Nachrichten für Baden-Württemberg

Das war der BW-Newsticker am Mittwoch: Kind absichtlich überfahren und getötet? Prozess startet, Massiver Gewinneinbruch: Porsche stellt Pläne für 2026 vor, Anschuldigungen nach "Querdenken"-Demo

Kurz und informativ - das Wichtigste für den Morgen und den Tag. Aktuelle Nachrichten für Baden-Württemberg live in unserem SWR Aktuell Newsticker, heute von Simon Ukena.

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Stand

Von Autor/in Simon Ukena

Ciao!

Das war's mit dem Newsticker für heute. Morgen ist ab 6 Uhr mein Kollege Matthias Deggeller für euch da und hält euch auf dem Laufenden. Bis dahin gibt es die Nachrichten für Baden-Württemberg wie gewohnt unter SWRAktuell.de/bw, in der SWR Aktuell App, in unserem Newsletter am Morgen, auf WhatsApp, bei Instagram, Facebook, TikTok oder YouTube und natürlich auch im Radio und TV.

Schnakenbekämpfer am Oberrhein feiern 50-jähriges Jubiläum

Heute wird in Philippsburg Jubiläum gefeiert: Die Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage - kurz KABS - wird 50. Seit einem halben Jahrhundert bekämpft der Verein Stechmücken am Oberrhein - meistens vom Hubschrauber aus. Dieses Jahr hat die Saison etwas früher als gewöhnlich begonnen. Gestern starteten erste Helikopter-Flüge in der Süd- und Vorderpfalz, um den biologischen Wirkstoff Bti über ausgewählten Mücken-Brutstätten abzuwerfen. Der NABU Rheinland-Pfalz sieht solche Eingriffe ins Ökosystem kritisch. Die KABS dagegen betont, sie arbeite sehr gezielt und umweltschonend. Der Klimawandel und seine Folgen haben auch die Arbeit der KABS verändert: Mit der Zunahme von Extrem-Wetter wird die Mücken- Bekämpfung schwerer planbar. Und es fühlen sich auch exotische Mückenarten wie die asiatische Tigermücke im Südwesten immer wohler.

Auf Schnakenjagd am Rhein Kampf gegen Mückenplage: KABS sorgt seit 50 Jahren für entspannte Sommer am Rhein

Die KABS - das ist die Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage. Seit 50 Jahren bekämpft der Verein Stechmücken.

Zum Teil erst 13 Jahre alt: Jugendliche nach Einbruchserie festgenommen

Die Polizei hat eine mutmaßliche Einbruchserie in Oberschwaben aufgedeckt: Unter Tatverdacht stehen zwei Jugendliche im Alter von 13 und 16 Jahren sowie ein inzwischen 20-Jähriger. Sie sollen zwischen Januar und März dieses Jahres in Ravensburg, Weingarten (Kreis Ravensburg) und Überlingen (Bodenseekreis) mehrere Einbrüche begangen haben. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Trio vor, in unterschiedlicher Besetzung in eine Bahnhofsbäckerei, ein Eiscafé, einen Imbiss, ein Gehöft sowie in zwei Hotels eingebrochen zu sein. Ziel der Taten war es offenbar, Bargeld zu erbeuten. Die Straftaten fanden vorwiegend nachts statt. Die Ermittlungen wurden durch Überwachungskameras vorangetrieben, die die mutmaßlichen Täter bei einigen der Einbrüche filmten.

Weitere Sperrungen auf der Südbahn für 2027 geplant

Die Deutsche Bahn plant für 2027 wieder Bauarbeiten auf der Südbahn. Deshalb wird die komplette Strecke - von Ulm über Friedrichshafen bis Lindau - gesperrt. Acht Wochen lang, vom 14. Mai bis 9. Juli 2027, fahren dann keine Züge. Darüber hatte zuerst die "Schwäbische Zeitung" berichtet. Aktuell sorgen Bauarbeiten der Deutschen Bahn auf der Strecke zwischen Friedrichshafen und Ravensburg für Einschränkungen. Bis Anfang Juni fahren deshalb Ersatzbusse statt Züge. Warum also sind in einem Jahr schon wieder Bauarbeiten nötig? Die Bahn könne nicht alles auf einmal erledigen, sagte dazu eine Bahnsprecherin dem SWR. Ein Grund: Der Bau von Brücken zum Beispiel habe einen anderen Planungsvorlauf als Arbeiten an den Schienen, so die Sprecherin. Mehr dazu lest ihr hier.

Festnahmen nach mehreren Raubüberfällen

Am Sonntag sollen zwei Männer im Alter von 32 und 35 Jahren in Mannheim und Brühl (Rhein-Neckar-Kreis) drei Raubüberfälle begangen haben. Das teilte die Polizei gestern mit. Bei allen soll der 32-Jährige eine Schusswaffe gezogen haben. Noch am selben Abend konnten die Männer festgenommen werden. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft wurde nun ein Haftbefehl gegen die beiden erlassen. Die erste Tat soll gegen 14:30 Uhr in einem Schnellrestaurant stattgefunden haben. Der 32-Jährige soll einen Angestellten mit einer Schusswaffe bedroht und ihn aufgefordert haben, die Kasse aufzumachen. Als der Mitarbeiter dies verweigerte, soll der 32-Jährige die Trinkgeldkasse mit einem unbekannten Bargeldbetrag mitgenommen haben. Er flüchtete mit Hilfe des im Auto wartenden 35-Jährigen. Mehr zu der Festnahme lest ihr hier.

Lidl-Gründer Dieter Schwarz weiterhin reichster Deutscher

Dieter Schwarz bleibt der reichste Deutsche. Laut neuen Zahlen des US-Magazins "Forbes" soll der Heilbronner Gründer von Lidl und Kaufland mit satten 58 Milliarden Euro so reich sein wie noch nie. Die Schwarz-Gruppe mit Sitz in Neckarsulm (Kreis Heilbronn) ist inzwischen neben Lidl und Kaufland auch in ganz neuen Feldern aktiv: zum Beispiel in der Entsorgung (PreZero) oder der IT (Schwarz Digits). Dieses Handelsimperium hat den Heilbronner Ehrenbürger zum Milliardär gemacht. Der 87-Jährige meidet die Öffentlichkeit und gibt keine Interviews. Glaubt man den Autoren, dann ist sein Vermögen in nur einem halben Jahr um elfeinhalb Milliarden Euro gewachsen. Auch im weltweiten Ranking soll Schwarz zugelegt haben: von Platz 37 auf Platz 29 der Forbes-Liste. Wie belastbar die Zahlen sind, das bleibt unklar. Die Vermögen der insgesamt 3.428 Milliardäre werden geschätzt. Außerdem weisen die Fachjournalisten der Lebensmittelzeitung darauf hin, dass in den Zahlen auch Betriebskapital steckt. Über solches Firmenvermögen können Unternehmerinnen und Unternehmer wie Schwarz nicht so einfach verfügen.

Live-Video-Funktion für Notrufe wird in Freiburg getestet

In Freiburg startet europaweit erstes Pilotprojekt zu Notruf-Videostreaming: Die Integrierte Leitstelle Freiburg und Google haben das gemeinsame Projekt "Live Video" vorgestellt. Konkret geht es um ein neues Feature für Android-Nutzer. Mit der neuen Funktion des Android-Betriebssystems können Notruf-Anrufer Rettungskräften per Video-Stream live Einblick in die Notfallsituation geben. Was das Ganze bringen soll? Eine bessere Einschätzung für Einsatzkräfte. Denn die Funktion ermöglicht es den Rettungskräften, die Lage schneller und präziser einzuschätzen, was die Qualität und Effizienz der Hilfe verbessern soll. Und das funktioniert offenbar auch und ist "eine echte Hilfe", sagt German Hummel, Koordinator des Rettungsdiensts der Integrierten Leitstelle Freiburg. "Einen Schlaganfall können wir viel besser erkennen, wenn wir ein Bild dazu haben. Ein hängender Mundwinkel, verwaschene Sprache - da hat man einfach einen anderen Eindruck, wenn man's sieht", so Hummel. Auch Herzdruckmassagen könne man jetzt viel besser anleiten. Oder bei einem Brand abschätzen, wie groß er ist, und ob die Feuerwehr wirklich ausrücken muss.

Nach Einsätzen in den USA und Teilen Mexikos ist Freiburg der erste Standort in Europa, der das System testet. Eine Einschränkung liegt jedoch in der technischen Voraussetzung: Der Video-Stream ist derzeit nur mit Geräten mit Android-Betriebssystem möglich.

Sascha Binder neuer SPD-Fraktionschef

Nach der Wahlniederlage der SPD bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg hat die neue Fraktion Sascha Binder einstimmig zum Fraktionschef gewählt. Binder, bisher Generalsekretär der Landes-SPD, tritt die Nachfolge von Andreas Stoch an, der noch am Wahlabend seinen Rückzug als Partei- und Fraktionsvorsitzender bekannt gegeben hatte. Als Stellvertreter wurden Dorothea Kliche-Behnke und Nicolas Fink bestimmt. Der 43 Jahre alte Binder stammt aus Geislingen an der Steige (Kreis Göppingen) und sitzt bereits seit 2011 im Landtag. Seit 2018 war er Generalsekretär der Landes-SPD und verantwortete in dieser Funktion auch den Wahlkampf der Partei. Nach der Wahlschlappe hatte er angekündigt, das Parteiamt niederlegen zu wollen. Im Landtag kümmerte sich Binder bislang um Innenpolitik. Als Obmann im Untersuchungsausschuss zur Polizeiaffäre fühlte er in der vergangenen Legislaturperiode unter anderem Innenminister Thomas Stobl (CDU) auf den Zahn.

Flucht vor Polizei: Autofahrer beschäftigt knappes Dutzend Polizeistreifen

Ein Autofahrer hat rund um Mengen im Kreis Sigmaringen fast ein Dutzend Polizeistreifen beschäftigt. Laut den Beamten stand der Mann offenbar unter Alkohol- und Drogeneinfluss. Gestern wollte eine Polizeistreife den 35-jährigen Fahrer in Mengen stoppen, weil er keinen Sicherheitsgurt angelegt hatte. Anstatt anzuhalten sei der Mann mit seinem Wagen aber einfach weitergefahren. So ging es über mehrere Orte und über Feldwege hinweg. Anhaltesignale der Beamten habe er ignoriert und Straßensperren umkurvt. Nach Angaben der Polizei raste der Mann allerdings nicht, sondern fuhr in "normaler Geschwindigkeit" vor den Beamten davon. Während der Fahrt hätten der 35-Jährige und sein Beifahrer zudem mehrere Päckchen aus dem Fenster geworfen. In einem Wohngebiet in Ertingen (Kreis Biberach) konnten die Beamten das Auto schließlich stoppen. Laut Polizei hatte der Fahrer 0,6 Promille Alkohol im Blut und stand unter Drogeneinfluss. Doch das war nicht alles: Wie die Polizei mitteilte, hatte der 35-Jährige keinen Führerschein, die Kennzeichen waren gefälscht und das Auto weder zugelassen noch versichert. Im Auto fanden die Beamten einen Schlagstock und mutmaßlich mit illegalen Drogen gefüllte Behältnisse. Spürhunde der Polizei konnten außerdem die weggeworfenen Päckchen finden, die mutmaßlich mit Betäubungsmitteln gefüllt waren. Die Ermittlungen der Polizei dauern an.

Gewalt bei Demo: Aktivisten und Polizei beschuldigen sich gegenseitig

Am Rande einer "Querdenken"-Kundgebung am Stuttgarter Marienplatz ist es am Samstag zu Ausschreitungen und Festnahmen gekommen. Angriffe auf Polizeibeamte seien auch Angriffe auf die Versammlungsfreiheit und deshalb nicht akzeptabel. So reagiert die Stadt Stuttgart jetzt auf SWR-Anfrage auf eine Auseinandersetzung zwischen Polizei und Gegendemonstranten. Weil nach Angaben der Polizei auch Beamte attackiert wurden, hatte die Polizei mehrere hundert Menschen stundenlang eingekesselt und festgesetzt. Die Veranstalter sprechen von "Polizeigewalt". Auf dem Marienplatz hatten rund 250 Menschen unter dem Motto "Neustart - Baden-Württemberg steht auf. Frieden, Meinungsfreiheit, Bargelderhalt" demonstriert. Sie werden der sogenannten Querdenker-Szene zugerechnet. Die Veranstaltung war angemeldet, genauso wie zwei Gegendemonstrationen. Deren Organisatoren hatte die Stadt zwei Stellen am Rand des Marienplatzes zugewiesen. Dabei habe die Stadt nach eigenen Angaben "auf den Wunsch der Anmelder Rücksicht genommen, dass ein Sicht- und Hörbezug zur Anlassversammlung bestehen sollte". Wie es weiterging, lest ihr hier:

Stuttgart

Nach Protest am Marienplatz in Stuttgart Hat die Polizei bei Demo unrechtmäßig gehandelt? Demonstrierende beklagen "Polizeigewalt"

Am Rande einer "Querdenken"-Kundgebung am Stuttgarter Marienplatz ist es am Samstag zu Ausschreitungen und Festnahmen gekommen. Polizei und Organisatoren der Gegendemo kritisieren sich gegenseitig.

Schüler streiken gegen Wehrpflicht - und müssen dafür Geld zahlen

Stuttgarter Schüler haben nach dem ersten "Schulstreik gegen Wehrpflicht" Post vom Ordnungsamt bekommen: 20 Euro Verwarnungsgeld. Der erste "Schulstreik gegen Wehrpflicht" in Stuttgart war schon fast zwei Monate her, als der 16-jährige Marco einen Brief von der Bußgeldstelle der Stadt Stuttgart bekommen hat. "Verwarnung mit Verwarnungsgeld" stand im Betreff, er sollte innerhalb einer Woche 20 Euro an das Ordnungsamt zahlen. Der Grund: Versäumnis des Unterrichts. Marco hatte zuvor am 5. Dezember unentschuldigt in der Schule gefehlt, er war damals auf dem Schulstreik gewesen. Insgesamt haben mindestens sieben Mitschüler und Mitschülerinnen Post vom Ordnungsamt bekommen, berichtet Marco.

Jetzt könnte ihnen ein weiteres Verwarnungsgeld drohen: Vor wenigen Tagen - am Donnerstag - haben einige von ihnen beim zweiten "Schulstreik gegen Wehrpflicht" erneut im Unterricht gefehlt, sagt Marco - trotz der Ankündigung von "massiven Konsequenzen" bei einem Wiederholungsfall. Die ganze Recherche von meinem Kollegen Alban Löffler könnt ihr hier im Artikel lesen.

Ein Jahr nach tödlichen Bahnunfall: Ermittlungen laufen noch

Ein Zusammenstoß auf freier Strecke am helllichten Tag. Vor genau einem Jahr starben drei Menschen bei dem schweren Unfall zwischen einer Stadtbahn und einem Tanklastwagen. Der Lkw-Fahrer wurde lebensgefährlich verletzt. Die Erinnerungen an die tragischen Ereignisse sind für viele rund um Ubstadt-Weiher (Landkreis Karlsruhe) noch präsent. Auch die Ermittlungen zur Unfallursache laufen weiter. Das Bahnunglück von Ubstadt-Weiher hat Spuren hinterlassen. Kilometerweit war die enorme Rauchwolke am Nachmittag des 11. März 2025 zu sehen. Um 14:15 Uhr stießen die Stadtbahn der Linie S31/32 zwischen Odenheim und Ubstadt-Weiher mit dem mit Heizöl beladenen Lkw an dem nicht beschrankten Bahnübergang zusammen. Die Bahn fing Feuer. Am Abend stand fest: Drei Menschen haben den Unfall nicht überlebt.

Drastischer Gewinneinbruch: Porsche stellt Zahlen und Aussichten vor

Der Stuttgarter Sportwagenbauer erzielte 2025 im Autogeschäft nur noch einen operativen Gewinn von 90 Millionen Euro - ein starker Rückgang im Vergleich zu 5,3 Milliarden Euro im Jahr 2024. Ein Grund: rückläufige Auslieferungen. Porsche lieferte 2025 weltweit 10 Prozent weniger Autos aus. Gründe dafür seien laut Unternehmen Modellwechsel, Angebotslücken, eine zurückhaltende Verkaufsstrategie und der Verzicht auf Rabatte. Dennoch gab es Rekorde bei 911er-Auslieferungen sowie wachsenden Anteil elektrifizierter Fahrzeuge. Porsche ist seit 2009 Teil des Volkswagenkonzerns - der ebenso mit Gewinneinbrüchen zu kämpfen hat. Der Gewinn des Volkswagen-Konzerns sank 2025 nach Steuern um 44 Prozent auf 6,9 Milliarden Euro (2024: 12,4 Milliarden Euro). Der Umsatz verringerte sich leicht um 0,8 Prozentauf rund 322 Milliarden Euro. Um 10 Uhr will Porsche heute bei seiner jährlichen Bilanz-Pressekonferenz in Stuttgart weiter auf seine Pläne für 2026 eingehen.

Schwester eines Opfers sagt im Ludwigsburger Raserprozess aus

Der Raserprozess nach einem illegalen Autorennen in Ludwigsburg ist gestern am Stuttgarter Landgericht fortgesetzt worden. Dabei hat jetzt auch die Schwester einer der beiden getöteten Frauen ausgesagt, weshalb es sehr emotional wurde. Bei ihrer Aussage wirkte die 31-Jährige selbst jedoch gefasst, wie meine Kollegin berichtet. Sie beschrieb ihre acht Jahre jüngere Schwester als lebensfrohen Menschen. Sie habe das Leben geliebt, ihre Mitmenschen oft zum Lachen gebracht und sich viel um ihre Familie gekümmert. Sie erzählte, wie sie von der Polizei erfahren hatte, dass eine der beiden Toten ihre kleine Schwester war und sie anschließend nur noch geschrien hatte.

Bis heute wirkt sich das Unglück auf sie und ihre Angehörigen aus, wie sie erzählte. Alle Familienmitglieder litten unter Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Alpträumen und Flashbacks. Sie bräuchten psychologische Hilfe und Medikament, um mit der Situation klarzukommen.

Mehrere Bürgermeister fordern mehr Geld für Kitas

Die Oberbürgermeister aus Esslingen, Ludwigsburg, Schwäbisch Gmünd (Ostalbkreis) und Tübingen haben einen offenen Brief an den wohl künftigen Ministerpräsidenten Cem Özdemir von den Grünen und Manuel Hagel von der CDU geschrieben. Sie fordern darin mehr Geld für die Finanzierung der frühkindlichen Bildung. Diese sei in den vergangenen Jahren immer teurer geworden, etwa durch Tarifsteigerungen, gestiegene Bau- und Energiekosten und steigende Qualitätsanforderungen, heißt es in dem Brief. Das Land habe die Förderung in dieser Zeit aber nicht angepasst. Dadurch würde es für die Kommunen immer teurer, viele Städte würden auf Millionenbeträgen sitzenbleiben - und das bei einer ohnehin schon angespannten Haushaltslage. Das zeige sich besonders deutlich bei der Kindergartenförderung für Kinder ab drei Jahren bis zum Schuleintritt. Die Oberbürgermeister fordern deswegen eine Reform der Finanzierung, um die Kommunen zu entlasten. Özdemir und Hagel sollen dieses Problem mit in die Koalitionsverhandlungen nehmen.

Lufthansa-Piloten streiken am Donnerstag und Freitag

Urlauber aufgepasst: Passagiere der Lufthansa müssen sich auf den nächsten großen Streik der Piloten einrichten. Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hat mehr als 5.000 Beschäftigte zum Streik am morgigen Donnerstag und am Freitag aufgerufen. Neben Starts aus Deutschland der Lufthansa-Kerngesellschaft sind auch die Frachttochter Lufthansa Cargo und erstmals die Regionalgesellschaft Lufthansa Cityline von dem Aufruf betroffen. In Baden-Württemberg landen Lufthansa-Maschinen nur am Stuttgarter Flughafen - jeweils drei Flüge am Tag nach München und Frankfurt. Ob diese auch vom Streik betroffen sein werden, ist bislang noch offen.

Wegen der angespannten Situation im Luftverkehr sind Ziele in den arabischen Raum ausdrücklich von den Streiks ausgenommen - konkret Ägypten, Aserbaidschan, Bahrain, Irak, Israel, Jemen, Jordanien, Katar, Kuwait, Libanon, Oman, Saudi-Arabien sowie die Vereinigten Arabischen Emirate.

Wegen strenger Auflage: Schönbuchbahn fährt vorerst nur im Halbstundentakt

Seit knapp zwei Wochen fährt die Schönbuchbahn wieder zwischen Böblingen und Dettenhausen im Kreis Tübingen, bisher aber nur im Halbstundentakt. Wie der Landkreis jetzt mitgeteilt hat, verzögert eine Auflage des Eisenbahnbundesamts, dass die Züge alle 15 Minuten fahren. Die Auflage erlaubt den Betrieb eines Fahrzeugs nur, wenn die Räder einen bestimmten Durchmesser haben. Laut dem Landratsamt müssen die Räder deshalb schon nach ein paar Millimetern Abnutzung wieder ausgetauscht werden. Dadurch müssten die Fahrzeuge oft gewartet werden, was einen Einsatz im Viertelstundentakt gerade unmöglich mache, heißt es. Das Bundesamt und der Hersteller würden mit Gutachtern daran arbeiten, diese Auflage anzupassen, so das Landratsamt. Der Hersteller geht im Moment davon aus, dass ab Mitte des Jahres ein Viertelstundentakt möglich sein wird. Zwischen Böblingen und Holzgerlingen wird der 15-Minuten-Takt bis dahin weiter mit Bussen bedient.

Wolf im Schwarzwald wird doch nicht abgeschossen

Das Schicksal um den Wolf an der Hornisgrinde im Schwarzwald hat wochenlang die Menschen beschäftigt - und die Gerichte. Der Verwaltungsgerichtshof in Baden-Württemberg hatte vor Wochen entschieden: Der Wolf darf bis zum 10. März geschossen werden, also bis gestern. Nun hat das Landesumweltministerium mitgeteilt, dass die Abschussgenehmigung nicht verlängert wird. Damit bekommt der Wolf eine neue Schonfrist. Die Verantwortlichen setzen jetzt wieder auf Vergrämung.

Die Warnstreiks sind erstmal vorbei: Tarifeinigung im ÖPNV in BW

Wer in Baden-Württemberg mit dem Nahverkehr unterwegs ist, wird sich über diese Nachricht freuen: Die Warnstreiks im kommunalen ÖPNV sind erstmal wieder vom Tisch - denn es gibt nun eine Tarifeinigung zwischen der Gewerkschaft ver.di und dem Arbeitgeberverband Baden-Württemberg (KAV). Seit Januar hatten die Tarifparteien verhandelt, dabei hatte es bereits mehrfach bundesweite Warnstreiks gegeben. Auch in BW stand Anfang Februar der ÖPNV in einigen Städten still. Doch jetzt gibt es eine Einigung, am Dienstag haben die Verhandlungsparteien einen Tarifvertrag präsentiert.

Polizei geht nach Brand in Schweizer Bus von Vorsatz aus

Wir blicken mal eben ein ganzes Stück über die Grenze zu unserem Nachbarland: In einem Linienbus in der Schweiz ist es zu einem tödlichen Brandinferno gekommen. Sechs Menschen kamen bei dem Feuer gestern Abend ums Leben, vier weitere und ein Sanitäter wurden verletzt. Drei der Verletzten schwebten am Abend noch in Lebensgefahr. "Eine vorsätzliche Tat könnte die Ursache für dieses Drama sein", teilte die Polizei am späten Abend mit. "Möglicherweise wurde das Feuer vorsätzlich gelegt." Berichte, nach denen sich ein Mann im Bus selbst mit Benzin übergossen und angezündet haben soll, wollte die Polizei nicht bestätigen. Der Brand sei kurz vor der Endstation in der Ortschaft Kerzers, in der Nähe von Bern, ausgebrochen. Mehr Infos dazu bei unseren Kollegen von der Tagesschau.

Der Mittwoch wird ungemütlicher

Mit den fast schon frühsommerlichen Temperaturen der vergangenen Tage könnte erst einmal Schluss sein. Denn laut unseren Meteorologen wird es erst einmal kühler und nass. Der Tag heute startet mit leichten Schauern und Wolken bei Temperaturen zwischen 4 und 10 Grad am frühen Morgen. Gegen Nachmittag kommt aus dem Westen eine Regenfront. Trocken bleibt es dagegen Richtung Allgäu. Die Temperaturen erreichen Höchstwerte von 13 bis 16 Grad.

Das aktuelle Wetter für euren Ort findet ihr jederzeit in unserer SWR Aktuell-App oder auf unserer Wetter-Seite. Den Wetterbericht von gestern Abend könnt ihr hier anschauen:

Nach der Wahl: Wie zerrüttet ist das Verhältnis von Grünen und CDU?

Auch mehr als zwei Tage nach der Landtagswahl bleibt die Stimmung zwischen Grünen und CDU gelinde gesagt etwas angespannt. Ein Grund: Einige CDU-Mitglieder sind immer noch sauer wegen des Endspurts im Wahlkampf. In den vergangenen Tagen ging es vor allem um Manuel Hagels Aussage zu einer Schülerin mit "rehbraunen Augen" sowie einen kürzlich erfolgten Schulbesuch an einer Stuttgarter Gemeinschaftsschule. Beide Videos stießen mitunter auf massive Kritik im Internet Teile der CDU wiederum bezeichneten dies als "Schmutzkampagne". Dennoch gilt es für die Grünen und die CDU nun, sich schleunigst zusammenzufinden und an die Regierungsbildung zu machen. Eine Hürde dabei: Es gibt ein Patt, beide Parteien stellen 56 Abgeordnete im neuen Landtag. Auch der ungewöhnliche Vorschlag aus den Reihen der CDU, sich das Amt des Ministerpräsidenten zu teilen, sorgte für einen erneuten Konflikt.

Welche Stolpersteine mein Kollege Henning Otte auf dem Weg zu Grün-Schwarz außerdem noch identifiziert hat, lest ihr hier:

Baden-Württemberg

CDU ist nach Landtagswahl "auf Krawall gebürstet" Das zerrüttete Verhältnis zwischen Özdemir und Hagel - und weitere Stolpersteine auf dem Weg zu Grün-Schwarz

Das Verhältnis zwischen Cem Özdemir und Manuel Hagel gilt wegen des ungewöhnlich harten Wahlkampfs als zerrüttet. Die CDU wartet auf versöhnliche Signale des grünen Wahlsiegers.

SWR Aktuell Baden-Württemberg SWR BW

Kind absichtlich auf Supermarkt-Parkplatz überfahren? Prozess startet

Dieser Fall hat im September vergangenen Jahres in ganz Deutschland für Entsetzen gesorgt: Auf einem Supermarkt-Parkplatz in Niedernhall (Hohenlohekreis) war ein damals 18-Jähriger im vergangenen Sommer mit einem Jungen in Streit geraten und hatte ihn daraufhin offenbar absichtlich mit dem Auto überfahren. Der 12-Jährige starb noch auf dem Parkplatz. Heute beginnt der Prozess gegen den Autofahrer. Er ist wegen Mordes angeklagt. Bislang äußert sich der junge Angeklagte nicht zu den Vorwürfen. Das Landgericht in Heilbronn und die Angehörigen des getöteten Jungens hoffen, dass der Prozess einige der offenen Fragen beantworten kann.

Kerzen und Bilder erinnern an den verstorbenen Jungen
Kerzen und Bilder erinnerten im Sommer auf dem Supermarkt-Parkplatz in Niedernhall an den verstorbenen Jungen.

Guten Morgen!

Der Fall hatte im vergangenen Sommer für großes Aufsehen gesorgt: Hat ein damals 18-Jähriger im Streit einen 12-Jährigen absichtlich mit dem Auto auf einem Parkplatz überfahren und getötet? Um die Frage geht es in einem Prozess, der heute startet. Darauf schauen wir gleich. Außerdem sind heute Regenjacken angesagt. Mein Name ist Simon Ukena und ich versorge euch bis 10 Uhr mit den wichtigsten Nachrichten aus und für Baden-Württemberg. Bei Fragen, Wünschen, Lob oder Kritik schreibt mir gerne per E-Mail an newsticker-bw@SWR.de.

SWR-Redakteur Simon Ukena
SWR-Redakteur Simon Ukena
Baden-Württemberg

Das war der BW-Newsticker am Dienstag ++ Palmer wohl offen für Jobwechsel ++ Özdemir weist Grüne Jugend in die Schranken ++ VW plant Jobabbau - Gewinn auch wegen Tochter Porsche eingebrochen ++

Kurz und informativ - das Wichtigste für den Morgen und den Tag. Aktuelle Nachrichten für Baden-Württemberg live in unserem SWR Aktuell Newsticker.