Tinnitus-Spezialist Uso Walter

Tinnitus, Schwindel und Vagusnerv-Stimulation: ein HNO-Arzt gibt Tipps

Hilfe bei chronischem Tinnitus oder Schwindel und Übungen zur Vagusnerv-Stimulation: HNO-Arzt und Tinnitus-Spezialist Uso Walter gibt in SWR1 Leute Tipps zur Selbsthilfe.

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Das Ohr ist das einzige Sinnesorgan, das nicht schläft - eine ganz wichtige Orientierungshilfe.

Das Ohr ist aber nicht nur dazu da, dass wir sogar im Schlaf vor Gefahren gewarnt werden. Es hört nicht nur, es ist auch unser Gleichgewichtsorgan. Vielen sei gar nicht bewusst, dass es vom Ohr kommen kann, wenn ihnen schwindlig ist, sagt Uso Walter. 

Deshalb sollten wir unser Ohr achtsam behandeln. "Was für einen selber gut ist, ist auch gut fürs Ohr – gut schlafen, nette Menschen", empfiehlt Walter. "Lärm, Rauchen und Alkohol sind auch fürs Ohr schädlich."

Tinnitus – was tun, wenn Pfeifen und Ohrgeräusche uns belasten?

"Das Grundproblem ist nicht das Geräusch an sich", sagt Uso Walter. Unser Gehirn ist darauf trainiert, unwichtige Geräusche auszublenden. Also auch leichtes Pfeifen im Ohr, das bei Schädigungen der Sinneshärchen im Ohr auftritt: "So gesehen hat also jeder Tinnitus, das Gehirn unterdrückt ihn nur".  

Aber wenn ein Pfeifen – zum Beispiel nach einem Knalltrauma – akut aufritt, dann merkt das Gehirn "das könnte gefährlich sein" und lässt uns den Ton deutlich wahrnehmen. Das wiederum löst aber Stress bei uns aus, weil wir das Pfeifen negativ einordnen.

Ein Teufelskreis: Durch den Stress wird der Tinnitus für das Gehirn zu einem "wichtigen Geräusch" – es verstärkt den Ton. Und wir reagieren mit noch mehr Stress.

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Schwindel kommt nicht nur vom Kreislauf, sondern auch aus dem Ohr 

Die meisten Schwindelarten kann man – wenn rechtzeitig erkannt – recht gut behandeln.

Wenn uns schwindlig wird, denken wir wohl zuerst an Kreislaufprobleme. Aber auch das Ohr kann Schwindel verursachen, denn es ist unser Gleichgewichtsorgan. Bei Schwindel ist eine Diagnose oft schwierig, da Schwindelarten und Ursachen so vielfältig sind wie die Begleiterscheinungen.

Dazu gehören Benommenheit, Übelkeit oder Sehstörungen. "Betroffene suchen viele Ärzte auf und finden doch keine Antwort", schildert Uso Walter das Dilemma.

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So entstehen Drehschwindel und Lagerungsschwindel

Besonders häufig kommt der "akute Drehschwindel" vor – hier sind HNO-Ärzte und Neurologen die richtigen Ansprechpartner. Er entsteht im Innenohr, das sowohl unser Gleichgewichtsorgan als auch ein empfindliches Meßgerät für Bewegung und Beschleunigung ist.

Beim Lagerungsschwindel verirren sich kleine Kristalle, die im Ohr sozusagen unsere 'Schwerkraft-Messer' sind, in unsere Beschleunigungsmesser [die Bogengänge]. Bei bestimmten Bewegungen werden sie wie in einer Schneekugel aufgewirbelt. Dadurch lösen sie sehr heftigen Schwindel aus.

Eine mögliche Therapie: Durch ganz gezielte Bewegungen werden diese kleinen Steinchen wieder aus den Bogengängen unseres Ohrs herausgeschleudert. Nicht ganz einfach, sagt Walter, aber sehr hilfreich. 

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Deshalb sollten wir Schwindel ernst nehmen

Obwohl die meisten Schwindel-Arten harmlos sind, sollte man sie nicht auf die leichte Schulter nehmen, warnt Uso Walter. Schwindel kann auch neurologische Ursachen haben – bis hin zu einem Schlaganfall. Dieser ist aber dann auch noch mit anderen Symptomen verbunden. Deshalb empfiehlt Walter:

[Bei Schwindel] sich erst einmal ruhig hinsetzen und versuchen, einen möglichst klaren Kopf zu bekommen. 

Dieses "ruhig werden" hat auch noch einen weiteren, wichtigen Einfluss auf den Schwindel. Der kann nämlich auch durch stärkere Verspannungen entstehen. Der Schwindel macht uns Angst, das löst Stress bei uns aus – und der wiederum erhöht die Verspannungen... "Der Orthopäde kann da nicht helfen", sagt Uso Walter, "deshalb ist das Loslassen und locker Bleiben besonders wichtig." 

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