Das war der BW-Newsticker am Donnerstag

"Aktenzeichen XY": Hinweise zu Supermarktparkplatz-Entführung in Tübingen, OBs fordern: Kein Alkoholverkauf ab 22 Uhr, Vogelgrippe-Fall im Kreis Heilbronn

Kurz und informativ - das Wichtigste für den Morgen und den Tag. Aktuelle Nachrichten für Baden-Württemberg live in unserem SWR Aktuell Newsticker, heute von Janey Schumacher.

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Stand

Von Autor/in Janey Schumacher

Supermarktparkplatz-Entführung bei "Aktenzeichen XY": Mehrere wollen Mann auf Phantombild erkannt haben

Gestern wurden drei Kriminalfälle aus Baden-Württemberg in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY" ausgestrahlt. Darunter unter anderem der gefundene Säugling in Maulburg (Kreis Lörrach) und ein Cold Case aus dem Jahr 2000, bei dem ein Familienvater spurlos verschwand.

Der dritte Fall handelte von der Entführung einer Frau auf einem Tübinger Supermarktparkplatz. Sie war im April in ihrem Auto attackiert und dann entführt worden. Zu diesem Fall gingen demnach einige Hinweise ein. Mehrere Leute haben sich gemeldet, die den Mann auf dem Phantombild erkannt haben wollen.

Ciao und bis bald!

Das war es für heute mit dem BW-Newsticker am Morgen - schön, dass ihr dabei wart. Ich wünsche euch einen schönen Donnerstag. Morgen ist meine Kollegin Natalja Kurz ab 6 Uhr für euch da. Bis dahin findet ihr alle aktuellen Nachrichten und Hintergründe für Baden-Württemberg unter SWRAktuell.de/bw, in der SWR Aktuell App, in unserem Newsletter am Morgen, auf WhatsApp, bei Instagram, Facebook, TikTok oder YouTube und natürlich auch im Radio und TV.

Planung der Brenzbahn kann beginnen

Stündliche Expresszüge, neue Bahnhöfe und Elektrifizierung: Die Pläne für den Ausbau der Brenzbahn zwischen Aalen und Ulm kommen voran. Zumindest bei den Planungskosten in Höhe von 63 Millionen Euro gibt es nun Einigkeit: Land, Kommunen und Deutsche Bahn haben sich nun darüber verständigt, wie die Finanzierung des Projekts aufgeteilt werden soll. Wann die Zugstrecke tatsächlich ausgebaut werden kann, ist noch völlig offen. Die Planung wird mindestens fünfeinhalb Jahre dauern, wie die Vertragspartner mitteilten. Danach kann das Genehmigungsverfahren starten. Im Anschluss muss die Finanzierung des Millionenprojektes geklärt werden. Die Kosten werden, Stand heute, auf 600 Millionen Euro geschätzt.

Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) im SWR-Interview zur Brenzbahn:

Stau nach Unfall auf B10

Ein Unfall auf der B10 auf Höhe Dornstadt-Tomerdingen (Alb-Donau-Kreis) hat heute Morgen zu langen Staus im Berufsverkehr geführt. Zeitweise war die B10 komplett gesperrt. Nach ersten Informationen der Polizei sind zwei Autos zusammengestoßen. Über Verletzte ist bislang nichts bekannt.

Führt weniger Bürokratie zu mehr Bänken im Wald?

Ein neues Gesetz soll den Bürokratieabbau in Baden-Württemberg beschleunigen - und so vielleicht auch für mehr Bänke im Wald sorgen. Doch von vorn. Derzeit stehen in Baden-Württemberg einige Vorschriften auf dem Prüfstand. Was wiederum ganz konkrete Folgen für den Alltag haben könnte, etwa für Wanderer. Bislang tragen die Kommunen und Waldbesitzer das Haftungsrisiko, wenn ein Ast auf eine Bank fällt. Diese Regelung hatte in manchen Gemeinden dafür gesorgt, dass Bänke abgebaut werden. Künftig soll gelten: Wer sich auf eine Bank sitzt, macht das auf eigene Gefahr.

Mehr zum Thema könnt ihr euch hier anschauen:


Um Gebäude darunter zu sichern: Netz an ehemaliger Kiesgrube in Biberach

Um die darunterliegenden Gebäude zu schützen, sichert die Stadt Biberach jetzt den Hang ihrer ehemaligen Kiesgrube. Direkt unter der Kieswand liegt nämlich eine Tankstelle. Vor fünf Jahren hatte sich dort ein 500 Tonnen schwerer Brocken aus der Wand gelöst. Verletzt wurde dabei niemand. Ab Dezember soll ein Geflecht aus Stahldraht den Hang sichern. Diese Maßnahme kostet die Stadt knapp eine Million Euro.

Doch weniger Grundsteuer für Forst- und Landwirtschaftsflächen?

Der Landtag hat einer Änderung des Landes-Grundsteuergesetzes beschlossen. Konkret sollen dadurch fehlerhafte Grundsteuermessbescheide bei land- und forstwirtschaftlichen Flächen einfacher korrigiert werden können. Demnach soll bei erheblichen Abweichungen von mehr als 40 Prozent zukünftig ein anderer Wert angesetzt werden, wenn dies durch ein Gutachten nachgewiesen wird.

Falsch entsorgte Akkus als unterschätzte Gefahr?

Nach dem Großbrand in einem Recyclingbetriebs in Sontheim an der Brenz (Kreis Heidenheim) gibt es nun neue Erkenntnisse zur Brandursache: Nach derzeitigem Kenntnisstand waren wohl falsch entsorgte Akkus oder Batterien der Auslöser. Die Polizei ermittelt nun wegen fahrlässiger Brandstiftung. Der Brand war in einer Sortieranlage für gelbe Säcke ausgebrochen.

Offenbar sind falsch entsorgte Akkus oder Batterien ein immer größeres Problem: Anja Siegesmund vom Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Kreislaufwirtschaft (BDE) bestätigt, dass Brände durch falsch entsorgte Batterien und Akkus keine Seltenheit seien. Der Verband schätzt, dass es bundesweit täglich rund 30 Brände auf Recyclinghöfen gibt, Tendenz steigend. Daran schuld seien oft auch sogenannte E-Zigaretten und E-Shishas. Diese würden fälschlicherweise einfach im Restmüll oder im gelben Sack entsorgt, so Siegesmund weiter. Wichtig sei auch, Akkus und Batterien nicht einfach im Hausmüll zu entsorgen.

Mehr dazu erfahrt ihr hier:

Polizeieinsatz anlässlich des Europa-League-Spiels in Stuttgart

Bereits vor dem Europa-League-Spiel des VfB Stuttgart gegen Feyenoord Rotterdam heute Abend kam es gestern zu einem größeren Polizeieinsatz. Die Begegnung gilt als Hochrisikospiel. Nach Polizeiangaben meldeten mehrere Zeugen gegen Abend eine größere Auseinandersetzung mit mehreren Personen im Bereich des Kernerplatzes in der Stuttgarter Innenstadt. Als die Einsatzkräfte eintrafen, seien die Beteiligten bereits geflüchtet gewesen. Kurze Zeit später gab es eine weitere Auseinandersetzung, bei der eine Person verletzt wurde. Er kam zur weiteren Versorgung in ein Krankenhaus.

"Aktenzeichen XY": Polizei bittet um Hinweise im Fall der Babyleiche

Drei ungelöste Kriminalfälle aus Baden-Württemberg wurden gestern Abend bei der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY" gezeigt. Es ging um den Fall einer 68-Jährigen, die in Tübingen am Ostersamstag von einem Unbekannten entführt wurde. Aufgrund der Sendung gingen mehrere Hinweise ein, weil einige Zuschauer den Mann auf dem gezeigten Phantombild offenbar erkannt haben. Der Mann sei am Tag der Tat in der Nähe des Parkplatzes gesehen worden. Außerdem sei die Belohnung in diesem Fall "von privater Seite" erhöht worden, teilte das Landeskriminalamt Bayern mit.

Auf Hinweise aus der Bevölkerung ist die Polizei auch in einem zweiten Fall angewiesen: Im Oktober wurde in Maulburg (Kreis Lörrach) die Leiche eines Neugeborenen entdeckt. Sarah Klotz von der Kriminalpolizei Lörrach bat am Mittwochabend um Hinweise, ob jemand aus der Gegend verdächtige Beobachtungen in der Nähe des Fundorts gemacht hat - und ob es bei einer Frau aus der Umgebung zur Gewichtszunahme oder einer plötzlichen Abnahme gekommen ist, ob Sport oder anstrengende Aktivitäten auffällig vermieden wurden und ähnliches. Hinweise erhoffen sich die Ermittler zu einer leicht transparenten Schaumfolie, in die der kleine Junge eingewickelt war: Sie wies bogenförmige Aussparungen auf - möglicherweise sei hier etwas ausgeschnitten worden.

Sperrung der A6-Brücke bei Heilbronn würde etliche Millionen kosten

Wenn man die marode Brücke an der A6 bei Heilbronn sperren würde, entstünden Kosten in Höhe von 172 Millionen Euro - pro Jahr. Zumindest geht davon der Allgemeine Deutsche Automobil Club (ADAC) in einer Berechnung aus. Dabei wurden die Auswirkungen von spontanen Brückensperrungen simuliert. Konkret zeigt die Modellstudie folgendes: Für den Verkehr rund um Heilbronn rechnen die Expertinnen und Experten mit 140 Millionen zusätzlichen gefahrenen Kilometern und einem Zeitverlust von fünf Millionen Stunden jährlich - allein für Pkw-Fahrer. Doch Lieferverzögerungen, Umwege und Staus würden auch den Schwerlastverkehr und damit die Wirtschaft massiv belasten.

Petitionsausschuss zu umstrittener Software Palantir

Heute beschäftigt sich der Petitionsausschuss im Landtag in einer öffentlichen Anhörung mit dem Einsatz der umstrittenen Software Palantir. Dabei handelt es sich um die erste Anhörung, die durch eine öffentliche Landtagspetition zustande kommt, denn möglich ist das erst seit diesem Sommer. Mehr als 13.000 Menschen haben diese gegen den Einsatz unterzeichnet. Die Analyse- und Recherchesoftware soll künftig von der Polizei in Baden-Württemberg genutzt werden, obwohl der Palantir-Gründer und Großaktionär der Firma, Peter Thiel, hochumstritten ist.

Wissenschaftlerin flüchtet nach Freiburg wegen Trumps Politik

Die 33-jährige Fiona Kearns lebte bis vor kurzem noch in Florida. Sie forscht als Biophysikerin zu Infektionskrankheiten. Außerdem ist sie bisexuell: "Das sind zwei Dinge, die von der Trump-Regierung attackiert werden." Kearns hat Angst, dass sie deswegen in ihrer Heimat körperliche Gewalt erfahren oder ihren Job verlieren könnte - oder mit Einbußen bei ihrer Karriere rechnen muss, wenn sie ihre Meinung zu offen äußert. Deshalb ging sie nach Freiburg. Nun arbeitet sie dort als Junior-Professorin an der Universität. "Nachdem ich nach Freiburg gekommen bin und auch andere Städte in Europa besucht habe, ist mir aufgefallen, wie viele Menschen offen homosexuell leben", sagt sie. "Paare, die Händchen halten und das stolz zeigen. Aufgefallen ist es mir deshalb, weil es in einem krassen Kontrast zu dem steht, was aktuell in den USA passiert."

Meine Kolleginnen und Kollegen haben sie getroffen:

Neue LEA in Stuttgart-Weilimdorf

In Stuttgarter Stadtbezirk Weilimdorf soll eine neue Erstaufnahmeeinrichtung für Geflüchtete (LEA) entstehen. Darauf hat sich die Stadt mit dem Land geeinigt. Das sagte der Büroleiter von Oberbürgermeister Frank Nopper (CDU), Winfried Klein, dem SWR. Final abgeschlossen sei die Vereinbarung jedoch noch nicht.

Die Debatte um eine neue LEA in Stuttgart läuft schon seit Längerem. Neben Weilimdorf waren auch Standorte in Bad Cannstatt, Stuttgart-Süd oder Vaihingen im Gespräch.

Immer mehr junge Menschen wollen Bestatter werden

Immer mehr junge Menschen machen eine Ausbildung zur Bestattungsfachkraft. Deutschlandweit sind es derzeit rund 1.000 Auszubildende, im Jahr 2014 waren es laut Statistischem Bundesamt noch 390. Auch in Baden-Württemberg ist der Trend erkennbar: 2010 waren es noch 59 Auszubildende, heute sind es 108.

Vor allem Frauen scheinen den Beruf für sich gefunden zu haben. Im Jahrgang 2024/2025 lag der Frauenanteil bei 59 Prozent, Männer machten rund 41 Prozent der Auszubildenden aus. Vor knapp zehn Jahren war die Verteilung fast umgekehrt.

Warum sich junge Frauen für den Beruf der Bestatterin entscheiden, seht ihr im Video:

Falsche Polizisten warnen derzeit vor angeblichen Einbrüchen

Immer wieder versuchen Betrüger, ihre Opfer am Telefon mit falschen Informationen unter Druck zu setzen und dadurch Geld, Schmuck oder andere Wertsachen zu erbeuten. Derzeit häufen sich laut Polizeipräsidium Ulm Fälle, bei denen sich die Betrüger als Polizeibeamte ausgeben und vor angeblich drohenden Einbrüchen warnen. Unter dem Vorwand, das Vermögen der Opfer in Sicherheit bringen zu wollen, vereinbaren sie Abholtermine für Bargeld oder Schmuck - und verschwinden damit spurlos. Allein im Landkreis Göppingen habe es gestern mindestens 15 Anrufe dieser Art gegeben, teilte die Polizei mit.

Heidelberg lehnt Atommüll-Endlager-Checks ab

Wohin mit dem Atommüll? Derzeit werden deutschlandweit Standorte für Endlager gesucht. Drei Gebiete aus Baden-Württemberg sind dabei noch in der Prüfung: Teile des Schwarzwalds, Bereiche in Riedlingen (Kreis Biberach) sowie eine Region östlich von Heidelberg. Aber: Die Stadt Heidelberg lehnt eine weitere Untersuchung möglicher Standorte für ein Atommüll-Endlager auf ihrem Gebiet ab. Mehr dazu von meinem Kollegen Matthias Wiest:

Vogelgrippe im Kreis Heilbronn nachgewiesen

Im Landkreis Heilbronn ist zum ersten Mal die Vogelgrippe nachgewiesen worden. Laut Behörden war eine Graugans am Breitenauer See bei Obersulm mit dem Virus infiziert. Das Landratsamt geht nach Abstimmung mit dem Landwirtschaftsministerium Baden-Württemberg aber nicht von einer erhöhten Infektionsgefahr aus. Bürgerinnen und Bürger werden dennoch dazu aufgerufen, kranke oder schwach erscheinende Tiere nicht anzufassen - Geflügelhalterinnen und Geflügelhalter sollen sich weiter an die bereits geltenden Maßnahmen halten.

Das Wetter für Baden-Württemberg

Dieser Novembertag beginnt in weiten Teilen des Landes trüb und nebelig. Doch Hoffnung ist in Sicht: Im Laufe des Nachmittags bahnt sich die Sonne dann ihren Weg durch die Suppe und sorgt für milde 15 Grad im Breisgau und 11 Grad in der Region Stuttgart - nur im Raum Ulm bleibt das Thermometer bei 5 Grad hängen.

Das aktuelle Wetter für euren Ort findet ihr jederzeit in unserer SWR Aktuell-App oder auf unserer Wetter-Seite. Den Wetterbericht von gestern Abend könnt ihr hier anschauen:

"Stadtbild"-Debatte: Drei Oberbürgermeister fordern Maßnahmen

In der Debatte um die "Stadtbild"-Äußerungen von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) fordern drei Oberbürgermeister aus Baden-Württemberg konkrete Schritte gegen die "Verfallserscheinungen" im öffentlichen Raum. Boris Palmer (parteilos/Tübingen), Richard Arnold (CDU/Schwäbisch Gmünd) und Matthias Klopfer (SPD/Esslingen) schlagen ein Alkoholverkaufsverbot ab 22 Uhr sowie Steuererleichterungen für Einzelhändler in der Innenstadt vor. Auch dass Geschäfte sonntags öffnen dürfen, ist ein Punkt. Insgesamt sollen so Lärm, Vermüllung und Konflikte reduziert werden.

Drei Tote in Wohnung in Stuttgart-Feuerbach

In Stuttgart-Feuerbach haben Einsatzkräfte am Mittwochmittag drei Leichen in einer Wohnung entdeckt. Es handelte sich laut Polizei um eine Frau und zwei Kinder. Die Kriminalpolizei ermittelt nun zur Todesursache. Es gebe keine Hinweise darauf, dass weitere Personen beteiligt gewesen seien, teilten die Behörden mit. Die Polizei hatte sich Zutritt zur Wohnung verschafft, weil der "Verdacht einer hilflosen Lage" bestanden habe.

Guten Morgen!

Einen schönen guten Morgen an diesem Donnerstag! In den vergangenen zwei Wochen wurde intensiv über die "Stadtbild"-Aussage von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) diskutiert. Das nehmen drei Oberbürgermeister aus Baden-Württemberg nun zum Anlass, konkrete Maßnahmen im öffentlichen Raum zu fordern - mehr dazu gleich.

Mein Name ist Janey Schumacher und ich berichte euch bis 10 Uhr über alles, was es bei uns in Baden-Württemberg so Neues gibt. Bei Fragen, Wünschen, Lob oder Kritik schreibt mir gerne per E-Mail an newsticker-bw@SWR.de.

Janey Schumacher
Janey Schumacher
Baden-Württemberg

Das war der BW-Newsticker am Mittwoch ++ Kamera-Auto scannt Parksünder in Mannheim ++ Panzersperren auf dem Weihnachtsmarkt ++ Zivilcouragepreis im Main-Tauber-Kreis ++

Kurz und informativ - das Wichtigste für den Morgen und den Tag. Aktuelle Nachrichten für Baden-Württemberg live in unserem SWR Aktuell Newsticker.

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