Die Saison für einheimische Beeren beginnt im Mai. Laut Umfrage des Marktforschungsunternehmens YouGov sind Erdbeeren für 80 Prozent der Deutschen mit großem Abstand die beliebtesten einheimischen Früchte.
Himbeeren und andere Beeren folgen nach Äpfeln. Schlusslicht sind Stachelbeeren.
Beeren essen wir völlig zu Recht besonders gern. Denn sie schmecken nicht nur wunderbar süß-säuerlich - in den kleinen Früchten stecken auch besonders viele Vitamine und Mineralstoffe sowie Polyphenole. Und diese sekundären Pflanzenstoffe fördern effektiv unsere Gesundheit.
Nährstoffe in Beeren
Egal welche Beeren - und damit meine ich auch die, die rein botanisch keine Beeren sind - sie alle sind reich an Vitaminen, Mineral- und Ballaststoffen.
Rote Johannisbeeren enthalten allerdings mehr Eisen als die meisten anderen Obstsorten. Weil das Eisen in Beeren direkt zusammen mit Vitamin C vorkommt, ist es für uns gut bioverfügbar.
Schwarze Johannisbeeren haben die meisten gesunden Inhaltsstoffe. Sie enthalten dreimal so viel Vitamin C wie Zitronen, bieten reichlich antioxidatives Vitamin E und sind gute Eisen-, Kalium- sowie Calciumspender. Deshalb stärken sie ein bisschen mehr als die anderen Beeren unser Immunsystem, kurbeln die Blutbildung an und fördern den Knochenaufbau.
Himbeeren enthalten mehr als doppelt so viele verdauungsfördernde Ballaststoffe wie Erdbeeren.
Erdbeeren punkten mit mehr Vitamin C als die meisten Zitrusfrüchte und mit nennenswerten Mengen an Folsäure.
Die Fruchtsamen der Stachelbeeren regen zusammen mit dem Ballaststoff Pektin unsere Verdauung an. Stachelbeeren sind aufgrund ihres Mineralstoff-Cocktails ideal, um Haare und Nägel zu kräftigen. Sie sind die einzigen Beeren, die nachreifen.
Und Reife ist wichtig: Denn je reifer eine Frucht geerntet wird, desto mehr gute Nährstoffe enthält sie.
Polyphenole als Beeren-Wunderwaffe
Diese sekundären Pflanzenstoffe haben dafür gesorgt, dass Beeren insbesondere Heidelbeeren - seit einigen Jahren als Superfood gehypt werden. Polyphenole sind oft Farbstoffe, um Pflanzen vor UV-Strahlung zu schützen oder Insekten anzulocken. Sie können aber auch Geschmacksstoffe und Geruchsstoffe sein.
Es gibt mehrere Gruppen Polyphenole. Flavonoide sind wohl die bekanntesten und typisch für Beeren. Aber es gibt noch mehr, wie etwa verschiedene Gerbstoffe und Phenolsäuren.
Jede Gruppe hat eigene Wirkmechanismen. Deshalb ist es gut, vielfältig zu essen, um von allen zu profitieren.
Polyphenole wirken entzündungshemmend, antioxidativ und schützen vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen, weil sie positiven Einfluss auf Cholesterin, Blutdruck und Gefäße haben.
Wie Polyphenole dem Körper helfen
Lange war unklar, wie diese sekundären Pflanzenstoffe ihre Wirkung entfalten, zumal sie wie die dunkelvioletten Anthocyane kaum vom Körper aufgenommen werden. Das passiert über den Dünndarm.
Ein Großteil der Polyphenole wandert also in den Dickdarm. Dort werden die sekundären Pflanzenstoffe in einfache Moleküle zerlegt, gelangen nun in den Blutkreislauf, um zu ihren Wirkstätten transportiert zu werden.
Außerdem stimulieren sie die Produktion kurzkettiger Fettsäuren, die wiederum die Schleimbarriere des Darms stärken und Entzündungen hemmen.
Ballaststoffe und Proteine helfen, Polyphenole an die richtigen Stellen zu transportieren. Beeren liefern die Ballaststoffe gleich mit. Und mit Quark kombiniert - der Proteine wegen - schmecken die Beeren sowieso gleich nochmal so gut.
TIPP: Bereits eine Portion eines polyphenolreichen Lebensmittels sorgt für gesundheitsfördernde Effekte.
Gute Alternativen für Polyphenole - neben Beeren
Beeren sind ziemlich teuer. Glücklicherweise müssen wir sie uns auch nicht täglich leisten - denn es gibt zahlreiche weitere Lebensmittel, die Polyphenole enthalten.
Grundsätzlich sind sie in Obst und Gemüse enthalten. Neben Trauben oder Äpfeln stecken sie reichlich in Brokkoli.
Auch Nüsse, besonders Walnüsse, sind gute Polyphenolquellen, ebenso Leinsamen und Vollkornprodukte. Unreife Oliven strotzen vor Polyphenolen, auch Olivenöl ist eine gute Quelle.
Tee und Kakao lohnen ebenfalls. Wer sofort an Schokolade denkt, sollte allerdings zu einer mit einem hohen Kakaoanteil greifen, mindestens 70 Prozent - und auch das lieber in überschaubaren Mengen, also als zusätzlicher, genussvoller Polyphenol-Kick und nicht als DIE eine Portion Polyphenol des Tages.
Noch ein paar Tipps und Rezepte für Beeren-Vielfalt auf dem Teller
Beeren sind perfekt zum Snacken. Und das tun wir auch besonders gern.
Wenn wir sie verarbeiten, dann bevorzugt in Kuchen oder Torten, bzw. als Desserts oder im Müsli. Und natürlich nutzen wir Beeren außerdem gern in Marmeladen oder Fruchtaufstrichen.
Ganz einfach zubereitet Schnelles Erdbeer-Eis
Dieses Erdbeereis besteht aus nur 2 Zutaten. Sie benötigen gefrorene Erdbeeren und Kondensmilch und schon können Sie innerhalb von ein paar Minuten ein leckeres Eis genießen!
Mehr Geschmack, mehr Nährstoffe Rezept: Kalt gerührter Erdbeer-Aufstrich
Um den vollen Geschmack und die komplette Bandbreite der Nährstoffe zu genießen, kann man Erdbeermarmelade kalt anrühren. Mit Johannisbrotkernmehl geht das auch richtig preiswert.
Fruchtig säuerlicher Aufstrich Rezept: Kalt gerührter Stachelbeer-Aufstrich
Stachelbeeren eigenen sich hervorragend für Marmelade, weil sie reichlich Geliermittel Pektin enthalten und super schmecken.
Das alles sind süße Gerichte. Und dafür bieten sich Beeren auch an. Allerdings lohnt es sich zudem, über herzhafte Verwendungen nachzudenken. Chutneys gehen immer.
Rote Johannisbeeren zum Beispiel bereichern alle möglichen Salate und passen sowohl ins Tabouleh mit Minze als auch in grüne Blattsalate mit Nüssen. Sie harmonieren genau wie Brombeeren mit Ziegenkäse und runden eine Gazpacho ab.
Mutig sein und ausprobieren, kann ich nur immer wieder raten.