Sparbuch, Aktien, Immobilien, Gold & Co.

Wie viel Rendite man bei welcher Geldanlage erwarten kann

Das Geld auf der Bank für sich arbeiten zu lassen - ein Traum? Wie baut man am besten ein Vermögen auf? Und wie sichert man es in Krisenzeiten bestmöglich ab?

Teilen

Stand

Von Autor/in Rainer Thienel

Um es vorweg zu sagen: Es gibt praktisch keine Rendite ohne Risiko. Eine gewisse Risikobereitschaft ist immer gefragt, wenn es um Geldanlage auf dem Kapitalmarkt geht mit dem Ziel, Rendite zu erzielen und das Ersparte nach Möglichkeit zu vermehren.

Experten empfehlen die richtige Mischung der Anlageformen mit verschiedenen Risikoklassen, in verschiedenen Ländern, verschiedenen Währungen und bei Aktien verschiedener Branchen. So kann man das Risiko minimieren und trotzdem eine Rendite erzielen, welche die Inflation ausgleicht oder das Vermögen im Idealfall vermehrt.

1. Tagesgeld

Ein Tagesgeld-Konto bei einer Bank oder Sparkasse sollte eigentlich jeder haben, aber es eignet sich nicht als renditestarke Geldanlage. Die Zinsen für Tagesgeld sind nicht hoch und gleichen in der Regel kaum die Inflation aus. Dafür kommt man an das Geld jederzeit heran.

Auf das Tagesgeldkonto gehört der Notgroschen, also etwas Geld für unerwartete Ausgaben wie die Reparatur der Waschmaschine und Geld, das man absehbar in der nächsten Zeit benötigt, weil beispielsweise die Anschaffung eines Autos geplant ist.

Frau mit Block und Taschenrechner

2. Festgeld

Auch ein Festgeld-Konto wird bei einer Bank oder Sparkasse geführt. Das Konto unterscheidet sich vom Tagesgeld dadurch, dass das Geld für eine gewisse Zeit festgelegt ist. Ich komme also nicht nach Belieben an das Geld heran, wenn der vereinbarte Zeitraum noch nicht abgelaufen ist. Dafür zahlt mir das Institut, dem ich mein Geld leihe, Zinsen. Diese sind nicht hoch, aber immer noch besser als beim Tagesgeld-Konto.

3. Festverzinsliche Wertpapiere (Anleihen)

Kaufe ich an der Börse festverzinsliche Wertpapiere, so leihe ich mein Geld nicht der Bank oder Sparkasse, sondern einem Staat oder großen Industrieunternehmen, die entsprechende Anleihen an der Börse ausgegeben haben. Dafür brauche ich ein Depot bei meiner Bank oder Sparkasse, in dem die festverzinslichen Wertpapiere verwahrt werden. Dafür bekomme ich Zinsen. Diese hängen im Wesentlichen von der Bonität der Institution ab, der ich mein Geld geliehen habe.

Ist ein großer Staat der Schuldner, ist das Ausfallrisiko gering. Bei hoher Bonität besteht kaum eine Wahrscheinlichkeit, dass ich mein Geld nicht zurückbekomme.

Bei Industrieunternehmen kann das anders sein - je nach deren Bonitätseinschätzung. Je höher das Risiko ist, dass ein Unternehmen in Schwierigkeiten gerät, desto höher sind die Zinsen, die Anleger erwarten, wenn sie diesem Unternehmen ihr Geld leihen. Das höhere Risiko geht mit einer höheren Renditechance einher.

4. Aktien / Aktienfonds / ETFs

Kaufe ich an der Börse Aktien eines Unternehmens, so erwerbe ich Anteile an einem Unternehmen. Ich verleihe also nicht mein Geld an das Unternehmen, sondern ich werde selbst zum Unternehmer. Ich bin damit auch unmittelbar am Unternehmenserfolg und am Gewinn beteiligt, den das Unternehmen erzielt.

Die meisten Aktiengesellschaften schütten eine Dividende aus - also eine Gewinnbeteiligung als Belohnung dafür, dass ich mein Geld in dem Unternehmen investiert habe. Die Dividende ist vergleichbar mit Zinsen, die ich für eine festverzinsliche Anlage bekomme.

Außerdem kann das Unternehmen im Wert steigen, wenn die Geschäfte gut laufen. Dann steigt der Aktienkurs und vermehrt mein Geld, wenn ich die Aktien irgendwann zu einem höheren Kurs verkaufe. Es kann aber auch sein, dass das Unternehmen in eine Krise gerät oder der Gesamtmarkt in einer Krise ist, wie sie durch Kriege, Konflikte, Pandemien und ähnliches hervorgerufen werden. Dann fällt der Aktienkurs und ich mache Verluste - wenn ich die Aktien verkaufe.

Daher empfehlen Experten, bei Aktien einen langfristigen Anlagehorizont von mindestens zehn Jahren zu haben, besser zwanzig oder dreißig Jahre. Dann hat man genügend Zeit, einen Crash auch mal auszusitzen und auf steigende Kurse zu warten.

Außerdem ist die Verteilung des Risikos auf möglichst viele Branchen, Währungen und Länder wichtig. Experten raten hier Privatanlegern dazu, anstelle von Einzelaktien lieber Aktienfonds zu kaufen, bei denen man auf einen Schlag an einer großen Zahl an verschiedenen Unternehmen beteiligt ist.

Drei Stapel Münzen, auf denen jeweils Würfel mit den Buchstaben E,T,F liegen

Günstig sind hier für Privatanleger ETFs (Exchange Traded Funds) wegen der geringeren Kosten. Diese speziellen Fonds bilden einen Aktienindex nach. Im Gegensatz zu aktiv gemanagten Fonds, bei denen ein Manager von Hand die Aktien auswählt, spart man also diese Verwaltungskosten ein, weil sich die Zusammensetzung des Aktienfonds automatisch aus dem jeweiligen Aktienindex ergibt. Diese Kosten gehen nämlich von der Rendite der Anleger ab. Weniger Kosten bedeutet mehr Rendite.

So sinnvoll ist es Geld in ETFs, Fonds und Aktien anzulegen Hermann-Josef Tenhagen von Finanztip: Geld anlegen ist besser als es auf dem Konto "vergammeln" zu lassen

Wir haben mit Hermann-Josef Tenhagen von Finanztip darüber gesprochen, warum es sinnvoll ist, Geld in Aktien, ETFs oder Fonds anzulegen – auch im Alter.

Der Nachmittag SWR1 Rheinland-Pfalz

5. Immobilien

Auch Immobilien können eine krisensichere Geldanlage sein und die Inflation ausgleichen. Es handelt sich um eine Sachanlage, bei der man Mieteinnahmen für das gebundene Kapital erhält. Man sollte aber den Verwaltungsaufwand nicht unterschätzen und Immobilien verursachen Arbeit und Kosten durch Instandhaltung.

Einen Sonderfall stellt die selbst bewohnte Immobilie dar. In diesem Fall zahle ich selbst keine Miete und spare insofern Kosten. Die selbst bewohnte Immobilie kann eine Form der Altersvorsorge sein, weil ich dann im Alter keine Mietausgaben habe. Das macht vor allem dann Sinn, wenn die Immobilie nicht überdimensioniert ist, also meinem tatsächlich benötigten Wohnraum entspricht.

Geldanlage und Finanzen: Mehrere Stapel Münzen vor einem Modell-Haus

6. Edelmetalle: Gold und Silber

Gold und Silber gelten grundsätzlich als Krisenwährungen – oft steigt ihr Kurs, wenn sich andere Anlageformen in einer Krise befinden. Es handelt sich um eine Sachanlage, die in der Praxis nie wertlos wird.

Aber Gold und Silber bringen keine Zinsen und müssen im Falle von physischen Edelmetallen (meist in Form von Münzen oder Barren) sicher aufbewahrt werden, was Kosten verursacht.

Langfristig haben aber Edelmetalle auch deutlich an Wert gewonnen, wobei die Schwankungen deutlich höher ausfallen können als bei Aktien oder anderen Sachanlagen. Historisch gesehen gab es längere Zeiträume, in denen Gold und Silber nicht einmal die Inflation ausgeglichen haben, aber auch Zeiträume, in denen sie stark im Kurs gestiegen sind.

Sie eignen sich als Ergänzung zu anderen Geldanlagen - zumal häufig die Werte der Edelmetalle steigen, wenn andere Anlagen in eine Krise geraten.

7. Kryptowährungen

Kryptowährungen sind digital geschaffene Währungen, die weitgehend unabhängig von staatlichen Akteuren sind. Krypto-Fans begründen damit, dass auch Bitcoin & Co. Krisenanlagen sind.

Wichtiger Unterschied zu Aktien und Edelmetallen ist aber, dass es keine physische Absicherung der Anlage gibt. Es ist ein fiktiver Wert, der einzig durch Angebot und Nachfrage bestimmt wird. Kryptowährungen unterliegen daher extrem hohen Kursschwankungen und sind als sehr spekulative Investition anzusehen.

Sparpläne So sorgen Sie finanziell vor - für sich, Ihre Kinder oder Ihre Enkel

Früh sparen lohnt sich: Viele Banken ermöglichen den Vermögensaufbau für Kinder und Jugendliche durch Kinderdepots. Worauf Sie dabei achten sollten, erfahren Sie hier!

Kaffee oder Tee SWR

Gut zu wissen So sparen Sie richtig!: Mit diesen Tipps machen Sie mehr aus Ihrem Geld

Sparen - macht das heute noch Sinn? Auf jeden Fall. Auf die richtige Strategie kommt es an. Hier einige Tipps, wie Sie die Grundlage für ein Vermögen legen können.

Kaffee oder Tee SWR

Berlin

Finanzjournalist Saidi Sulilatu Sparen und Anlegen: Das sind die häufigsten Fehler rund um Finanzen

Saidi Sulilatu gehört zu den bekanntesten Finanzjournalisten Deutschlands. Er arbeitet für die Plattform Finanztip und ist Experte für Geldanlage, Vorsorge und Verbraucherfinanzen.

Leute SWR1 Baden-Württemberg

Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
Rainer Thienel