SWR1: Wie stressig wird denn Weihnachten für Sie?
Isabella Helmreich: Für mich ist es tatsächlich eine Hoch-Zeit. Meine Tochter hat vorher noch Geburtstag, ich habe […] Geburtstag […], insofern ist das eine große Hochphase!
SWR1: Was ist denn eine typische Stresssituation für Sie, für uns alle?
Helmreich: Natürlich immer dann, wenn man zu viel hat. Also viele Aufgaben, viele Anforderungen, und wenn dann noch sogenannte Stressoren, wie der eigene Perfektionismus, dazukommen und man zu wenige Ressourcen hat, wie zum Beispiel soziale Unterstützung oder dass andere einem helfen, dann wird es stressig.
Stressforscherin: Humor ist hilfreich gegen Stress
SWR1: Was ist denn der größte Fehler, den man zum Fest machen kann?
Helmreich: Zu hohe Erwartungen zu haben! Das finde ich immer sehr, sehr schwierig. Wenn man so ein genaues Bild im Kopf hat, wie es sein muss und das alles super sein muss und …
SWR1: [unterbricht]: … aber das genau ist ja der Knackpunkt an Weihnachten. Das haben halt alle …
Helmreich: … Ich finde, das darf man auch haben. Man darf sich freuen. Ich finde Humor ganz wichtig. Dass man, wenn einmal etwas nicht klappt oder nicht so läuft, kurz mal traurig sein und sich denken darf, ach Mist, das hatte ich alles so toll geplant.
Aber dann eben auch sagen, na gut, dann ist es jetzt so. In der Psychotherapie nennen wir das radikale Akzeptanz. Und dann das Beste daraus zu machen.
Stressforscherin: Stress zu Weihnachten und die Stressimpfung
SWR1: Hat Weihnachtsstress eigentlich auch was Gutes?
Helmreich: Ich würde jetzt den Begriff der Stressimpfung nennen. Man lernt aus seinen Fehlern, dass man für das nächste Jahr zum Beispiel auch weiß: Was kann ich besser machen? Was kann ich vielleicht anders planen? […] Wer muss mir helfen oder wen sollte ich vielleicht nicht einladen?
Ich finde es sehr hilfreich, dass wenn etwas schiefläuft, das nicht als totale Katastrophe zu sehen, sondern eher als Möglichkeit etwas zu lernen und es besser machen zu können.