Mind Body Medizin bei Krebs: so unterstützen Naturheilkunde und Selbstheilungskräfte

Dr. Petra Voiß kombiniert Naturheilkunde und Schulmedizin bei Krebstherapie und Vorbeugung. Selbstheilungskräfte spielen in der Integrativen Onkologie eine wichtige Rolle.

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Naturheilkunde unterstützt Patient:innen in der Krebstherapie

Unser Ziel ist es, die Resilienz, die Widerstandsfähigkeit unserer Patientinnen und Patienten, aufzubauen. Und: mental, körperlich, aber auch seelisch zu unterstützen.

Krebs-Patient:innen wünschen sich zunehmend, zusätzlich zur Schulmedizin ergänzende Verfahren nutzen zu können. Und: Sie möchten darüber hinaus selbst aktiv zur Verbesserung der eigenen Lebensqualität beitragen können.

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Die sogenannte Mind-Body-Medizin nutzt das Zusammenwirken von Körper, Gedanken, Gefühlen und Verhalten. Das soll Selbstheilungskräfte fördern und bei der Bewältigung der Krebserkrankung unterstützen. Dr. Petra Voiß sagt, dass man Tumore nicht mit Naturheilkunde heilen könne. Man können aber sehr viel tun, um die Menschen im Kampf gegen Krebs zu kräftigen. 

Durch das Zusammenspiel von Schulmedizin und Naturheilkunde verbessert sich die Behandlung unserer Patientinnen und Patienten deutlich.

Krebs vorbeugen: Was kann ich zur Vorsorge tun?

Dr. Petra Voiß ist Direktorin der "Klinik für Integrative Onkologie & Supportivmedizin" an den Evangelischen Kliniken Essen-Mitte. Sie gibt Tipps zur Vorbeugung, damit der Krebs möglichst schon am Entstehen gehindert wird:

Wie sinnvoll sind Nahrungsergänzungsmittel zur Krebs-Vorbeugung?

Nahrungsergänzungsmittel sollten nach Meinung von Dr. Voiß eigentlich nur eingenommen werden, wenn ein Mangel medizinisch nachgewiesen wird. Ein Beispiel: der oft vorkommende Vitamin D Mangel.

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Ansonsten empfiehlt Dr. Voiß, mit richtiger Ernährung für eine gesunde Lebensweise zu sorgen. Das sei auch für das Mikrobiom – also die Mikroorganismen in unserem Körper – viel wichtiger als Nahrungsergänzungsmittel. Diese Mikroorganismen können wir über Ernährung positiv beeinflussen: mit einer pflanzenbasierten, abwechslungsreichen und ballastoffreichen Kost.  

Wir haben rund eine Trillion Mitbewohner. Wenn wir die gut füttern, machen die Gutes für uns. Wenn wir die ungünstig füttern, nicht.

Das sei auch während einer Krebstherapie besonders wichtig, sagt Dr. Petra Voiß: Es gebe Hinweise, dass der Körper bei ballaststoffreicher Kost bis zu fünfmal besser auf Immuntherapie reagiert.

Krebserkrankung: so bewältigen wir die größten Stressfaktoren

Dr. Petra Voiß erlebt immer wieder: Frauen und Männer setzen sich sehr unter Druck, wenn sie an Krebs erkrankt sind.  

Gerade viele Frauen wollen die perfekte Mutter, die perfekte Partnerin sein. Außerdem perfekt im Job performen und kommen selbst an letzter Stelle. 

In ihrer Behandlung ist ein wichtiger Ansatz, dass sie Zeit hat für Gespräche mit den Patient:innen. Zeit, in der es auch um die Frage geht: was sind meine größten Stressfaktoren? Und: Brauche ich da eine Veränderung? Da müsse man auch seinen eigenen Lebensstil hinterfragen:

Wann im Tag brauche ich eine Tankstelle, um wieder zu Kraft zu kommen, mich selbst priorisieren?

Ein Arzt hält eine Tafel mit der Aufschrift "Krebs".  Petra Voiß ist zu Gast bei SWR1 Leute. Sie ist Direktorin der bundesweit ersten Klinik für Integrative Onkologie und Supportivmedizin in Essen. Dort werden Naturheilkunde und Schulmedizin kombiniert. Ziel: mit der Mind-Body-Medizin Selbstheilungskräfte fördern und bei der Krankheitsbewältigung unterstützen.

Diagnose Krebs: wie gehe ich damit besser um?

Wichtig ist, sich liebevoll wichtig zu nehmen mit positiven Gedanken – und das zu forcieren.  

Wichtig sei auch, so Dr. Petra Voiß, liebevoll mit sich umzugehen, wenn man die Diagnose Krebs bekomme. Lieber fragen: Was brauche ich, damit es mir gut gehen kann? Und nicht: Was habe ich falsch gemacht? Dr. Voiß nennt das "in einen positiven Drive kommen". 

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