konzipierte Mischung nur 70 Gramm.

Die Zutatenlisten sind ähnlich. In der Gewürzmischung für den Airfryer ist aber auch Paniermehl enthalten. Die Mischung wird als "Extra Crunchy" verkauft.

Angepasste Rezeptur für Produkte aus dem Airfryer

Ostmann antwortet auf die Nachfrage der ARD Verbraucher-Redaktion zum Preis der Gewürze, dass sich die unterschiedlichen Rezepturen und Zutaten in den Herstellkosten widerspiegeln würden. Man habe eine Rezeptur geschaffen, „die auch bei kurzen Garzeiten, hohen Temperaturen sowie der Zubereitung mit wenig oder ganz ohne Öl ihr volles Aroma entfaltet“.

Im Geschmackstest der ARD Verbraucher-Redaktion überzeugt jedoch das klassische Produkt.

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Für die Heißluftfritteuse: Backpulver mit teurerem Preis bei weniger Inhalt

Das Airfryer-Backpulver von Dr. Oetker ist im Vergleich zum herkömmlichen Backpulver derselben Marke deutlich teurer. Eine Packung mit drei Tüten kostet 0,79 Euro. Das klassische Produkt kostet 0,59 Euro.

Auch der Inhalt unterscheidet sich: Das Airfryer-Backtriebmittel ist für 250 Gramm Mehl ausgelegt und enthält den Stoff Glucono-Delta-Lacton. Das klassische Backpulver kann hingegen für 500 Gramm Mehl verwendet werden.

In Back-Check der ARD Verbraucher-Redaktion überzeugt das herkömmliche Backpulver. Die Muffins gehen sichtbar mehr auf und werden größer.

Produkte für den Airfryer mit Gelingsicherheit?

Im Geschmackstest der ARD Verbraucher-Redaktion zeigt sich bei den Muffins kaum ein Unterschied. Dr. Oetker schreibt zu dem Backpulver für die Heißluftfritteuse, dass dieses speziell für den Airfryer entwickelt wurde. Zusammen mit den zusätzlich enthaltenen Rohstoffen komme so ein neuer Preis zustande.

Weiter gibt das Unternehmen an, einen enormen Aufwand und ein hohes Investment in die Entwicklung von Produkten und Rezepten mit Gelingsicherheit, in die Produktion und in die Qualitätssicherung der Produkte zu betreiben. Auch Vertrieb, Vermarktung und Marktforschung werden genannt.

Airfryer-Bezeichnung als Kaufanreiz

Die Ernährungs- und Lebensmittelexpertin Britta Schautz glaubt jedoch nicht, dass der Preisunterschied ausschließlich auf das andere enthaltene Backtriebmittel zurückzuführen sei. Sie geht davon aus, dass es sich um ein „hippes Produkt“ handele, auf dem „Airfryer“ stehe.

Marketingtrick mit Produkten für den Airfryer

Für Marketingexperte Professor Achim Spiller ist es nichts Neues, Produkte passend zu einem Trendgerät auf den Markt zu bringen. Dahinter stecken für ihn vor allem Marketingmaßnahmen.

So haben sich viele Haushalte einen Airfryer zugelegt, allerdings mangelt es ihnen an Erfahrung. Diese Unsicherheit der Verbraucher nutze die Industrie aus, indem sie mit spezifischen Produkten eine Gelinggarantie gebe, die es seiner Meinung nach gar nicht brauche.

Viele Unternehmen wollen erst mal dabei sein und bringen dann auch relativ schnell solche Innovationen auf dem Markt. Ob die sich alle langfristig halten werden? Nach den Erfahrungen wahrscheinlich eher nicht.

Heißluftfritteuse als Backofen-Ersatz

Auch aus wissenschaftlicher Sicht gibt es für Molekularbiologe Professor Thomas Vilgis vom Max-Planck-Institut für Polymerforschung für die neuen Kreationen keine Begründung.

Er gibt zwar zu bedenken, dass hinter dem Trendgerät ein kleiner Umluftofen stecke, in dem die Hitze schneller und konzentrierter wirke. Allerdings spiele dies aufgrund der kurzen Back- und Garzeiten im Airfryer eine geringfügigere Rolle.

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Airfryer-Nuggets teurer als Fischstäbchen

Fischstäbchen müssen neben der Panade mindestens 65 Prozent Fisch enthalten. Nuggets unterliegen dieser Bestimmung nicht. So bestehen die von Followfood angebotenen Airfryer-Nuggets zu 63 Prozent aus Alaska-Seelachs.

Neben dem Inhalt fällt im Check der Produkte derselben Marke der Preis auf. Die Airfryer Fish Nuggets kosten mit 4,89 Euro statt 3,49 Euro deutlich mehr als die klassischen Fischstäbchen. Dabei handelt es sich, auch wegen eines geringeren Inhalts, um einen Aufschlag von knapp 75 Prozent.

Fischstäbchen oder Airfryer-Nuggets: Was ist besser?

Im Geschmackstest überzeugen die Nuggets zwar, doch im Preis-Leistungs-Verhältnis schneiden die Fischstäbchen besser ab.

Followfood erklärt den Preisunterschied damit, dass die Airfryer Fish Nuggets nach einem eigens für die Heißluftzubereitung entwickelten Rezept in einem aufwendigen, handwerklichen Produktionsprozess in geringeren Mengen hergestellt würden.

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Produktkreationen extra für die Heißluftfritteuse

Nicht alle Produkte haben ein Pendant im Supermarkt. Ein Beispiel hierfür sind die Snackballs von Bürger. Sie sind in den Sorten Polenta-Parmesan, Tex-Mex, Falafel und Ricotta-Spinat erhältlich.

Dr. Oetker bietet eine Mischung für Quarkbällchen aus dem Airfryer an. Die Zutaten sind dabei ähnlich wie bei einer Backmischung.

Wie schmecken die neuen Airfryer-Kreationen?

Die Quarkbällchen aus dem Airfryer kommen im Geschmackstest zwar gut an, ähneln aber klassischen Backmischungen.

Die Snackballs im Falafel-Style können bei der Verkostung nicht überzeugen. Zudem fällt die Zutatenliste negativ auf.

Airfryer-Produkte mit langer Zutatenliste

Im Vergleich zu klassischen Falafeln enthalten die Snackballs Ei. Auch die anderen Sorten bestehen zum Teil aus Zutaten, die in selbst gemachtem Essen nicht enthalten sind. Dazu gehören Zucker, Gerstenmalzextrakt als Fertigmittel oder Stabilisatoren wie Natriumacetat und Natriumcitrat.

Laut dem Hersteller der Snackballs seien die eingesetzten Zutaten unter anderem für Stabilität, Bindung, Konsistenz, Geschmack, Biss und ein möglichst gleichbleibendes Zubereitungsergebnis verantwortlich.

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