Schiffsarzt Dr. Reinhard Friedl: Von Liebeskummer bis Lebensgefahr

Dr. Reinhard Friedl ist Herzchirurg. 2017 tauscht er die Kliniken gegen ein Kreuzfahrtschiff. Seitdem verbringt er die Hälfte des Jahres auf See und behandelt dort alles, was an Bord passiert.

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Von Autor/in Birgit Steinbusch

Alle haben mich für verrückt erklärt

Sein Ruf, sein Gehalt, sein Alltag – mit Anfang 50 macht er den Schnitt und fängt etwas völlig Neues an. Er heuert als Schiffsarzt an, obwohl er bis dahin noch nie auf einem Kreuzfahrtschiff war. Zusammen mit einem Ärzteteam ist er auf See für tausende Passagiere und die tausend-köpfige Besatzung aus der ganzen Welt da. 

Ein schwimmendes Krankenhaus

Hausarztpraxis, Notaufnahme, Intensivstation, OP-Saal – es ist alles vorhanden und wird alles gebraucht. "Ein Schiff kann halt nicht mal eben rechts ranfahren und einen Rettungswagen rufen." Es gibt sogar Kühlkammern für Todesfälle auf See. "Die sind meistens leer."

Wenn beim Sex das neue Hüftgelenk streikt

Er erlebt immer wieder Überraschendes und Dramatisches an Bord. Zu den ungewöhnlichen Notfällen zählt eine Frau, die nach einer Hüftgelenk-OP in der Kabine Sex hat. Dabei springt ihr das neue Gelenk aus der Pfanne. Das hat das Ärzte-Team unter Narkose wieder korrigiert.

Ich war noch niemals in New York

Und noch eine Premiere: Sein Job bringt ihn nicht nur zum ersten Mal auf ein Kreuzfahrtschiff, sondern irgendwann auch zum ersten Mal nach New York. Auf den Spuren der Titanic unterwegs zu sein, sei schon etwas sehr Besonderes. Und wenn es in den Hafen geht – mit Blick auf Manhattan und Freiheitsstatue – stehen immer alle an Deck. Ende August 2025 macht er die Route wieder.